Stand: 25.09.2017 17:35 Uhr

Joghurt als Medizin: Darmflora unterstützen

Bild vergrößern
Probiotika kommen in milchsauren Produkten wie Joghurt, Kefir und Buttermilch vor.

Bei einer Behandlung mit Antibiotika kann probiotischer Joghurt einer Infektion mit dem gefährlichen Bakterium Clostridium difficile vorbeugen. Nach einer Antibiotika-Therapie leiden zwei Drittel der Betroffenen an Durchfällen. Denn Antibiotika zerstören nicht nur krankmachende, sondern auch nützliche Bakterien und können dadurch die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Ob Probiotika im Joghurt auch bei gesunden Menschen zu einer besseren Darmflora beitragen, ist umstritten.

In zwei Gläsern wird Trinkjoghurt eingefüllt.

Joghurt als Medizin: Darmflora unterstützen

Visite -

Nach einer Antibiotika-Therapie leiden viele Menschen an heftigen Durchfällen. Probiotischer Joghurt kann die gefürchteten Nebenwirkung oft verhindern.

3,96 bei 23 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Gefährliche Infektion mit Clostridium difficile

Das Bakterium Clostridium difficile ist für etwa 15 bis 20 Prozent der Durchfallerkrankungen verantwortlich, die durch Antibiotika ausgelöst werden. Seine Giftstoffe verursachen lebensgefährliche Darmentzündungen, die sich durch schwere, plötzlich einsetzende, wässrige Durchfälle mit Übelkeit, Bauchschmerzen und Fieber äußern. Typischerweise haben die Durchfälle einen fauligen Geruch.

Probiotika in Milchprodukten und Präparaten

Unter dem Begriff Probiotika werden verschiedene Mikroorganismen zusammengefasst, zum Beispiel Milchsäurebakterien (Lactobacillus casei) und Hefepilze. Sie tragen dazu bei, die Barrierefunktion des Darms zu stärken und die übermäßige Ausbreitung von Krankheitserregern zu verringern.

Probiotika kommen natürlicherweise in milchsauren Produkten vor, zum Beispiel Joghurt, Kefir, Buttermilch und Sauerkraut. Bei probiotischen Joghurts werden zusätzlich größere Mengen eines Bakterienstamms hinzugefügt. Als Arzneimittel sind Probiotika in Kapsel- und Tropfenform erhältlich. Die meisten Präparate enthalten Bifido- und Laktobakterien. Für positive Effekte sind mehr als eine Millionen Mikroorganismen nötig.

Darmflora bei jedem Menschen unterschiedlich

Jeder Mensch besitzt eine eigene, individuelle Zusammensetzung der Darmflora, die vor allem durch die Ernährung und immunologische Prozesse beeinflusst wird. Sie ist wichtig für die Verdauung, die Abwehr von Krankheitserregern und die Stärkung des Immunsystems. Die Darmflora besteht beim Menschen aus rund 2.000 verschiedenen Arten von Darmbakterien. Insgesamt bringen es die etwa 100 Billionen Bakterien im Darm auf ein Gewicht von bis zu zwei Kilogramm.

Weitere Informationen

Sind probiotische Trinkjoghurts gesund?

Sie sollen nach Angaben der Hersteller die Darmflora verbessern und das Immunsystem stärken: probiotische Trinkjoghurts. Visite hat sich drei Produkte genauer angesehen. mehr

Eis: Erfrischend - und auch gesund?

Viel Zucker und Sahne: Eis ist alles andere als gesund. Doch wer möchte im Sommer schon darauf verzichten? Wie kann man die Kalorien reduzieren, ohne am Geschmack zu sparen? mehr

mit Video

Wie die Darmflora das Gehirn krank macht

Die Zusammensetzung der Darmflora hat wohl Einfluss auf Erkrankungen, die ihren Ursprung im Gehirn haben. Forscher arbeiten an neuen Therapien, etwa gegen Multiple Sklerose. mehr

mit Video

Darmentzündung mit fremdem Stuhl behandeln

Wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht gerät, leiden Betroffene unter Entzündungen mit heftigem Durchfall. Der Stuhl eines gesunden Spenders kann helfen. mehr

Interviewpartner

Prof. Dr. Harald Matthes
Leitender Arzt Gastroenterologie, Ärztlicher Leiter, Geschäftsführer
Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe gGmbH
Klinik für Anthroposophische Medizin
Kladower Damm 221, 14089 Berlin
Tel. (030) 36501-699, Fax (030) 36501-455
E-Mail info@havelhoehe.de

Prof. Dr. Andreas Stallmacher
Direktor der Klinik für Innere Medizin IV - Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie
Klinikum der Universität Jena
Am Klinikum 1, 07747 Jena
Tel. (03641) 9 32 42 21, Fax (03641) 9 32 42 22
E-Mail: andreas.stallmacher@med.uni-jena.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 26.09.2017 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

07:21

Weihnachtsbaum im Kleinformat

07.12.2017 16:20 Uhr
NDR Fernsehen
07:43

Elegante Mode zum Weihnachtsfest

07.12.2017 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
01:02

Winter-Deko: Weidenzaun selbst flechten

07.12.2017 16:20 Uhr
Mein Nachmittag