Stand: 27.01.2013 19:11 Uhr

"Omega 3" - das gute Fett

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Omega-3-Fettsäuren sind vor allem in Fischölen enthalten.

Wir vermeiden Fett, wo es nur geht, weil es uns dick machen soll. Doch in unserer Nahrung ist ein Fett enthalten, von dem wir zu wenig essen: Omega-3-Fettsäuren. Sie gehören zu den als gesund geltenden ungesättigten Fettsäuren (Bestandteile der Fette), die der Körper nicht selbst herstellen kann. Omega-3-Fettsäuren wirken unter anderem entzündungshemmend und sollen etwa das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Der Stoff ist als Fischöl vor allem in fettem Seefisch wie Hering, Makrele oder Lachs enthalten. In kleineren Mengen gibt es ihn auch in Fleisch und Eiern.

Auch Pflanzen liefern Omega-3

Auch in pflanzlicher Nahrung stecken Omega-3-Fettsäuren: etwa in Brokkoli, Walnüssen und verschiedene Ölen. Raps- und Olivenöl beispielsweise enthalten geringe Mengen des Stoffes, Sonnenblumen- und Sojaöl so gut wie gar nichts. Pflanzlicher Hauptlieferant für Omega-3-Fettsäuren ist Leinöl. Vor hundert Jahren war es nahezu das einzige Öl in Deutschland und der Hauptlieferant für Omega-3-Fettsäuren. Dann wurde der Lein fast vergessen. Erst in letzter Zeit wird die Pflanze, die auch als Flachs (Lieferant für Leinen) bekannt ist, wieder vermehrt angebaut.

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Das Öl, das aus Leinsamen gepresst wird, ist sehr empfindlich und sollte möglichst frisch verwendet werden.

Aus den Samen des Leins wird unter anderem Speiseöl gepresst. Leinöl ist sehr lichtempfindlich und wird leicht ranzig. Es sollte daher frisch verwendet und nicht erhitzt werden, damit die Omega-3-Fettsäuren erhalten bleiben. Leinöl hat einen leicht nussigen Geschmack und passt gut zu Salaten oder etwa Quark mit Pellkartoffeln. Frischkäse bekommt durch das Öl eine besondere Note.

Nicht zu viel des Guten

Omega-3-Fettsäuren sollen nachweisbar gegen Depressionen helfen oder Alzheimer verhindern. Deshalb werden sie mittlerweile erfolgreich als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, zunächst nur in der Apotheke, nun auch im Supermarkt.

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Zu viele Omega-3-Fettsäuren sind nicht mehr gesund. Sie können die Immunabwehr schwächen.

Was viele Menschen aber nicht wissen: Zu viele Omega-3-Fettsäuren sind schädlich und können die Immunabwehr schwächen. Auch die Blutgerinnung wird durch diese Nahrungsergänzungsmittel beeinflusst: "Es wurde festgestellt, dass Personen, die das Omega-3 in erhöhten Dosen als Supplemente zu sich nehmen, eine vermehrte Blutungsneigung haben können", erklärt Dr. Diana Rubin vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Dazu gehörten etwa Nasenbluten und in ernsteren Fällen auch Blutungen in inneren Organen. Gesunden Verbrauchern empfiehlt das BfR eine Höchstmenge von 1,5 Gramm am Tag.

Auch die Lebensmittelindustrie hat Omega-3-Fettsäuren für sich entdeckt und fügt sie inzwischen vielen Nahrungsmitteln hinzu - etwa der Panade von Fischstäbchen. Der Preis für solche Produkte ist natürlich höher. "Die gesamte Industrie ist von ökonomischen Interessen geleitet. Unter dem Strich ist bei der wissenschaftlichen Untersuchung der positiven Effekte letztendlich sehr wenig herausgekommen", erklärt Diana Rubin. Eine gesunde Ernährung sei daher das Beste und ein Großteil der Nahrungsergänzungsmittel daher überflüssig.

Dieses Thema im Programm:

45 Min | 13.01.2014 | 22:00 Uhr

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