Sendedatum: 08.04.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Powernapping - gesunder Mittagschlaf

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Wer dreimal pro Woche Mittagsschlaf hält, kann das Herzinfarktrisiko senken.

Kantinen-Tief, Kartoffel-Koma oder einfach nur Mittags-Mattheit: Zwischen 13 und 14 Uhr hat fast jeder von uns einen Durchhänger - mit dem Bedürfnis mal kurz wegzunicken. Doch leider hat ein Mittagsschläfchen keinen guten Ruf. Ein deutsches Sprichwort lautet sogar: "Geld verdient man nicht im Schlaf". Für unsere südlichen Nachbarn und in Asien hingegen ist ein Nickerchen am Mittag ganz normal.

Körper hat 24-Stunden-Rhythmus und 12-Stunden-Rhythmus

Auch Schlafforscher haben längst wissenschaftlich belegt, dass wir eigentlich auf eine Mittagsruhe programmiert sind. Doch warum werden wir überhaupt mittags müde? Neben dem 24-Stunden-Rhythmus besitzen wir auch einen 12-Stunden-Rhythmus, der nicht ganz so stark ausgeprägt ist. Darum fahren wir nach einem halben Tag alle Funktionen messbar runter: Reaktionsschnelligkeit, Daueraufmerksamkeit, Motivation.

Nicht länger als 30 Minuten schlafen

Der Körper braucht dann eine Regenerationszeit - am besten ein kurzes Nickerchen. Zwischen 20 und 30 Minuten reichen völlig aus, um wieder fit zu werden. In diesen Minuten schläft man nicht richtig. Wahrscheinlich ist man nur für zwei bis drei Minuten wirklich weg - doch das reicht. Wer länger schläft, fällt in den Tiefschlaf. Dabei sinkt der Kreislauf ab. Die Folge: Die meisten Menschen fühlen sich danach abgeschlagen und weniger leistungsfähig.

Aufmerksamkeit verbessert sich

Der Mittagsschlaf kann nicht mit dem Nachtschlaf konkurrieren. Wir können mittags auch nicht vor- oder nachschlafen. Aber der Mittagsschlaf kann in sehr kurzer Zeit die Leistungsfähigkeit wieder steigern. Darum wird das kurze Nickerchen im Englischen auch Powernapping genannt. Danach funktioniert das Kurzzeitgedächtnis wieder besser - man ist deutlich aufmerksamer und macht weniger Fehler.

Ob man beim Powernapping liegt oder sitzt, ist egal. Anschließend ist die Laune bestens, denn im Schlaf erhöht sich die Konzentration von Serotonin im Blut - und das hebt die Stimmung.

Herzinfarktrisiko sinkt

Wer dreimal pro Woche Mittagsschlaf hält, kann das Herzinfarktrisiko erheblich senken. Und auch das Gewicht lässt sich so regulieren: Denn wer müde ist, hat mehr Lust auf Fettes und Süßes.

Wem es schwer fällt, mittags zu schlafen, kann Powernapping trainieren. Dabei helfen zum Beispiel Entspannungsübungen wie autogenes Training, Yoga oder progressive Muskelentspannung.

Interviewpartner im Beitrag:

PD Dr. Dieter Kunz
Psychiater/Somnologe
Klinik für Schlafmedizin
St. Hedwig-Krankenhaus
Große Hamburger Straße 5–11
10115 Berlin
Tel.(030) 23 11 29 01
Fax (030) 23 11 - 29 03
Internet: www.alexianer-berlin-hedwigkliniken.de

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Visite | 08.04.2014 | 20:15 Uhr

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