Sendedatum: 11.03.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Hepatitis C: Durchbruch in der Therapie

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Hepatitis C die häufigste Indikation für eine Lebertransplantation.

Hepatitis-C-Viren sind tückische Erreger einer gefährlichen Leberentzündung, gegen die es bisher kaum wirksame Waffen gab. Vielen Patienten drohten dramatische Folgen wie Leberzirrhose, Leberkrebs oder eine Transplantation. Doch nun kommen neue Medikamente auf den Markt, die der Hepatitis C einen großen Teil ihres Schreckens nehmen und nicht nur Symptome lindern. Zugleich haben die neuen Wirkstoffe weniger Nebenwirkungen als die bisherigen Therapien.

Leberzellen gehen zugrunde

Bei einer Infektion mit Hepatitis-C-Viren gehen immer mehr Leberzellen zugrunde, die das Organ durch Bindegewebe ersetzt. Die Leber schrumpft und wird knotig, Ärzte nennen dieses Stadium Leberzirrhose. Eine häufige Spätfolge ist Leberkrebs, auch kann die Leberfunktion irgendwann so sehr eingeschränkt sein, dass eine Transplantation nötig wird.

Die bisher zur Bekämpfung der Viren eingesetzte Therapie mit Interferon und Ribavirin war belastend für die Patienten und nicht selten kehrten die Viren nach anfänglichen Erfolgen innerhalb weniger Wochen wieder zurück. Eine Heilung gelang nur in 50 bis 80 Prozent der Fälle.

Neue Medikamente mit geringen Nebenwirkungen

Die neuen Medikamente können die Hepatitis-C-Viren dagegen in mehr als 90 Prozent dauerhaft aus dem Körper eliminieren - und das bei deutlich geringeren Nebenwirkungen und einfacherer Anwendung. Denn die neuen Wirkstoffe müssen nicht wie Interferon gespritzt werden, sondern werden einfach als Tabletten eingenommen. Sie wirken gezielt auf die Viren, indem sie verschiedene Enzyme (Protease, Polymerase) hemmen, die für deren Fortpflanzung benötigt werden.

Die Proteasehemmer Boceprevir und Telaprevir sowie der Polymerasehemmer Sofosbuvir sind bereits zugelassen und werden von den Krankenkassen bezahlt. Sie sind aber sehr teuer und Langzeiterfahrungen fehlen.

Interviewpartner im Beitrag:

Prof. Dr. Jörg Petersen
Ärztlicher Leiter
Leberzentrums Hamburg am ifi-Institut für interdisziplinäre Medizin
c/o Asklepios Klinik St. Georg, Haus L
Lohmühlenstraße 5
20099 Hamburg
Tel. (040) 28 40 76 00
Fax (040) 28 40 76 02 22

Prof. Dr. Ansgar W. Lohse
Internist, Gastroenterologe
I. Medizinische Klinik und Poliklinik
Zentrum für Innere Medizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20249 Hamburg
Tel. (040) 741 05 39 10
Fax (040) 741 05 85 31

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Visite | 11.03.2014 | 20:15 Uhr