Stand: 07.10.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Schmerzfreie Hautkrebsdiagnose per Mikroskop

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Verdächtige Hautveränderungen können per Spezial-Mikroskop sofort untersucht werden.

Pigmentmale, Leberflecke oder Altersflecken haben die meisten Menschen. In der Regel sind diese Hautveränderungen harmlos, doch Pigmentmale können auch entarten und zu einem lebensgefährlichen Hautkrebs werden. Deshalb kommt es darauf an, solche Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und zu entfernen.

Hautkrebs entsteht langsam und wird gefährlicher, je tiefer er in die Haut eindringt. Bisher konnten Ärzte nur an einer Gewebeprobe erkennen, ob eine verdächtige Stelle bösartig ist und wie tief sie reicht. Dafür mussten sie die Hautveränderung herausschneiden und zu einer feingeweblichen Untersuchung zu einem Pathologen schicken. Bis das Ergebnis vorliegt, vergeht dann in der Regel mindestens eine Woche - quälende Ungewissheit für den Patienten.

Liegt ein Schwarzer Hautkrebs (Melanom) vor, ist es ganz entscheidend, wie tief der Tumor in die Haut reicht. Je dicker das Melanom ist, desto großzügiger muss das Gewebe bei der Operation zur Sicherheit entfernt werden und ab einer Dicke von einem Millimeter auch Lymphknoten.

Schnelle und schmerzfreie Untersuchung

Nun ermöglichen zwei neue Techniken den Blick in die Haut und somit die sofortige Beurteilung verdächtiger Flecken: Die Konfokale Laser-Scanning-Mikroskopie zeigt die einzelnen Zellen in der Haut mikroskopisch genau, mit der Optischen Kohärenztomografie lassen sich Tiefe und Ausdehnung eines Tumors bestimmen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die konfokale Lasermikroskopie bei konkretem Verdacht auf Schwarzen Hautkrebs die Zahl unnötiger Operationen um mehr als die Hälfte reduzieren kann. Auch beim Verdacht auf hellen Hautkrebs (Basaliom, Spinaliom) können die neuen Untersuchungsmethoden schmerzfrei, schnell und sicher zeigen, ob eine Operation oder andere Behandlungen notwendig sind.

Noch gibt es die neuen Diagnosegeräte nur bei wenigen Hautärzten und die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet.

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Visite | 07.10.2014 | 20:15 Uhr