Sendedatum: 06.09.2016 20:25 Uhr

Parkinson erkennen und behandeln

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Bei Parkinson ist der Austausch von Botenstoffen im Gehirn gestört.

Zitternde Hände, schlurfender Gang, leise Sprache und ein starrer, wächserner Gesichtsausdruck - all das sind typische Symptome des Morbus Parkinson. Meist tritt die Erkrankung bei Menschen im fünften bis sechsten Lebensjahrzehnt auf. Erstmals beschrieben wurde die neurodegenerative Krankheit im Jahr 1817 von dem Londoner Arzt und Apotheker James Parkinson.

Darstellung des Nervensystems und des Gehirns im menschlichen Körper.

Parkinson wirksam behandeln

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Morbus Parkinson ist eine der bekanntesten und häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. Wenn Medikamente nicht mehr wirken, kann ein Hirnschrittmacher helfen.

Zerstörung von Nervenzellen

Ursache der unheilbaren Erkrankung ist die Zerstörung von Nervenzellen in der schwarzen Substanz (Substantia nigra) des Gehirns. Die Zellen produzieren den Botenstoff Dopamin, der auch als Glückshormon bekannt ist. Er ist unter anderem für die Übertragung von Bewegungsimpulsen im Gehirn zuständig. Bei einem Mangel an Dopamin kommt es zu Störungen im Bewegungsablauf. Das Gehirn besteht aus einem Netzwerk vieler Milliarden Nervenzellen, die über Schnittstellen, sogenannten Synapsen, miteinander verbunden sind. Hier werden Informationen mithilfe von Botenstoffen, sogenannten Neurotransmittern, übertragen. Damit Bewegungsabläufe korrekt ausgeführt werden können, müssen die notwendigen Botenstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander vorliegen. Beim Parkinson kommt es zu einem Ungleichgewicht der Neurotransmitter mit einem Mangel an Dopamin und einem Überschuss an Acetylcholin und Glutamat.

Krankheit beginnt schleichend

Die typischen Parkinson-Symptome entwickeln sich schleichend und treten erst auf, wenn mehr als die Hälfte der dopaminproduzierenden Nervenzellen abgestorben sind. Die genauen Ursachen für die Zerstörung der Nervenzellen sind meist unbekannt. Es wird vermutet, dass genetische Ursachen eine Rolle spielen, da bestimmte Parkinsonformen familiär gehäuft auftreten. Selten können Hirnverletzungen, Vergiftungen oder Medikamente der Auslöser sein. Zu Beginn der Erkrankung zeigen sich lediglich unspezifische Anzeichen wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Muskelverspannungen oder Rückenschmerzen. Daher sind Fehldiagnosen in diesem Stadium keine Seltenheit.

Einfacher Test für Diagnose fehlt

Einen einfachen Test, mit dem sich die Erkrankung nachweisen lässt, gibt es nicht. Die Diagnose wird anhand der auftretenden Symptome gestellt. Zusätzlich kann der sogenannte L-Dopa-Test durchgeführt werden. Dabei erhalten Patienten mit typischen Symptomen das Medikament L-Dopa. Verschwinden die Symptome danach schnell und deutlich, ist der Betroffene an Morbus Parkinson erkrankt.

Mithilfe einer speziellen nuklearmedizinischen Untersuchung lässt sich außerdem eine Aktivitätsminderung in der schwarzen Substanz des Gehirns nachweisen. Mit dem frühen Einsatz von Medikamenten sowie einer rechtzeitigen krankengymnastischen und logopädischen Betreuung lassen sich die Symptome in den meisten Fällen gut beherrschen. 

Dieses Thema im Programm:

Visite | 06.09.2016 | 20:25 Uhr

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