Stand: 29.10.2015 14:29 Uhr

"Paleo": Macht die Steinzeitdiät schlank?

Essen wie die Höhlenmenschen vor zwei Millionen Jahren - die sogenannte Paleo- oder Steinzeitdiät ist immer mehr im Kommen und hat zahlreiche Anhänger. Doch was haben die Menschen in der Altsteinzeit tatsächlich gegessen? Müssen wir unser Essen jetzt wieder selbst jagen und sammeln? So weit geht es zum Glück nicht. Die Paleo-Diät setzt auf natürliche Kost, die sich an der Ernährungsweise in der Steinzeit orientiert. Die Lebensweise selbst soll aber nicht kopiert werden.

Artgerechte Ernährung

Hintergrund des Prinzips ist die Annahme, dass sich der moderne Mensch nicht artgerecht ernähre und unser Magen immer noch nach den Gesetzen der Steinzeit funktioniere. Das heutige Essen mit all seinen Zusatzstoffen könne unser Körper dieser Annahme zufolge nicht richtig verdauen. Das Resultat seien Stoffwechselerkrankungen, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Ob die Paleo-Anhänger mit dieser Theorie richtig liegen, ist allerdings umstritten.

Positiver Einfluss auf die Gesundheit

Tatsächlich aber scheint sich die steinzeitliche Ernährung positiv auf unsere Gesundheit auszuwirken. Obwohl bei der Paleo-Diät viel Fleisch und Eier auf der Speisekarte stehen, senkt die kulinarische Zeitreise oft die Blutwerte. Auf den Teller kommen nur Nahrungsmittel, die unsere Vorfahren auch zur Verfügung hatten. Gemüse, Fleisch, Fisch und Eier sowie Obst und Nüsse sind also erlaubt, Milchprodukte, Nudeln und Brot sowie pflanzliche Öle dagegen verboten. Denn als Jäger und Sammler betrieben die Menschen weder Viehzucht noch Ackerbau.

Paleo fördert einen gesunden Lebenswandel

Für eine prinzipielle Milch- und Getreideunverträglichkeit gibt es kaum Hinweise. Im Gegenteil: Für die Zivilisation und die Fortentwicklung des Menschen brachten gerade Milch und Getreide enorme Vorteile mit sich. Skeptiker der Steinzeitdiät argumentieren außerdem, dass Paleoaner keineswegs nur ihre Essgewohnheiten verändern, sondern ihren gesamten Lebensstil umstellen würden. Eine gesunde Ernährung wäre demnach nur eine Komponente der Paleo-Diät. Viel Bewegung und ausreichend Schlaf sind ebenso wichtig.

Naturbelassen und ausgewogen

Das Abnehmen steht nicht im Vordergrund der Paleo-Diät, sondern eine gesunde und ausgewogene Lebensweise. Dementsprechend gibt es auch keinen Diätplan, an den man sich halten muss, sondern jeder kann experimentieren, was dem eigenen Körper gut tut. Bewusster Konsum scheint hier der Schlüssel zum Erfolg zu sein. Paleoaner setzen auf Qualität statt Quantität, lehnen Massentierhaltung ab und konsumieren nur Fisch aus Wildfang.

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Rezept: Paleo-Körnerbrot

plietsch.

Das Paleo-Körnerbrot besteht nur aus Samen und Kernen. Hauptzutat sind Sonnenblumenkerne, gefolgt von Kürbiskernen und Sesamsamen. Hier geht's zum Rezept. extern

Paleo - im Alltag eine Herausforderung

Der hohe Fleischkonsum aus ökologischer Haltung ist auf die Dauer allerdings sehr teuer. Und vor allem der Verzicht auf Milchkaffee und Brötchen fällt vielen schwer. Wer nicht ganz auf die Brotstulle verzichten möchte, kann sich selbst Brot backen, das kein Weizen enthält, sondern nur aus Kürbiskernen, Sonnenblumenkernen und Gewürzen besteht. Besonders das Essen unterwegs ist eine kleine Herausforderung, vor der viele kapitulieren.

Fazit: Gesundheitliche Vorteile überwiegen

Trotz der Nachteile überwiegen jedoch die gesundheitlichen Vorteile der Paleo-Diät. Positiv wirkt sich vor allem der Verzicht auf Fertigprodukte und Zucker aus. Wer abnehmen möchte, reduziert außerdem noch den Anteil von Kohlenhydraten. Mehr Fleisch ist dagegen kein Problem. Nach neuesten Erkenntnissen wird Fleisch zu Unrecht als Dickmacher verteufelt, während moderne Kohlenhydrate zunehmend im Verdacht stehen, unseren Körper zu belasten. Wer also genügend Zeit für die Zubereitung der Speisen hat und über das nötige Kleingeld verfügt, kann durchaus von der Paleo-Diät profitieren.

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Bananenbrot mit Walnüssen

Wer Süßes und Bananen mag, sollte dieses Rezept probieren. Reife Früchte, Eier und Datteln machen das Brot leicht und nahrhaft zugleich. Zum Verfeineren: Walnüsse und Schokolade. mehr

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