Stand: 21.06.2016 10:08 Uhr

Fluorid in Zahnpasta ist gut für die Zähne

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Fluorid verbessert die Remineralisierung der Zähne.

Im Internet wird immer wieder vor Fluorid, das in fast jeder Zahncreme enthalten ist, gewarnt. Fluorid sei zerstörerisch und führe zu einer schleichenden Vergiftung. Meldungen, dass der Gehalt von Fluorid in einer Tube Zahnpasta mittlerer Größe ausreiche, um ein kleines Kind zu töten, verunsichern Verbraucher.

Zahnpastatuben

Fluorid ist gut für die Zähne

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Fluorid ist in fast jeder Zahnpasta zu finden. Im Internet wird vor diesem "Gift" gewarnt. Fakt ist aber: Die positive Wirkung von Fluorid ist durch zahlreiche Studien belegt.

Verwechslung mit Fluor?

Doch Zahnmediziner und Toxikologen geben Entwarnung: Mit Fluoriden angereicherte Zahnpasta ist bei normaler Verwendung nicht giftig. Vielmehr konnten verschiedene Untersuchungen zeigen, dass der Rückgang von Karies in den Industrieländern auf die Anwendung von fluoridhaltigen Zahnpasten zurückzuführen ist. Experten erklären sich die Panikmache im Internet durch die Verwechslung von Fluorid mit dem hochgiftigen Gas Fluor.

Wird Zahnpasta ordnungsgemäß angewendet, also zwei- bis dreimal täglich zum Zähneputzen, ist das darin enthaltende Fluorid vollkommen unbedenklich. Schädlich ist Fluorid nur, wenn es über Jahre in großen Mengen aufgenommen wird. Ein 60 Kilogramm schwerer Erwachsener müsste 20 Tuben Zahnpasta am Tag essen, um einen bedenklichen Grenzwert zu erreichen. Und er müsste zusätzlich noch fluoridiertes Speisesalz und Mineralwasser zu sich nehmen. Der durchschnittliche Fluoridgehalt von Zahnpasta liegt bei 1.360 Milligramm pro Kilogramm Zahnpasta. Gesetzlich zugelassen sind maximal 1.500 Milligramm pro Kilogramm. Ein niedriger pH-Wert der Zahnpasta unterstützt die positive Wirkung des Fluorids.

Fluorid härtet die Zähne

Zähne bestehen aus Zahnschmelz sowie aus Dentin und Zahnzement. Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz des menschlichen Körpers. Er besteht hauptsächlich aus Kalzium und Phosphat. Die Zähne sind von einem Biofilm (Plaque) umgeben. Er enthält zahlreiche Mikroorganismen. Diese Bakterien, insbesondere sogenannte Lactobazillen und Streptokokkenarten, spalten die Kohlenhydrate aus der Nahrung in Säuren auf. Diese Säuren schaden dem Zahn, weil sie Kalzium und Phosphat aus dem Zahnschmelz herauslösen und ihn damit aufweichen. Fluorid wirkt dem entgegen. Es verbessert die Remineralisierung der Zähne, härtet sie und macht sie resistenter gegen Säuren. Zudem hemmt es das Bakterienwachstum.

Neben einer gründlichen Zahnhygiene und regelmäßigen Kontrollen bei Zahnarzt, ist eine Beschränkung der Zuckeraufnahme die beste Möglichkeit, Karies vorzubeugen. Von Fluortabletten raten Zahnärzte ab, da sie ihre Wirkung mehr im Körper als an den Zähnen entfalten.

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Interviewpartner im Beitrag:

Prof. Dr. rer. physiol. Edmund Maser
Direktor des Instituts für Toxikologie und Pharmakologie für Naturwissenschaftler
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Brunswiker Straße 10
24105 Kiel

Prof. Dr. med. dent. Ursula Platzer
Direktorin der Poliklinik für Zahnerhaltung und präventive Zahnheilkunde
Zentrum für Zahnheilkunde
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Tel. (040) 741 05 22 82
E-Mail: platzer@uke.de

Dr. Andreas Schult
Zahnarzt
Zahnärztliche Gemeinschaftspraxis Dr. Andreas Schult und Eric Baldauf
Lohstücker Weg 16
24576 Bad Bramstedt
Tel. (04192) 89 81 89
E-Mail: zahnpflegepraxis@t-online.de
Internet: www.zahpflegepraxis.com

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Visite | 21.06.2016 | 20:15 Uhr