Stand: 19.04.2017 08:38 Uhr

Nierenschwäche - die unterschätzte Gefahr

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Ein hoher Blutdruck kann Folge einer Nierenschwäche sein.

Die Nieren reinigen das Blut, regulieren den Blutdruck, den Salz- und Wasserhaushalt und produzieren wichtige Hormone. Ihre Arbeit verrichten sie unbemerkt, auch wenn es ihnen immer schlechter geht: Immer mehr Menschen entwickeln eine fortschreitende Nierenschwäche, ohne es zu ahnen. Jedes Jahr sind Tausende Menschen betroffen, die schließlich auf die künstliche Blutwäsche (Dialyse) oder eine Nierentransplantation angewiesen sind.

Nieren.

Nierenschwäche - die unterschätzte Gefahr

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Immer mehr Menschen erkranken an Nierenschwäche. Das Tückische: Zu Beginn löst die Krankheit keine merklichen Symptome aus. Dabei ist eine frühzeitige Behandlung wichtig.

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Symptome einer Nierenschwäche

Mit zunehmendem Alter werden Nieren von Natur aus schwächer. Außerdem belasten Schmerzmittel und zahlreiche Erkrankungen die Entgiftungsorgane. Symptome, die auf Nierenprobleme hindeuten können, sind:

  • hoher Blutdruck
  • stechende Kopfschmerzen
  • Wasser in den Beinen
  • Haut, die spannt
  • Schaum auf dem Urin

So kann zum Beispiel eine Autoimmunerkrankung zu einer chronischen Entzündung der Nieren führen, die den Blutdruck nach oben treibt und dadurch starke Kopfschmerzen auslöst.

Risikofaktoren für Nierenschwäche

Weitere Informationen

Chat-Protokoll zum Thema Nierenschwäche

Nierenschäden werden oft spät erkannt, denn wenn die Nieren nur noch eingeschränkt arbeiten, spürt man davon oft nichts. Dr. Anke Kulschewski hat Fragen zum Thema im Chat beantwortet. mehr

Vor allem Bluthochdruck und Diabetes schädigen auf Dauer die sehr feinen Gefäße der Nieren. Darüber hinaus kommt es im Fettgewebe oft zu Entzündungsreaktionen, die die Nieren zusätzlich gefährden. Auch Übergewicht setzt den Nieren zu - mit ernsten Folgen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer geringeren Lebenserwartung. Bei Menschen mit starkem Übergewicht (Adipositas) kommen oft mehrere Risikofaktoren für ein Nierenversagen zusammen. Auch Zigaretten, eine ungesunde Ernährung mit viel Schweinefleisch und über längere Zeit eingenommene Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac können die Nieren massiv schädigen.

Immer mehr Kinder und Jugendlich sind stark übergewichtig und leiden an Diabetes (Typ 2). Sie laufen Gefahr, schon mit 30 bis 45 Jahren auf eine regelmäßige maschinelle Blutwäsche angewiesen zu sein - für den Rest ihres Lebens.

Untersuchung auf Nierenschwäche

Eine nachlassende Nierenfunktion ist relativ einfach zu erkennen:

  • Einen ersten Hinweis liefert der Kreatininwert im Blut. Kreatinin ist ein Abbauprodukt der Säure Kreatin, die die Muskeln mit Energie versorgt. Es reichert sich im Blut an, wenn die Nieren nicht ausreichend arbeiten. Der Kreatinin-Wert steigt jedoch erst an, wenn die Nierenfunktion bereits um mehr als 50 Prozent eingeschränkt ist.
  • Auch eine erhöhte Eiweißausscheidung im Urin deutet auf einen Nierenschaden hin.
  • Empfindlicher sind die aufwändigeren Labortests auf das Protein Cystatin C und den im Blut frei zirkulierenden Urokinase-Rezeptor suPAR, die bereits lange vor den ersten Symptomen auf ein Nierenproblem hinweisen.

Nierenschwäche behandeln

Rückgängig machen lassen sich Nierenschäden meist nicht. Wird ein Nierenschaden rechtzeitig erkannt, lässt sich ein Fortschreiten der Erkrankung oft mit Medikamenten bremsen. Wer an Diabetes, Übergewicht und Bluthochdruck leidet, sollte deshalb regelmäßig die Nierenwerte überprüfen lassen. Viel Bewegung und eine gesunde Ernährung können dazu beitragen, dass sich die Erkrankungen zumindest nicht verschlimmern und dadurch einen möglichen Nierenschaden hinauszögern.

Ist die Organfunktion bereits auf weniger als zehn Prozent gesunken ist, hilft meist nur noch die künstliche Blutwäsche (Dialyse). Eine Alternative dazu bietet nur eine Nierentransplantation, doch Spenderorgane sind knapp.

Interviewpartner

Interviewpartnerin im Studio:
Dr. Anke Kulschewski, Leitende Ärztin
Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Nieren- und Hochdruckkrankheiten
Klinikum Oldenburg AöR
Rahel-Straus-Straße 10, 26133 Oldenburg
Tel. (0441) 403-25 51, Fax (0441) 403-27 83
Internet: www.klinikum-oldenburg.de
 
Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Henning Harder, Facharzt für Innere Medizin, Allgemeinmedizin
Hausarztpraxis am Saseler Markt
Kunaustraße 1, 22393 Hamburg
Internet: www.praxis-sasel.de

Weitere Informationen:
Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V.
Seumestraße 8, 10245 Berlin
Internet: www.dgfn.eu

Bundesverband Niere e. V.
Essenheimer Straße 126, 55128 Mainz
Internet: www.bundesverband-niere.de

Dr. Anke Kulschewski zu Gast bei Visite.

Interview: Schwache Nieren erkennen

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Eine Nierenschwäche verläuft lange Zeit unbemerkt. Wie kann man die Krankheit frühzeitig erkennen? Nephrologin Dr. Anke Kulschewski erklärt die wichtigsten Warnzeichen.

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Dieses Thema im Programm:

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