Stand: 29.07.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Gesundes von der Biene

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Pro Flug können Bienen bis zu 50 Milligramm Blütennektar sammeln.

Mehr als ein Kilo Honig isst jeder Deutsche pro Jahr. Dafür müssen die Bienen mehr als fünf Millionen Blüten anfliegen. Nur etwa 20 Prozent des jährlichen Bedarfs können durch einheimischen Honig gedeckt werden. Der Rest wird insbesondere aus Süd- und Mittelamerika importiert.

Honige unterscheiden sich hinsichtlich ihres Geschmackes und ihrer Farbe in Abhängigkeit ihrer botanischen Herkunft. Je dunkler der Honig ist, desto gesünder ist er. Denn vor allem dunkler Honig ist reich an Vitaminen und Antioxidantien. Die Konsistenz des Honigs ist vor allem von dem Verhältnis von Frucht- zu Traubenzucker, aber auch von der Weiterverarbeitung und der Lagerung abhängig.

Etwa 200 verschiedene Inhaltsstoffe

Imker können nur bedingt Einfluss darauf nehmen, welchen Nektar die Bienenvölker eintragen. Um besondere Honigarten wie Raps-, Lindenblüten- oder Tannenhonig zu erhalten, müssen die Bienenvölker in der Regel an speziellen Standorten stehen. Denn Bienen fliegen nur maximal drei Kilometer weit, um Nektar zu sammeln. Pro Flug können sie bis zu 50 Milligramm Blütennektar sammeln.

Honig besteht aus etwa 200 verschiedenen Inhaltsstoffen. Die Zusammensetzung kann je nach Sorte sehr unterschiedlich sein. Die Hauptbestandteile sind Frucht- und Traubenzucker sowie Saccharose, Maltose und Wasser. Aufgrund weiterer Inhaltsstoffe wie Proteine, Enzyme, Aminosäuren und Vitamine ist Honig eine gesunde Alternative zum normalen Haushaltszucker. Obwohl er doppelt so süß schmeckt wie der normale weiße Zucker, hat er deutlich weniger Kalorien. Bestandteile wie Wasserstoffperoxid und Metylglyoxal wirken antibakteriell.

Pflegeprodukte auf der Basis von Honig enthalten in der Regel nur sehr wenig Honig und haben eher eine kosmetische als eine medizinische Wirkung.

Propolis wird in der Naturheilkunde eingesetzt

Propolis, auch Bienenharz oder Kittharz genannt, ist eine harzartige Masse, die von Bienen hergestellt wird. Sie dichten damit den Bienenstock ab. In den Bienenstock eingeschleppte Fremdkörper wie Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen überziehen sie mit einem dünnen Propolisfilm und machen sie dadurch unschädlich. Propolis ist reich an antioxidativ wirksamen Flavonoiden. In Form von Tinkturen, Salben und Cremes werden dem Propolis in der Naturheilkunde antibakterielle und antivirale Wirkungen nachgesagt.

Interviewpartner im Beitrag:

Prof. Dr. Werner Solbach
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Universitätsklinikum Schleswig- Holstein, Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck

Dr. Frank Schaart
Facharzt für Dermatologie
Poststraße 2
20354 Hamburg
Tel. (040) 53 05 66 90
Fax: (040) 530 56 69 10
E-Mail: schaart(at)hautarzt-dr-schaart.de

Jörg Pardey, Imker und Zucht-Experte
Imker-Schule Bad Segeberg
Hamburger Straße 109
23795 Bad Segeberg

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Visite | 29.07.2014 | 20:15 Uhr