Sendedatum: 08.04.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Rückenschmerzen: Warnzeichen wichtig

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Bei den meisten Menschen gehen Rückenschmerzen von alleine wieder weg.

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. Bei der Behandlung stehen die Ärzte vor der schwierigen Aufgabe, auf der einen Seite schädliche oder nutzlose Untersuchungen zu unterlassen, auf der anderen Seite aber bedrohliche Erkrankungen wie einen Tumor nicht zu übersehen.

Oft unspezifische Ursachen für Schmerzen

In vielen Fällen finden sich keine spezifischen Ursachen für die Schmerzen. Die Beschwerden gehen von selbst zurück oder die Betroffenen bekommen sie durch Bewegung und Physiotherapie in den Griff. Bleiben die Beschwerden trotzdem bestehen, können ein Bandscheibenvorfall, eine Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose), oder eine Wirbelbruch in Folge einer Osteoporose der Grund sein. Auch Wirbelgleiten, Gelenkverschleiß (Arthrose), ein Tumor, eine Infektion in der Wirbelsäule, eine gefährliche Erweiterung der Hauptschlagader (Aortenaneurysma) oder Erkrankungen innerer Organe können Beschwerden auslösen. Deshalb sollten Rückenschmerzen, die ständig oder immer wieder auftreten, nicht auf die leichte Schulter genommen, sondern abgeklärt werden.

Bestimme Warnzeichen als Anhaltspunkte

Dabei achtet der Arzt gezielt auf bestimmte Warnzeichen (Red Flags), die auf ernste Ursachen des Rückenschmerzes hindeuten und weitere Untersuchungen rechtfertigen. Dazu gehören zunächst neurologische Zeichen wie in die Beine ausstrahlende Schmerzen mit Taubheitsgefühl, Kribbeln, Muskelschwäche, Blasen- und Mastdarmschwäche, Gefühlsstörungen am After und ein Nachlassen des Schmerzes bei zunehmender Lähmung. Sie weisen auf eine Wirbelsäulenerkrankung, die das Rückenmark beeinträchtigt. Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT können dann Aufschluss über den Grund der Beschwerden geben.

Weitere Warnzeichen, die bildgebende Verfahren rechtfertigen, sind zum Beispiel Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, rasche Ermüdbarkeit, Fieber , Schüttelfrost, starker nächtlicher Schmerz oder in Rückenlage zunehmende Schmerzen. Eine weitere Abklärung wird auch bei Personen über 50 Jahre empfohlen, nach Unfällen oder Verletzungen sowie bei ehemaligen Krebspatienten oder Patienten, die Medikamente zur Unterdrückung der Immunabwehr einnehmen.

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Interviewpartner:

Im Studio:
Prof. Dr. Wilhelm Schulte Mattler
Oberarzt
Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universität Regensburg am Bezirksklinikum, Haus 22
Universitätsstraße 84
93053 Regensburg
Internet: http://homepages.uni-regensburg.de/~jat28781/

Im Beitrag:
Dr. Marc Dreimann
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Geschäftsführender Oberarzt der Wirbelsäulenchirurgie
Klinik für Unfall- Hand und Wiederherstellungschirurgie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Tel. (040) 741 05 61 25
Internet: www.uke.de/kliniken/spine-center

Prof. Dr. Eike Sebastian Debus
Direktor
Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin
Universitäres Herzzentrum
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Internet: www.uke.de/kliniken/gefaessmedizin

Prof. Dr. Martin Trepel
Leiter Molekulare Onkologie
II. Medizinische Klinik (Hämatologie/Onkologie)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Internet: www.uke.de/kliniken/medizinische-klinik-2

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Visite | 08.04.2014 | 20:15 Uhr