Stand: 04.10.2016 18:15 Uhr

Keuchhusten bei Erwachsenen erkennen

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Bei Erwachsenen wird Keuchhusten oft erst spät erkannt.

Früher erkrankten vor allem Kinder an Keuchhusten. Heute trifft es immer häufiger Erwachsene. Oft sind die Symptome zunächst kaum von einem Reizhusten zu unterscheiden. Deshalb wird Keuchhusten bei ihnen meist spät erkannt. Dabei können die Folgen ernst sein: Die Krankheitserreger bilden Giftstoffe, die ins Blut gelangen können.

Ansteckung per Tröpfcheninfektion

Für 2015 meldet das Robert-Koch-Institut 8.000 registrierte Fälle. Experten schätzen die Dunkelziffer auf mehr als 50.000 Fälle. Keuchhusten-Bakterien können ganzjährig vorkommen, im Herbst und Winter sind sie aber besonders häufig. Sie werden per Tröpfcheninfektion weitergegeben. Auch Geimpfte können die Erreger übertragen, ohne selbst erkrankt zu sein.

Erreger bilden im Körper Giftstoffe

Nach einer Infektion setzen sich die Keuchhusten-Bakterien in den Schleimhäuten der oberen Atemwege, in der Luftröhre und in den Bronchien fest. Dort vermehren sie sich und bilden Giftstoffe: Diese schädigen die Schleimhäute und Flimmerhärchen, können außerdem ins Blut gelangen und Entzündungen im Körper auslösen.

Symptome bei Keuchhusten

Bei Säuglingen und Kleinkindern kann Keuchhusten zu einem lebensbedrohlichen Atemstillstand führen. Bei Erwachsenen verläuft die Krankheit in der Regel milder. Die Begleiterscheinungen der heftigen Hustenattacken können aber äußerst unangenehm sein:

  • Atemaussetzer
  • Gewichtsverlust
  • Erbrechen
  • Schlafstörungen
  • Rippenbrüche
  • Blaseninkontinenz
  • Mittelohr- und Lungenentzündung

Husten, der länger als zwei Wochen dauert, und mit einem der genannten Symptome auftritt, kann auf eine Keuchhusteninfektion hindeuten.

Keuchhusten richtig behandeln

Gegen Keuchhusten werden Antibiotika eingesetzt, vor allem um die Ansteckung weiterer Personen zu verhindern. Den oft quälenden Hustenreiz lindern Inhalationen mit Meersalzlösung, frische Luft, warme Brustwickel und häufiges Trinken.

Impfung schützt vor Keuchhusten

Vor Keuchhusten schützt eine Impfung. Sie wird in der Regel als Dreifach-Impfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten verabreicht. Die Impfung muss alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Nur 12,5 Prozent der Erwachsenen sind bundesweit gegen Keuchhusten geimpft, bei den über 60-Jährigen sind es sogar nur 7,6 Prozent. Hohe Impfquoten in allen Altersgruppen sind aber wichtig, damit die Wirkung der sogenannten Herdenimmunität alle diejenigen schützen kann, die nicht oder noch nicht geimpft werden können.

Daveu geht es vor allem um Säuglinge und Kleinkinder, die erst ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat geimpft werden können. Bei ihnen ist der Impfschutz frühestens zwischen dem elften und 14. Lebensmonat abgeschlossen. In dieser Zeit können sich Kinder zum Beispiel bei ungeimpften Eltern anstecken und durch eine Keuchhusteninfektion einen lebensbedrohlichen Atemstillstand erleiden.

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