Stand: 13.03.2015 17:02 Uhr  | Archiv

Penis-Prothese hilft Männern nach Prostata-OP

Die Diagnose Prostata-Krebs, die häufigste Krebserkrankung bei Männern, ist schon schlimm genug. Zudem müssen die Patienten nach einer Operation aber auch damit rechnen, impotent zu werden. Denn bei einem solchen oder anderen beckenchirurgischen Eingriffen ist die Gefahr groß, dass Nerven verletzt werden. Die so hervorgerufene Impotenz ist in der Regel nicht mehr heilbar. So berichten 90 Prozent der operierten Männer davon, keine Erektion mehr bekommen zu können. Allein in den vergangenen fünf Jahren sind 300.000 Männer operiert worden und jährlich kommen mehr als 60.000 hinzu.

Grafik zeigt im Längsschnitt von der Seite die Beckenregion eines Mannes mit Penis, Harnblase, Beckenbodenmuskular und Prostata. © NDR

Prostata-OPs und ihre Folgen für die Potenz

Wie kann die Operation an einer vier Zentimeter großen Drüse so starke Auswirkungen auf die Potenz haben?

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Einsatz von künstlichen Schwellkörpern kann helfen

Die psychologischen Folgen können gravierend sein. Manche Patienten leiden unter schweren Depressionen, die auch glückliche Beziehungen auf eine harte Probe stellen können.

Der Einsatz eines künstlichen Schwellkörpers kann für viele Patienten die Rettung sein. Gelingt der komplexe Eingriff, "bekommt der Patient einen ganz normalen Orgasmus und hat eine ganz normale Fruchtbarkeit", erklärt der Hamburger Professor für Urologie, Dr. Frank Sommer. "Man fühlt genau das Gleiche wie zuvor. Nur die Hydraulik ist sozusagen neu."

Der biologische Mechanismus kann ersetzt werden

Bei den natürlichen Schwellkörpern handelt es sich um ein schwammähnliches Gewebe, das sich bei einer Erektion prall mit Blut füllt. Dadurch erst vergrößert und versteift sich der Penis. Funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr, können ihn Implantate übernehmen. Bei der semi-rigiden Variante werden zwei schlauchähnliche Gebilde in den Penis eingesetzt, die für eine dauerhafte Festigkeit des Gliedes sorgen.

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So wird eine Penis-Prothese implantiert

15.02.2016 22:00 Uhr
45 Min

Der schwierige Eingriff birgt Risiken. Wie sieht die OP aus? Ist von dem Implantat danach etwas zu sehen? Video (01:03 min)

Das häufiger verwendete dreiteilige Implantat besteht aus zwei Schläuchen, den künstlichen Schwellkörpern, einem ballonartigen Reservoir sowie einer kugelförmigen Pumpe. In der Prothese zirkuliert anstelle von Blut eine sterile Kochsalzlösung.

Operation ist risikoreich

Wie bei anderen Implantat-Operationen auch, gilt es einen besonders hohen Hygiene-Standard zu gewährleisten. Infektionen an Implantaten lassen sich nur sehr schwer behandeln. Die Prothese wird vor dem Einsetzen deshalb mehrfach steril abgespült. Zudem erhält der Patient deshalb schon während des Eingriffs die ersten Antibiotika-Gaben.

Wie teuer ist ein Penis-Implantat?

Die Kosten für den Eingriff belaufen sich auf rund 11.000 Euro. In der Regel wird die OP aber von den Krankenkassen übernommen. Gerade bei privaten Versicherungen sollten die Patienten das mit dem Unternehmen vorher absprechen. Rund 20 Operateure in Deutschland führen den Eingriff durch. Allerdings findet er bundesweit nur circa 100 Mal im Jahr statt. Das liegt nach Einschätzung von Prof. Sommer vor allem daran, dass deutsche Männer der Operation eher zurückhaltend gegenüberstehen. In den USA würde der Eingriff sehr viel häufiger durchgeführt, so der Arzt für Männergesundheit am Hamburger Universitätsklinikum.

Informationen zur Sendung

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Dieses Thema im Programm:

45 Min | 15.02.2016 | 22:00 Uhr

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