Stand: 15.03.2016 11:27 Uhr

So funktioniert die Tattoo-Entfernung

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Schwarze Tinte lässt sich in der Regel besser entfernen als bunte Farben.

Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus dem Jahr 2014 tragen rund sechs Millionen Deutsche eine Tätowierung. Der Anteil der tätowierten Männer und Frauen im Alter zwischen 25 und 34 Jahren liegt bei etwa 25 Prozent. Als beliebteste Stellen gelten dabei Arme und Rücken. Doch was tun, wenn die Jugendsünde irgendwann lästig wird?

Ein Tattoo wird per Laser entfernt.

Die Risiken der Tattoo-Entfernung

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Herzchen-Motiv oder der Kosename der Ex-Freundin auf der Haut: Was man als Tattoo einst schön fand, wird möglicherweise irgendwann zur lästigen Jugendsünde. Was dann?

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Tätowierungen werden mit Laserbehandlungen entfernt

Zur Entfernung von Tätowierungen bieten Tattoo- und Kosmetikstudios und Hautärzte Laserbehandlungen an. Die Qualität der Behandlung und der verwendeten Lasergeräte schwankt dabei aber erheblich. Experten empfehlen, die Behandlung ausschließlich von ausgebildeten Hautärzten durchführen zu lassen. Die Laserbehandlung ist schmerzhaft und nicht ohne Risiko. Wird sie nicht fachgerecht durchgeführt, kann es zu Verbrennungen, Entzündungen und Vernarbungen der Haut kommen. Schwarze Tinte lässt sich in der Regel besser entfernen als Tinte in bunte Farben.

Farbpartikel bleiben nach Tattoo-Entfernung im Körper

Während beim Tätowieren mithilfe einer feinen Nadel Farbe in die mittlere Hautschicht (Dermis) gespritzt wird, wird sie beim Entfernen durch den Laser zerkleinert. Dazu dringt das Laserlicht zwei bis drei Millimeter tief in die Haut ein. Die Farbkristalle absorbieren das Licht und platzen durch die aufgenommene Energie. Die kleinen Farbpartikel können dann über die Lymphflüssigkeit abtransportiert und ausgeschieden werden. Allerdings werden sie nicht vollständig aus dem Körper eliminiert. Untersuchungen haben gezeigt, dass sie sich in den Lymphknoten ablagern.

Unbedenkliche Farbe gibt es nicht

Bislang ist nicht klar, ob sich die Farbe auch in anderen Organen absetzt und ob dadurch gesundheitsschädliche Auswirkungen zu erwarten sind. Weltweit gibt es bislang keine Farbe, die auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit überprüft wurde. Seit dem Jahr 2009 gilt immerhin die Tätowiermittelverordnung, die regelt, was nicht in der Farbe enthalten sein darf. Zwar ist es seither verboten, mit Autolacken zu tätowieren, dennoch kann die Farbe noch immer giftige, krebserregende oder allergieauslösende Substanzen enthalten.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Johannes Müller-Steinmann
Facharzt für Dermatologie, Lasermedizin
Leiter des Hautarztzentrum Kiel
Alter Markt 1-2
24103 Kiel
Tel. (0431) 380 18 10
E-Mail: info@hautarztzentrum-kiel.de
Internet: www.hautarztzentrum-kiel.de

Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Bäumler
Diplom-Physiker
Klinik und Poliklinik für Dermatologie
Universitätsklinikum Regensburg
Franz-Josef-Strauß-Allee 11
93053 Regensburg
Tel. (0941) 944 96 10

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Visite | 15.03.2016 | 20:15 Uhr