Sendedatum: 30.04.2013 20:15 Uhr

Riesenbärenklau jetzt bekämpfen

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Riesenbärenklau ist hochgiftig.

In Gärten und Parks, an Straßenrändern und an Flussufern breitet sich seit Jahren eine beeindruckende Pflanze mit großen Blüten und einer Höhe von bis zu vier Metern aus: Der aus Kaukasien stammende Riesenbärenklau ist hochgiftig, auf eine einfache Berührung reagiert die Haut mit einer schmerzhaften Verbrennung - besonders im Hochsommer.

Eine Pflanze kann 80.000 Blüten tragen, die Samen des Riesenbärenklaus überleben bis zu zehn Jahre in der Erde. Mitunter sind die Verbrennungen so stark, dass der Betroffene im Krankenhaus behandelt werden muss. Das Heimtückische: Die Gifte wirken erst, wenn man mit den betroffenen Hautstellen in die Sonne kommt. Und das ist sogar noch nach Tagen möglich.

Haut verliert natürlichen UV-Schutz

Durch das Gift der Pflanze verliert die Haut ihren natürlichen UV-Schutz. Scheint dann die Sonne auf die Haut, kommt es zu Verbrennungen zweiten oder sogar dritten Grades. In extremen Fällen müssen die Blasen in einem Verbrennungszentrum behandelt werden. Bei kleineren Verbrennungen lindert eine kühlende Salbe die Beschwerden, die je nach Schweregrad einige Tage oder gar Wochen anhalten können.

Eingeschleppt im 19. Jahrhundert

Nach Europa eingeschleppt wurde der Riesenbärenklau Ende des 19. Jahrhunderts als Gartenpflanze. Seit den 1980er-Jahren verbreitet sich die Staude immer stärker auch in Norddeutschland und wird zunehmend zur Gesundheitsgefahr, vor allem für spielende Kinder. Natur- und Umweltschutzteams in den einzelnen Bundesländern versuchen daher seit vielen Jahren, der auch als Herkulesstaude bezeichneten Pflanze Herr zu werden. Mit dem heimischen Bärenklau oder Engelwurz ist die Herkulesstaude schon aufgrund ihrer Größe kaum zu verwechseln. Zudem ist ihr Stängel purpurn gefleckt.

Wie kann man die Pflanze bekämpfen?

Es ist wichtig, die Pflanze zu bekämpfen, solange sie klein ist. Ist sie erst einmal so groß gewachsen, dass sie ihre Samen gebildet hat, ist es schwierig. Wer erst im Sommer gegen ausgewachsene Pflanzen kämpft, kann Verbrennungen nur schwer vermeiden.

Wer den Riesenbärenklau bekämpfen will, sollte unbedingt lange Kleidung, Gesichtsschutz, Handschuhe und Gummistiefel tragen, denn auch der Saft der kleinen Pflanzen kann schon Verbrennungen verursachen.

Abgestochene Pflanzen nicht auf den Kompost

Beim Abstechen des Bärenklaus kommt es auf die richtige Technik an: Wird die Wurzelrübe nicht an der richtigen Stelle abgehackt, bildet die Pflanze bald neue Triebe. Man muss die Rübe 10 bis 15 Zentimeter unter dem Ansatz erwischen und sauber abstechen, dann treibt sie nicht mehr aus.

Die abgestochenen kleinen Pflanzen kann man einfach liegen lassen, sie vertrocknen. Größere Pflanzen und insbesondere Stauden müssen dagegen verbrannt werden, damit die Samen nicht über den Kompost weiter verbreitet werden. Nach der Aktion sollten Haut und Kleidung gründlich gewaschen werden.

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Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Fabian Singbartl
Allergologe
Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie
Asklepios Klinik Harburg
Eißendorfer Pferdeweg 52
21075 Hamburg
Tel. (040) 18 18 86 20 56
Fax (040) 18 18 86 28 58

Werner Leifert
Landschaftswart
Gemeinde Möhnesee

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Visite | 30.04.2013 | 20:15 Uhr