Stand: 01.02.2016 12:55 Uhr  | Archiv

Schmerzmittel: Bedenklich harmlose Werbung

von Jennie Radü

Wenn der Kopf, die Gelenke oder der Rücken schmerzen, greifen viele zu frei verkäuflichen Schmerzmitteln wie Aspirin, Ibuprofen und Paracetamol. Die Medikamente sind vielen vertraut, weil die Wirkstoffe und Handelsnamen seit Jahren bekannt sind. Auch in der Werbung wirken die Produkte harmlos, obwohl sie teilweise lebensgefährliche Nebenwirkungen haben können.

Bedenkliche Werbung für Schmerzmittel

Die gefährlichen Nebenwirkungen von Schmerzmitteln

Schmerztabletten können schwerwiegende Nebenwirkungen haben, zum Beispiel Magen-Darm-Blutungen, Kopfschmerzen, Nieren- und Leberversagen sowie Schlaganfall und Herzinfarkt. Lebensbedrohliche Nebenwirkungen treten in der Regel nur sehr selten auf. Zu Nebenwirkungen kann es insbesondere dann kommen, wenn man die tägliche Höchstdosis überschreitet oder die Schmerztabletten über einen längeren Zeitraum einnimmt.

Schätzungen zufolge sterben in Deutschland pro Jahr 2.000 Menschen an den Nebenwirkungen von Schmerzmitteln. Vermutlich liegt die Zahl sogar noch höher, denn bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen denken viele nicht an Schmerzmittel als mögliche Ursache.

Nebenwirkungen von Paracetamol, Aspirin, Diclofenac und Ibuprofen

Vor Nebenwirkungen warnen die Hersteller auf dem Beipackzettel:

  • Weitgehend bekannt ist inzwischen, dass Paracetamol lebensgefährliche Nebenwirkungen wie Leberversagen und Bluthochdruck haben kann. Die Packungsgrößen wurden deshalb begrenzt.
  • Auch Acetylsalicylsäure, besser bekannt unter dem Handelsnamen Aspirin, kann als Schmerzmittel unerwünschte Nebenwirkungen haben, zum Beispiel Magen-Darm-Blutungen, Hirnblutungen, Atemnot und Nierenversagen. In geringer Dosierung wird Aspirin vielen Herzpatienten verschrieben, um das Infarktrisiko zu verringern. Die bei Schmerzen eingenommene Dosis ist jedoch deutlich größer.
  • Diclofenac kann unter anderem zu Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen führen, aber auch zu Magen-Darm-Blutungen und Nieren- und Leberversagen, Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • Als mögliche Nebenwirkungen von Ibuprofen gelten unter anderem Magen-Darm-Durchbruch, Asthma-Anfälle und Nierenversagen sowie Herzinfarkt.

Schmerzmittel nicht vorbeugend einnehmen

Wegen der möglichen Nebenwirkungen ist die - vor allem bei Sportlern beliebte - vorbeugende Einnahme von Schmerzmitteln nicht zu empfehlen. "Ohne Verordnung eines Arztes sollten Schmerzmittel nur zwei bis drei Tage eingenommen werden, im Monat nicht mehr als zehn Tabletten", sagt Pharmakologe Professor Gerd Glaeske. Wer chronische Schmerzen habe und ohne Schmerzmittel nicht auskomme, sollte mit seinem Arzt über mögliche Nebenwirkungen sprechen.

Weitere Informationen

Schmerzmittel auf Dauer gefährlich

Viele Schmerzmittel versprechen schnelle Besserung, aber die Nebenwirkungen werden oft unterschätzt. Dies gilt auch für die Medikamente Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen. mehr

Dieses Thema im Programm:

Markt | 01.02.2016 | 20:15 Uhr

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