Stand: 24.02.2015 14:02 Uhr  | Archiv

Grippe: Früh und heftig

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Die Grippeviren verbreiten sich rasend schnell per Tröpfcheninfektion.

In diesem Jahr hat die Grippewelle früh eingesetzt und die Arztpraxen werden täglich voller. Denn in diesem Winter sind auch die nicht optimal geschützt, die bereits geimpft sind. Der Grippe-Erreger H3N2 hat sich nämlich seit Herstellung des Grippeimpfstoffs verändert - er ist mutiert. Weil das Herstellen des jeweils aktuellen Grippeimpfstoffes rund sechs Monate dauert, wird schon im Februar des Vorjahres über seine Zusammensetzung für die nächste Saison entschieden. Die ausgewählten Virusstämme werden in Hühnereiern vermehrt und anschließend zu Impfstoff weiterverarbeitet. Verändert sich ein Virus in dieser Zeit, ist diese Mutation im Impfstoff nicht mehr enthalten.

Effektivität des Impfstoffs in dieser Grippesaison gering

Die Effektivität des Impfstoffs liegt in diesem Jahr nur bei etwa 25 Prozent, normal sind 75 bis 80 Prozent. Darum leiden nun immer mehr Menschen unter Grippe-Symptomen wie hohem Fieber, Halsschmerzen, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Schluckbeschwerden, Augenbrennen und Niedergeschlagenheit. Für Ältere, vorerkrankte und chronisch kranke Menschen kann die Grippe (Influenza) besonders gefährlich werden. Die Grippeviren verbreiten sich rasend schnell per Tröpfcheninfektion. Eine gezielte medikamentöse Behandlung der Grippe ist nur gleich zu Beginn der Erkrankung möglich, danach können Ärzte nur die Symptome lindern.

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Fragen und Antworten zur Grippe

Das Robert Koch Institut informiert. extern

Wer bereits unter einer Grippe leidet, sollte sich dringend schonen, denn Ruhe ist bei dieser schweren Erkrankung unverzichtbar und die beste Medizin. Die Influenzaviren schwächen den Körper wesentlich mehr als Erkältungsviren. Der Körper ist anfälliger für Folgeerkrankungen und in schweren Fällen kann eine Grippeinfektion zu Lungen-, Hirnhaut- oder Herzmuskelentzündungen und sogar zum Tod führen.

Um einer Ansteckung vorzubeugen, raten Experten, sich regelmäßig die Hände zu waschen. Das reduziert das Risiko einer Infektion um bis zu 50 Prozent.

Interviewpartner:

Joachim Kurzbach
Internist und Hausarzt
Rahlstedter Bahnhofstraße 25
22143 Hamburg
Tel. (040) 677 32 29
Fax (040) 677 27 26
Internet: www.praxis-rahlstedt.de

Prof. Dr. Werner Solbach
Direktor
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
Internet: www.uksh.de

Prof. Dr. Stefan Kluge
Direktor der Klinik für Intensivmedizin
I. Medizinische Klinik und Poliklinik
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Internet: www.uke.de

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Visite | 24.02.2015 | 20:15 Uhr

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