Stand: 13.12.2016 15:56 Uhr

Norovirus: So schützen Sie sich

Das Norovirus breitet sich im Norden rasant aus: Allein in Niedersachsen wurden im November 865 Fälle gemeldet, fast doppelt so viele wie im Vorjahr. In Schleswig-Holstein wurden 500 Fälle innerhalb einer Woche gezählt. Und die Zahl der tatsächlich Infizierten dürfte um ein Vielfaches höher sein, da den Behörden nur im Labor bestätigte Fälle gemeldet werden. Erfasst werden vor allem Infektionen in Altenheimen und Kindergärten. Nach der Ansteckung mit dem Norovirus tritt innerhalb von 24 Stunden heftiger Brechdurchfall auf. Erkrankte verlieren in kurzer Zeit viel Flüssigkeit. Pro Jahr sterben allein in Deutschland mehr als 4.000 vor allem ältere und geschwächte Menschen an den Folgen.

So schützen Sie sich vor Noroviren

Neuer Virustyp im Umlauf?

Das Norovirus tritt in der Regel in den Wintermonaten auf. Warum sich dieses Jahr schon im Herbst so viele Menschen angesteckt haben, ist unbekannt. Möglicherweise ist ein neuer Virustyp im Umlauf. Experten befürchten, dass sich im kommenden Winter außergewöhnlich viele Menschen mit dem Norovirus infizieren könnten

Virus bildet ständig neue Varianten

Das Norovirus ist ein sogenanntes nicht-behülltes Virus. Diese Viren sind sehr widerstandsfähig, überleben tagelang auf Lebensmitteln und sogar Oberflächen wie Türklinken. Sie werden auch durch die Luft übertragen, befallen Magen und Darm und vermehren sich extrem schnell. Besonders heimtückisch ist, dass dieser erst 1972 entdeckte Erreger, ähnlich wie die Grippeerreger, immer wieder sein Erbgut verändert und neue Varianten bildet. Deshalb kann man sich immer wieder mit dem Norovirus anstecken.

Händewaschen kann vor Infektion schützen

Der einfachste und effektivste Schutz vor einer Infektion ist regelmäßiges, sorgfältiges Händewaschen mit Seife - vor allem nach jedem Toilettengang und vor der Zubereitung von Speisen und vor dem Essen, aber auch nach der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und nach dem Besuch von Veranstaltungen. Dabei die Hände ganz nass machen und die Seife gründlich auch zwischen den Fingern verreiben, nach 20 bis 30 Sekunden sorgfältig mit einem sauberen Tuch abtrocknen.

Wer sich angesteckt hat, sollte erst zwei Tage nach Ende der Symptome wieder zur Arbeit, zur Schule oder in den Kindergarten gehen, um die Infektion nicht selbst weiter zu verbreiten. Ist jemand im Umfeld erkrankt, Türklinken und Toiletten mit einem antiviralen Mittel reinigen und einen Mundschutz tragen.

Hoffnung auf Medikamente

Seit Jahrzehnten suchen Mediziner nach einer wirksamen Therapie gegen die Magen-Darm-Grippe. Das Problem war lange Zeit, dass das Norovirus nicht im Labor gezüchtet werden konnte, um neue Medikamente zu testen. Amerikanischen Forschern ist es gelungen, das Norovirus in einer Art Minidarm aus menschlichen Stammzellen anzusiedeln und zu vermehren. Es dürfte somit nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die ersten Medikamente entwickelt sind.

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Bauchkrämpfe, Durchfall und Übelkeit sind Symptome einer Magen-Darm-Grippe. Oft sind gefährliche Noroviren die Ursache. Im Norden breitet sich der Erreger rasant aus.

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Interviewpartner

Interviewpartnerin im Studio:
Dr. Anne Fleck, Fachärztin Innere Medizin und Rheumatologie
Internet: www.docfleck.com

Interviewpartner:
Dr. Melanie Hümmelgen, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie
Leitende Ärztin der Kardiologischen Abteilung
RehaCentrum Hamburg
Martinistraße 66, 20246 Hamburg
Tel. (040) 253 06 30
Internet: www.rehahamburg.de

Prof. Dr. Andreas Pfeiffer, Endokrinologe
Leiter der Abteilung Klinische Ernährung
DIfE- Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke
Arthur-Scheunert-Allee 114-116, 14558 Nuthetal
Internet: www.dife.de

Dr. Matthias Riedl, Facharzt für Innere Medizin, Diabetologie, Ernährungsmedizin
Geschäftsführer und Ärztlicher Leiter medicum Hamburg
Zentrum für Ernährungsmedizin, Prävention und Adipositas
Standort Berliner Tor
Beim Strohhause 2, 20097 Hamburg
Tel. (040) 807 97 90
Internet: www.medicum-hamburg.de/

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