Stand: 13.01.2016 10:01 Uhr

Rheuma erkennen und behandeln

Gelenke schmerzen, es reißt in den Muskeln, Morgensteifigkeit prägt den Alltag: Millionen Deutsche leiden unter Rheuma. Rund 400 verschiedene Erkrankungen fassen Mediziner heutzutage unter dem Oberbegriff "Krankheiten des rheumatischen Formenkreises" zusammen - dazu gehören etwa Gicht, Lupus erythematodes, Krankheiten der Gefäße (Vaskulitis) und viele mehr. Rheumatische Erkrankungen treffen Menschen aller Altersklassen, selbst Kinder können schon an Rheuma leiden.

Rheumatische Erkrankungen

Rheuma tritt größtenteils am Bewegungsapparat auf, betrifft aber nicht nur "harte" Strukturen wie Knochen, Gelenke oder Knorpel, sondern auch "Weichteile" wie Muskeln, Bänder oder Sehnen - häufiges Beispiel: die Psoriasis-Arthritis. Selbst Organe, Rippenfell, Nerven oder Gefäße können betroffen sein.

Der rheumatische Formenkreis teilt sich in vier Hauptgruppen: 
1. entzündlich-rheumatische Erkrankungen
2. verschleißbedingte (degenerative) Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen
3. Weichteilrheumatismus
4. Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden (pararheumatische Erkrankungen)

Am häufigsten ist die rheumatoide Arthritis (früher bezeichnet als chronische Polyarthritis, cP), eine fortschreitende Gelenkentzündung, bei der die Innenhaut von Gelenken, Sehnenscheiden oder Schleimbeuteln angegriffen wird. Geschätzt 800.000 Menschen leiden hierzulande daran, darunter fast dreimal so viele Frauen wie Männer. Meist beginnt die Krankheit in der zweiten Lebenshälfte. In Deutschland sind aber auch etwa 15.000 Kinder davon betroffen. Heilbar ist Rheuma bisher nicht, jedoch gut behandelbar: Wird die Erkrankung früh genug erkannt, kann die Entzündung gestoppt oder verlangsamt werden.

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Ursache

Die Ursachen für die rheumatoide Arthritis sind noch nicht umfassend verstanden. Gesichert scheint, dass Autoimmunprozesse beteiligt sind, das Immunsystem der Betroffenen also körpereigenes Gewebe bekämpft. Fehlgesteuerte Immunzellen gelangen - angeregt von bestimmten Botenstoffen, den Interleukinen - in die Gelenke und verursachen dort Entzündungen. Dadurch vernarbt und wuchert die Gelenkinnenhaut immer mehr, Knorpel und Bänder werden geschädigt. Das schmerzt, führt zu Bewegungseinschränkungen und - falls nicht rechtzeitig und adäquat therapiert wird - zur Zerstörung des Gelenks.

Wie die rheumatische Arthritis entsteht

Für die Fehlsteuerung des Immunsystems dürfte ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren verantwortlich sein. Dazu gehören, neben einer genetischen Veranlagung, das Rauchen und möglicherweise andere Umweltgifte.

Symptome

Manchmal äußert sich eine rheumatoide Arthritis anfangs unspezifisch mit Abgeschlagenheit, selten leichtem Fieber. Erste konkrete Anzeichen sind warme, geschwollene oder gerötete Gelenke. Typischerweise sind die Gelenke symmetrisch betroffen, also beispielsweise beide Daumen. Besonders häufig beginnt die Krankheit in den Grundgelenken der Finger und Zehen, die nachts schmerzen und sich morgens über eine Stunde lang steif anfühlen.

Die Krankheit kann langsam und milde verlaufen. Bei manchen - häufig älteren - Patienten verformen sich die Gelenke allerdings sehr rasch, versteifen und verursachen starke Schmerzen. Die Patienten können ihren Alltag dann nicht mehr ohne Hilfe bewältigen.

Dieses Thema im Programm:

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