Stand: 22.03.2016 15:47 Uhr

Hyperbare Sauerstofftherapie heilt Wunden

Eine Wunde am Fuß - das kann für Diabetiker im schlimmsten Fall eine Amputation nach sich ziehen. Denn bei einer Diabeteserkrankung wird das Gewebe schlecht durchblutet, Wunden können sich entzünden und heilen nur schwer. Standardtherapien sind zum Beispiel das Weiten der Adern oder das Einpflanzen neuer Gefäße.

Patient mit Sauerstoffmaske

Mit Sauerstoff Wunden heilen

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Offene Wunden machen Betroffene nicht selten zu Pflegefällen. Die hyperbare Sauerstofftherapie kann helfen. Dabei kurbelt konzentrierter Sauerstoff die Wundheilung an.

Konzentrierten Sauerstoff wird eingeatmet

Hilft das alles nichts, ist eine Therapie aus dem Tauchsport eine Alternative: die hyperbare Sauerstofftherapie. Bei diesem Verfahren atmen Menschen mit Problemwunden in einer Druckkammer konzentrierten Sauerstoff. Dieser kurbelt die Wundheilung an. Dafür muss er durch Überdruck physikalisch im Blut gelöst werden. Der hochkonzentrierte Sauerstoff erreicht auch Gewebe, das nicht mehr ausreichend versorgt ist und sich deshalb auch nicht erholen kann. In der Druckkammer atmet der Patient circa zwei Stunden hochkonzentrierten Sauerstoff ein, wodurch seine Sauerstoffkonzentration im Blut um das Zwanzigfache ansteigt.

Kosten werden bei schweren Wunden übernommen

Nach mehreren Sitzungen tritt oft der Erfolg ein: Die Wunde schließt sich. Zugleich reduzieren sich die Entzündungswerte im Körper. Eine Sitzung kostet 200 Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten inzwischen die Behandlung bei schweren Wunden.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Gordon Rossbach
Facharzt für Allgemeinmedizin, Tauch- u. Hyperbarmedizin
Warendorfer Straße 27
48145 Münster
Tel. (0251) 13 29 30
Internet: www.hbo-muenster.de

Prof. Dr. Holger Reinecke
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie
Leiter der Abteilung für Angiologie
Department für Kardiologie und Angiologie
Universitätsklinikum Münster
Albert-Schweitzer-Campus 1
48149 Münster
Tel. (0251) 834 76 25 
Internet: klinikum.uni-muenster.de/index.php?id=medc_angiologie

Prof. Dr. Maximilian Spraul
Chefarzt der Medizinischen Klinik III, Diabetes Zentrum
Gesundheitszentrum Rheine
Mathias-Spital und Jakobi-Krankenhaus
Interdisziplinäres Diabetes Fuß-Zentrum
Frankenburgstraße 31
48431 Rheine
Internet: www.mathias-spital.de/fachkliniken/medizinische-kliniken/medizinische-klinik-iii-diabetes-zentrum-rheine/

Dieses Thema im Programm:

Visite | 22.03.2015 | 20:15 Uhr