Stand: 18.10.2016 10:43 Uhr

FAQ: Wissenswertes zum Thema Hospize

Wer einen unheilbar kranken Angehörigen hat oder womöglich selbst betroffen ist, muss wichtige Entscheidungen treffen. Dazu gehört auch die Frage, wie man die letzten Lebenswochen verbringen möchte. Eine Möglichkeit ist der Aufenthalt in einem Hospiz. Antworten auf wichtige Fragen rund um das sensible Thema.

Wer kann sich in einem stationären Hospiz aufnehmen lassen?

Hospize nehmen nur Menschen auf, die an einer unheilbaren Krankheit leiden, die in absehbarer Zeit zum Tod führen wird. Weitere Voraussetzungen sind: Eine Behandlung im Krankenhaus ist nicht erforderlich und eine ambulante Versorgung im eigenen Haushalt oder in der Familie ist nicht möglich - beispielsweise weil die Angehörigen mit der Versorgung überlastet sind oder der psychosoziale Versorgungsbedarf des Erkrankten die Möglichkeiten der Betreuenden übersteigt.

Wer übernimmt die Kosten für den Aufenthalt?

Seit Ende 2015 übernehmen die Kranken- und Pflegekassen 95 Prozent der Kosten, zuvor lag der Anteil bei 90 Prozent. Den Rest finanzieren die Hospize beziehungsweise deren Träger über Spenden.

Wie bekomme ich einen Platz in einem Hospiz?

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Die Frage, wie man die letzten Lebenstage verbringen will, ist nicht immer leicht zu beantworten.

Ein behandelnder Arzt muss eine entsprechende Diagnose sowie die Notwendigkeit für eine Pflege im Hospiz bescheinigen. Mit dieser ärztlichen Verordnung wird ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt. Anträge sind bei den Krankenkassen und bei den Hospizen erhältlich.

Wo kann ich mich beraten lassen?

Patienten haben seit Ende 2015 Anspruch auf eine umfassende Beratung durch ihre Krankenkasse. Die Kassen müssen über Hospiz- und Palliativ-Angebote in der Region informieren, Ansprechpartner nennen und die Patienten bei der Kontaktaufnahme unterstützen. Im Idealfall arbeiten sie dabei mit der Pflegeberatung sowie kommunalen Servicestellen zusammen. Darüber hinaus können Patienten auch direkt Kontakt zu einem Hospiz in ihrer Nähe aufnehmen und sich dort beraten lassen.

Ist ein Wechsel von einem Altenpflegeheim in ein Hospiz möglich?

Dem Wechsel vom Pflegeheim in ein Hospiz sind enge Grenzen gesetzt. Möglich ist er nur, wenn in dem Heim eine Versorgung nicht mehr möglich ist, weil der Aufwand für die palliative Pflege nicht mehr möglich ist.

Wie viele Patienten werden gleichzeitig in einem Hospiz untergebracht?

Die meisten Hospize bieten zwischen 6 und 16 Betten an.

Wie finde ich ein Hospiz in meiner Nähe?

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Für den Aufenthalt im Hospiz müssen die Sterbenden selbst kein Geld bezahlen.

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin bietet hierzu einen Wegweiser mit Adressen und Kontaktdaten an. Außerdem helfen die Krankenkassen bei der Suche nach einem Hospiz.

Was sind ambulante Hospizdienste?

Ambulante Hospizdienste werden meist in großem Umfang von ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen. Sie begleiten und unterstützen Todkranke zu Hause oder im vertrauten Umfeld. Ambulante Hospizdienste übernehmen meist selber keine pflegerischen und medizinischen Aufgaben, kümmern sich aber um die ganzheitliche Versorgung des Sterbenden mit seelsorgerischen und palliativmedizinischen Angeboten. Meist kooperieren sie mit speziellen Pflegediensten und den betreuenden Ärzten. Zudem bieten die Hospizdienste häufig Trauerberatungen an und unterstützen die Angehörigen bei der Trauerarbeit.

Weitere Informationen

"Den Schwachen hilf!": Geschichte der Hospize

Schon im Mittelalter kümmern sich Hospize um Alte und Kranke. Im 20. Jahrhundert greift man die Idee, Sterbende seelisch und medizinisch in eigenen Häusern zu betreuen, wieder auf. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Visite | 10.02.2015 | 20:15 Uhr

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