Stand: 04.07.2017 00:00 Uhr

Chat-Protokoll: Fragen an Dr. Klasen.

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Ernährungsmediziner Jörn Klasen ist Internist und verfolgt einen ganzheitlichen Blickwinkel.

Essen als Medizin: Wie packe ich selbst so eine Ernährungsumstellung an? Und was muss ich insbesondere bei Sinusitis, Hashimoto-Thyreopathie, Adipositas und Schlaf-Apnoe beachten?

Nach der Sendung war Dr. Jörn Klasen live im Chat. Der erfahrene Ernährungsmediziner hat Ihre Fragen beantwortet.

Unbekannt: Zu Hashimoto: Gilt die glutenfreie Ernährung grundsätzlich als Empfehlung oder lediglich für Patienten, wo auch eine Glutenunverträglichkeit nachgewiesen wurde?

Dr. Jörn Klasen: Grundsätzlich kann man sagen: Für jeden Patienten, der eine Hashimoto-Erkrankung hat, sollte zumindest für einen Zeitraum von vier bis acht Wochen eine glutenfreie Ernährung in Betracht gezogen werden.

Unbekannt: Meine Sinusitis ist allergiebedingt. Hilft da auch eine Umstellung?

Klasen: Ja, auch da hilft eine Ernährungsumstellung wie wir sie gezeigt haben. Allerdings muss unbedingt zusätzlich die Allergie am besten durch einen Hals-Nasen-Ohrenarzt behandelt werden.

Unbekannt: Ich habe Sinusitis. Da soll man ja Weizen meiden. Wie sieht es mit Dinkel aus? Darf ich noch Nudeln essen? Ohne Brot kann ich mir meine Ernährung nicht vorstellen.

Klasen: Insbesondere sollte Weizen gemieden werden, weil er heute in besonderer Art zubereitet wird und deshalb besonders entzündungsfördernd wirkt. Dinkel kann gegessen werden, besonders günstig ist Hafer.

Nina: Wo kann man eine gezielte Beratung beziehungsweise Schulungen zur Sinusitis-Ernährungsumstellung bekommen? Hausarzt und Allergologe hat mir bisher gar nicht weitergeholfen und mich auf Herbst vertröstet.

Klasen: Sie sollten sich am besten im Internet unter www.bdem.de einen Ernährungsmediziner in Ihrer Umgebung suchen.

Kori: Ich habe das Hashimoto, starkes Übergewicht und einige weitere Symptome. Wie oder wo kann ich Hilfe bekommen? Alleine schaffe ich das nicht mehr.

Klasen: Zunächst sollten Sie mit Ihrem Hausarzt sprechen, der Sie dann an einen Ernährungsmediziner vermitteln kann. Den finden Sie am besten unter www.bdem.de.

Marie37: Können Sie mir bitte sagen, ob antientzündliches Essen, dass sie bei verschiedenen Krankheiten empfehlen, auch bei Endometriose und beginnendem Rheuma gut ist?

Klasen: Gerade bei beginnendem Rheuma ist eine antientzündliche Ernährung sehr vielversprechend.

Unbekannt: Inwieweit ist das Befinden bei Hashimoto von den Blutwerten abhängig? Ich bin absolut in einem guten Bereich, habe aber trotzdem Beschwerden wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Und vor allem beim Sport schaffe ich es nicht, meine Ziele zu erreichen.

Klasen: Nicht nur die Schilddrüsenblutwerte sagen etwas über Ihr Befinden aus, es sollte zusätzliche Untersuchungen gemacht werden, zum Beispiel auf einen Vitamin-D-Mangel beziehungsweise auf eine Glutenunverträglichkeit, die häufig mit einer Hashimoto kombiniert sind.

Ela: Ich bin unter 50 und habe Hashimoto und Autoimmungastritis Typ A. Bei mir ist keine Sprue nachgewiesen worden, aber bei jeder Mahlzeit bekomme ich starke Blähungen, sollte ich trotzdem Gluten meiden?

Klasen: Ja, der Versuch ist auf jeden Fall richtig, Sie sollten ihn für vier bis acht Wochen durchführen.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 03.07.2017 | 21:00 Uhr

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