Stand: 17.03.2015 16:01 Uhr  | Archiv

Immer öfter Doping im Job

Termindruck, Stress und Angst um den Job - immer mehr Arbeitnehmer greifen zu Beruhigungspillen oder Aufputschmitteln. Laut dem DAK-Gesundheitsreport dopen rund drei Millionen Berufstätige am Arbeitsplatz. In den vergangenen sechs Jahren stieg der Anteil der Betroffenen von 4,7 auf 6,7 Prozent.

Männer greifen laut der Studie meist zu anregenden Mitteln, um wach zu bleiben, stark und leistungsfähig zu sein und so berufliche Ziele besser zu erreichen. Frauen dagegen nehmen eher Medikamente gegen Depressionen, um die Stimmung zu verbessern, Ängste und Nervosität abzubauen - damit ihnen die Arbeit leichter von der Hand geht und sie emotional stabil bleiben. Gefährdet sind vor allem Beschäftigte mit einfachen Tätigkeiten oder unsicheren Jobs. Je höher die berufliche Hierarchie, desto geringer ist der Medikamentenmissbrauch.

Mittel gegen Angst, Nervosität und Unruhe auf Platz 1

Am häufigsten werden Medikamente gegen Angst, Nervosität und Unruhe (60,6 Prozent) sowie gegen Depressionen (34 Prozent) eingenommen. Etwa jeder Achte schluckt Tabletten gegen starke Müdigkeit. Mehr als jeder Zweite bekommt für die entsprechenden Medikamente ein Rezept vom Arzt.

Kurzer Effekt, zahlreiche Nebenwirkungen

Die meisten Mittel haben jedoch nur kurzfristige und minimale Effekte auf die Leistungsfähigkeit. Demgegenüber stehen zahlreiche Nebenwirkungen - wie Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Nervosität und Schlafstörungen - bis hin zur Persönlichkeitsveränderung und Sucht.

DAK-Studie: Doping im Job nimmt deutlich zu

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Aktuell | 17.03.2015 | 16:45 Uhr