Sendedatum: 04.11.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Sind Pflegestifte gut für die Lippen?

von Melanie Stinn
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Pflegestifte legen einen Schutzfilm aus Fett über die Lippen.

Sobald es draußen kälter wird, halten sich viele in Räumen mit trockener Heizungsluft auf. Dadurch trocknet auch die Haut aus. Besonders empfindlich ist die Haut der Lippen, weil sie weder Talg- noch Schweißdrüsen hat. "Durch die Witterung entstehen kleine Risse und dadurch kommt es zu einer Entfeuchtung der Lippen", erklärt Hautärztin Daniela Wiebels. Ein Lippenpflegestift kann das verhindern und raue, spröde Lippen wieder geschmeidig machen. Doch wie findet man den passenden Pflegestift?

Schutzfilm aus Fett

Wichtigster Bestandteil in allen Stiften ist Fett. Deklariert ist es zum Beispiel als "Palmitate", "Shea Butter" oder "Kokosnussöl". Der Effekt ist immer der gleiche. Wie ein Schutzfilm legt sich das Fett über die Lippen und verhindert so, dass die Haut austrocknet. Einige Stifte enthalten auch entzündungshemmende Wirkstoffe wie Bisabolol oder Panthenol. Sie sollen die Wundheilung bei spröden Lippen beschleunigen.

Cremes und Salben oft besser und günstiger

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Hautärztin Daniela Wiebels empfiehlt Cremes und Salben als gute und günstige Alternative zu Pflegestiften.

Allergiker sollten bei den Inhaltsstoffen darauf achten, dass  bestimmte Duftstoffe, Emulgatoren oder ätherische Öle nicht enthalten sind. "Viele vertragen es, aber wenn es sich zu einer Allergie entwickelt, ist es ein Problem", erklärt Hautärztin Wiebels. Cremes und Salben seien oft die wirkungsvollere und günstigere Alternative zu Pflegestiften. Vaseline zum Beispiel habe den Vorteil, dass sie nur aus einer Zutat besteht: Fett. Das Allergierisiko liege praktisch bei null.

Auf die Dosierung kommt es an

Cremes und Pflegestifte sollte man nicht zu dick auftragen. Sonst könnte der Schutzfilm die Durchfeuchtung der Lippen sogar blockieren. Dass man durch die Anwendung von Lippenpflegemittel abhängig werden kann, ist ein weitverbreitetes Vorurteil. Wer Lippenpflege benutzt, ändert jedoch oft seine Wahrnehmung: "Wir neigen dazu, einen sehr hohen Anspruch daran zu stellen, wie geschmeidig die Lippen sein sollen, und aus diesem Gefühl heraus fangen wir an die Lippen einzucremen, sobald sie etwas trockener werden", erklärt Hautärztin Wiebels.

Nicht zu oft mit der Zunge befeuchten

Viel wichtiger als die Pflege der Lippen: Man sollte sie nicht zu oft mit der Zunge befeuchten. Im Speichel ist ein Enzym, das Fette spaltet - die Lippen werden dadurch trockener. Genug Trinken und eine vitaminreiche Ernährung dagegen haben einen positiven Einfluss auf die Lippenhaut. Wer allerdings über mehrere Wochen an trockenen Lippen leidet, sollte zum Hautarzt gehen. Dann könnte es sein, dass eine Allergie oder eine andere Erkrankung die Ursache ist.

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Markt | 04.11.2013 | 20:15 Uhr