Stand: 14.02.2017 13:26 Uhr

Myokarditis: Wenn Viren das Herz schwächen

Wer eine schwere Erkältung mit Husten und Halsschmerzen oder einen grippalen Infekt hat, sollte sich schonen. Denn eine Reihe von Erkältungsviren zählt zu den sogenannten kardiotropen Viren. Sie können eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) auslösen, die das Herz vorübergehend oder gar dauerhaft schwächt. Eine sogenannte myokardiale Beteiligung liegt bei rund fünf Prozent aller viralen Infekte vor.

Das Herz.

Myokarditis: Wenn Viren das Herz schwächen

Visite -

Die Herzmuskelentzündung ist eine gefürchtete Komplikation bei Grippe oder schweren grippalen Infekten. Welche Symptome treten auf und wie wird behandelt?

4,35 bei 20 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Symptome rechtzeitig erkennen

Wird das Herz durch körperliche Anstrengung stark belastet, bevor ein schwerer grippaler Infekt abgeklungen ist, können Herzrhythmusstörungen auftreten. Im schlimmsten Fall droht ein plötzlicher Herztod. Typische Symptome sind anhaltende körperliche Schwäche bei geringer Belastung, Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag, Luftnot und Brustschmerzen. Bei einer Erkältung werden die Anzeichen oft nicht ernst genommen oder ignoriert.

Diagnose der Myokarditis

Beim Verdacht auf Myokarditits gehen Ärzte in der Regel so vor:

  • körperliche Untersuchung, insbesondere auf Herzgeräusche und Unregelmäßigkeiten im Herzrhythmus
  • Blutuntersuchung auf bestimmte Herzmarker wie CK-MB und Troponin
  • bildgebende Verfahren wie EKG, Angiographie und MRT, um das Ausmaß der Herzmuskelschädigung zu bestimmen und andere mögliche Ursachen auszuschließen

Herzschwäche: Medikamente und Defibrillator

Von einer Myokarditis erholen sich 60 bis 70 Prozent der Betroffenen ohne Folgen. Die anderen Erkrankten behalten eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Herzschwäche zurück. In vielen Fällen kann das geschwächte Herz mit Medikamenten unterstützt werden. In besonders schweren Fällen haben die Betroffenen dauerhaft Herzrhythmusstörungen, die zum plötzlichen Herztod führen können. Ihnen wird ein spezieller Defibrillator ("Defi-Weste") empfohlen, den sie am Körper tragen und nur zum Duschen oder Waschen ablegen. Erkennt die Weste einen unnormalen, lebensgefährlichen Herzrhythmus wie ventrikuläre Tachykardien und Kammerflimmern, gibt sie einen lebensrettenden Elektroschock ab.

Herzmuskelentzündung vermeiden

Wer eine schwere Erkältung hat, sollte den Infekt richtig auskurieren, um lebensbedrohliche und langwierige Komplikationen zu vermeiden. Schwere körperliche Arbeit und Sport sind während eines grippalen Infekts tabu. Nach einer auskurierten Erkältung sollte körperliches Training nur langsam wieder gesteigert werden.

Weitere Informationen
mit Video

Grippewelle im Norden: So schützen Sie sich

Im Norden breitet sich die Grippe aus. Trotz Impfung infizieren sich viele Menschen mit dem Erreger Influenza A H3N2. Wie kann man sich vor dem Virus schützen? mehr

mit Video

Schutz vor Erkältung: Trockene Luft meiden

In der kalten Jahreszeit verbreiten sich Viren rasant. Das liegt aber nicht an der Kälte, sondern an trockener Heizungsluft. So schützen Sie sich vor Infektionen. mehr

Erkältung behandeln mit pflanzlichen Mitteln

Die Symptome einer Erkältung wie Husten, Halsschmerzen und Schnupfen lassen sich oft ohne Medikamente behandeln. Diese pflanzlichen Mittel helfen bei einem grippalen Infekt. mehr

Interviewpartner im Beitrag:

Interviewpartner im Beitrag:
Prof. Herbert Nägele
Leitender Arzt des Departments für Herzinsuffizienz und Devicetherapie
Albertinen Herz- und Gefäßzentrum, Albertinen Krankenhaus
Süntelstraße 11a, 22457 Hamburg
Tel. (040) 55 88 28 47
E-Mail: herbert.naegele@albertinen.de

Priv.-Doz. Dr. Sebastian A. Philipp, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin - Kardiologie und Intensivmedizin
und
Torsten Lauf, Kardiologe, Leitender Oberarzt und Leitung Herzkatheterlabor der Klinik für Innere Medizin - Kardiologie und Intensivmedizin
Elbe Kliniken Stade
Bremervörder Str. 111, 21682 Stade
Tel. (04141) 97 14 53 oder 97 14 51, Fax (04141) 97 14 52

Dieses Thema im Programm:

Visite | 14.02.2017 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

11:45

Herbstbepflanzung für den Balkon

19.10.2017 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
05:11

Heiße Gewürzschokolade für kalte Tage

19.10.2017 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
03:33

Wie legt man eine Streuobstwiese an?

18.10.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin