Stand: 31.10.2016 13:00 Uhr

Herzinfarkt: Ursachen rechtzeitig erkennen

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Typische Symptome für einen Herzinfarkt sind Brustschmerz, Schweißausbruch und Todesangst.

Die Assmann-Stiftung hat einen Test entwickelt, mit dem jeder sein Herzinfarktrisiko ermitteln kann. Auch die Deutsche Herzstiftung bietet eine Einschätzung des Herzinfarktrisikos an, die per E-Mail verschickt wird. Das Ergebnis der Online-Tests sind statistische Durchschnittswerte, die eine erste Orientierung bieten. Sie ersetzen nicht die Beratung beim Hausarzt. Denn bei jeder Person gibt es in der Regel weitere individuelle Faktoren, die berücksichtigt werden müssen. Die wichtigsten Ursachen für die Verengung der Blutgefäße sind Rauchen, ein hoher Cholesterinwert, Bluthochdruck und Diabetes. Auch das Alter und die erbliche Veranlagung spielen eine Rolle.

Rauchen belastet Herz und Gefäße

Beim Rauchen von Tabak entstehen mehr als 4.000 Substanzen und chemische Verbindungen, die der Gesundheit schaden können. Die Giftstoffe greifen vor allem das Herz und die Gefäße an. Dadurch kann Arteriosklerose entstehen. Bei jedem Zug an der Zigarette verengen sich die Blutgefäße, der Blutdruck steigt, das Herz schlägt schneller und der Blutkreislauf wird belastet.

LDL-Cholesterin mit gesunder Ernährung senken

Mediziner unterscheiden zwei Arten von Cholesterin:

  • Das "schlechte" LDL-Cholesterin lagert sich an den Gefäßwänden ab und kann dadurch die Durchblutung behindern. Die Ablagerungen nehmen über die Jahre zu und können schließlich das Blutgefäß verstopfen - Herzinfarkt und Schlaganfall drohen.
  • Das "gute" HDL-Cholesterin schützt die Gefäße. Es sorgt in den Blutbahnen für den regelmäßigen Abtransport des LDL-Cholesterins.

Ist das schädliche LDL-Cholesterin erhöht, sollte es durch Bewegung, gesunde Mittelmeer-Kost und durch Medikamente (Statine) auf einen Wert unter 115 Milligramm pro Deziliter gesenkt werden. Die Mittelmeer-Kost setzt auf viel Gemüse und gesunde Speiseöle wie Olivenöl, Rapsöl und Nussöle.

Chat
06:26

Interview: Dr. Gerian Grönefeld Herzinfarkt

01.11.2016 20:15 Uhr
Visite

Welches sind die häufigsten Ursachen für einen Herzinfarkt? Dr. Gerian Grönefeld im Gespräch mit Visite Moderatorin Vera Cordes. Video (06:26 min)

Chat-Protokoll zum Thema "Herzinfarkt"

Der Herzinfarkt kommt plötzlich, doch die Blutgefäße wurden über Jahre geschädigt. Dr. Gerian Grönefeld hat Fragen zum Thema im Chat beantwortet. Hier das Protokoll zum Nachlesen. mehr

Bluthochdruck durch Bewegung senken

Schätzungen zufolge leiden mehr als 20 Millionen Erwachsene in Deutschland an Bluthochdruck - jeder Fünfte weiß nichts von der Erkrankung. Bluthochdruck kann zu kleinen Rissen in Gefäßen führen. Darin können sich Ablagerungen bilden und das Gefäß verschließen. Wenn das am Herzen passiert und die Sauerstoffversorgung nicht mehr ausreicht, kann es zum Herzinfarkt kommen. Bei hohem Blutdruck ist Bewegung hilfreich, zum Beispiel ein rund 30-minütiger Spaziergang am Tag. Auch Sportarten wie Yoga und Tai Chi können den Blutdruck senken. Dauerhafter Bluthochdruck muss durch Medikamente gesenkt werden.

Bei Diabetes Blutzuckerwert senken

Durch konstant hohe Blutzuckerwerte kommt es bei Diabetikern in den Blutgefäßen zu winzigen Entzündungen. Sie heilen zwar schnell wieder ab, hinterlassen aber Gewebe aus Fett, Kalk und Entzündungszellen (Plaques). Dadurch versteifen und verengen die Blutgefäße mit der Zeit, das umliegende Gewebe wird schlechter durchblutet. Die Plaques können abreißen, mit dem Blut weggeschwemmt werden und kleinere Gefäße verstopfen - die mögliche Folge ist ein Herzinfarkt.

Wichtig für Diabetiker: Der Blutzucker sollte so gut wie möglich eingestellt werden. Dazu gehört ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung. Bei Bedarf sollte der Arzt blutzuckersenkende Tabletten und Insulin verschreiben.

Herzinfarktrisiko testen
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Online-Test der Assmann-Stiftung

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Mit dem Test der Assmann-Stiftung können Sie ermitteln, wie hoch Ihr individuelles Herzinfarktrisiko ist. extern

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E-Mail-Auswertung der Deutschen Herzstiftung

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Wie hoch ist Ihr Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden? Die Deutsche Herzstiftung schickt Ihnen per E-Mail eine individuelle Einschätzung. extern

Bei Adipositas Bauchfett reduzieren

Als Adipositas wird eine übermäßige Ansammlung von Fettgewebe im Körper bezeichnet. Besonders gefährlich ist Bauchfett, das sich zwischen den Organen ablagert. Aktuelle Forschungen zeigen, dass Bauchfett Hormone produziert, die den Stoffwechsel beeinflussen und für einen Anstieg von Bluthochdruck, Cholesterinspiegel und Blutzucker sorgen können. Dadurch steigt das Herzinfarktrisiko.

Therapie bei genetischer Veranlagung

Jeder zweite Deutsche hat ein genetisch erhöhtes Herzinfarktrisiko. Wie Forscher herausfanden, sorgt bei diesen Menschen eine Genvariation dafür, dass Blutplättchen leichter verkleben. Ein möglicher Hinweis auf eine genetische Veranlagung sind Herzinfarkte bei Eltern oder Geschwistern im Alter von weniger als 60 Jahren. Gewissheit bringt ein Gentest.

Radio-Visite
03:25

Radio-Visite: Herzinfarkt - Risiko erkennen

01.11.2016 09:20 Uhr
NDR Info

Auch Jüngere können einen Herzinfarkt erleiden, Daher ist es wichtig, die Risikofaktoren zu kennen und zu minimieren. Madlen Zeller und Niels Walker berichten. Audio (03:25 min)

Bei Menschen mit genetischer Veranlagung soll die tägliche Gabe niedrig dosierten Aspirins (100 mg) das Herzinfarktrisiko senken. Doch die Dauertherapie ist wegen möglicher Neben- und Wechselwirkungen nur nach Rücksprache mit einem Arzt sinnvoll. Das erblich erhöhte Herzinfarktrisiko lässt sich auch mit gesunder Ernährung, viel Bewegung und Nichtrauchen senken.

Geschlecht: Frauen sind länger geschützt

Bis zu den Wechseljahren sind Frauen durch ihre Sexualhormone vergleichsweise gut vor Herz- und Gefäßleiden wie Herzinfarkt geschützt. Mit nachlassender Hormonproduktion lässt der Schutz nach, sodass die Arteriosklerose und ihre Folgekrankheiten wie Herzinfarkt bei Frauen ab 60 Jahren vermehrt auftreten, also etwa zehn Jahre später als bei Männern.

Herzinfarktrisiko steigt mit dem Alter

Eine der häufigsten Ursachen für Herzinfarkt ist Arterienverkalkung, die bei vielen Menschen mit dem Alter zunimmt. Vor Arteriosklerose können gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Abnehmen bei Übergewicht schützen.

Weitere Informationen

Ein Monat für Herzensangelegenheiten

Im Rahmen der Herzwochen 2016 klärt die Deutsche Herzstiftung über den Risikokrankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes auf. Im Norden gibt es viele Infoveranstaltungen. mehr

Herzinfarkt: Welcher Arzt hilft wann?

Bei Anzeichen von einem Herzinfarkt sollte man nicht zögern, sondern den Notarzt rufen. Hier zählt jede Minute. Welche Spezialisten in welchem Bereich helfen können - ein Überblick. mehr

mit Video

Gefahr des Herzversagens nach einem Infarkt

Nach einem schweren Herzinfarkt tritt oft ohne Vorzeichen innerhalb der ersten 48 Stunden ein kardiogener Schock auf. Wie lässt sich das Herzversagen verhindern? mehr

Rettung fürs Herz: Fit mit Bypässen

Wenn Kranzgefäße des Herzmuskels durch Ablagerungen so stark verstopft sind, dass Medikamente oder eine Erweiterung mit einem Ballonkatheter nicht mehr ausreichen, hilft ein Bypass. mehr

Interviewpartner

Interviewpartner im Studio:
Dr. Gerian Grönefeld Chefarzt
Kardiologie
Asklepios Klinik Barmbek
Rübenkamp 220, 22291 Hamburg
Internet: www.asklepios.com

Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Thomas Twisselmann, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Kardiologie
Asklepios Klinik Barmbek
Rübenkamp 220, 22291 Hamburg
Tel. (040) 18 18 82 48 11, Fax (040) 18 18 82 48 19
Internet: www.asklepios.com

Kostenfreie Broschüren der Deutschen Herzstiftung:
Herz unter Stress? Was tun?
Internet: www.herzstiftung.de/Anzeichen-Herzinfarkt.html

Bluthochdruck: Was tun?
Internet: www.herzstiftung.de/Bluthochdruck-Sonderband.html

Hohes Cholesterin: Was tun?
Internet: www.herzstiftung.de/cholesterin.html

Herzprobleme bei Diabetes: Was tun?
Internet: www.herzstiftung.de/diabetes.html

Psychischer und sozialer Stress
Internet: www.herzstiftung.de/stress.html

Dieses Thema im Programm:

Visite | 01.11.2016 | 20:15 Uhr

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