Stand: 15.02.2016 09:56 Uhr

Kreuzbandriss: Wann ist eine Operation nötig?

Eine starke Verdrehung des Knies, eine Überdehnung beim Sport oder ein Sturz - dazu ein schnalzendes oder knallendes Geräusch: Ein Kreuzbandriss ist eine gefürchtete und auch häufige Knieverletzung. Sie macht das Knie instabil, es fühlt sich an wie Wackelpudding.

Kreuzband

Was tun bei einem Kreuzbandriss?

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Der Kreuzbandriss gehört zu den häufigsten Verletzungen am Knie. Die Folge: Das Knie ist instabil. Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es und wie beugt man vor?

Wann muss operiert werden?

Nicht immer muss operiert werden: Wer sportlich und beruflich nicht auf Knie-Stabilität angewiesen ist, kann die fehlende Stabilität mit Muskelaufbautraining ausgleichen. Gelingt das nicht und knickt das Knie sechs Wochen nach dem Unfall immer noch weg, gibt es eine Standardmethode, um die gerissenen Bänder zu ersetzen: Die Ärzte entnehmen Muskelsehnen aus dem Oberschenkel und formen daraus neue, mehrlagige Kreuzbänder. Diese werden mit Schrauben im Knochen fixiert, damit sie dort festwachsen können. Dabei kann das eigene gerissene Kreuzband im Knie als Leitschiene für das Transplantat genutzt werden, was den Erfolg der Operation weiter verbessern soll. Die OP lässt sich noch bis zu einem Jahr nach dem Kreuzbandriss durchführen. Anschließend darf der Patient das Knie mehrere Wochen nicht belasten.

Kreuzbänder wieder zusammennähen

Eine neue Behandlungsmethode lässt eine alte Technik wieder aufleben und eignet sich vor allem für Hobbysportler. Dafür muss keine Sehne entnommen werden, sondern der Chirurg näht das gerissene Kreuzband wieder zusammen. Anders als früher greifen die Ärzte dabei heute zu einem Hilfsmittel: Sie nähen das Kreuzband fest und ziehen als Verstärkung parallel einen hochreißfesten Faden mit ein. Er hängt unten an einer Feder, die in den Knochen eingebracht wird und für eine gleichmäßige Spannung sorgt. Für diese Methode muss das Kreuzband frisch, nah am Knochen und möglichst glatt gerissen sein. Nachteil: Die Operation muss innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen erfolgen, weil die Kreuzbandreste sonst vernarben und sich verkürzen.

Mit dieser OP vergibt man daher die Chance, dass der Kreuzbandriss von selbst stabil verheilt. Und nicht in allen Fällen heilt das geflickte Kreuzband gut. Außerdem kann sich die Feder durch lästiges Stechen bemerkbar machen und muss dann entfernt werden.

Mit Training vorbeugen

Im Anschluss an alle Kreuzband-OPs ist eine konsequente, intensive Krankengymnastik wichtig. Und: Viele Kreuzbandrisse ließen sich vermeiden. Weil wir mit 50 Jahren nur noch die Koordination eines Zehnjährigen haben, gilt es fleißig zu trainieren - das Stehen auf Wackelbrettern, weichen Matten, Matratzen oder Kissen stärkt Muskeln und Bänder.

Weitere Informationen
04:27 min

Kreuzbandriss: Experten-Interview

16.02.2016 20:15 Uhr
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Wann reißt ein Kreuzband? Wie belastbar ist ein operiertes Kreuzband? Dr. Hans-Wolfram Körner im Interview mit Moderatorin Vera Cordes. Video (04:27 min)

Chat-Protokoll zum Thema Kreuzbandriss

Wie lange dauert es in der Regel, bis das Knie nach einer Kreuzband-OP wieder belastbar ist? Wie beugt man Vernarbungen vor? Dr. Hans-Wolfram Körner hat viele Fragen beantwortet. mehr

Interviewpartner

Im Studio:
Dr. Hans-Wolfram Körner
Chefarzt
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin
Elbe-Klinikum Buxtehude
Am Krankenhaus 1
21614 Buxtehude
Tel. (04161) 703 40 35
Internet: www.elbekliniken.de/de/buxtehude-klinik-orthopaedie-unfallchirurgie

Im Beitrag:
Prof. Dr. Karl-Heinz Frosch
Leitender Arzt
Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Arthroskopie und Sporttraumatologie
Chirurgisch-Traumatologisches Zentrum
Asklepios Klinik St. Georg
Lohmühlenstraße 5
20099 Hamburg
Tel. (040) 18 18 85 22 87
Fax (040) 18 18 85 37 70
Internet: www.asklepios.com/sanktgeorg

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