Stand: 20.02.2017 23:00 Uhr

Fettleibigkeit erkennen und behandeln

Fast jede zweite Frau in Deutschland (49 Prozent) stuften Forscher des Robert-Koch-Instituts in Berlin 2013 als übergewichtig ein; bei Männern sind es sogar rund 64 Prozent. Diese Zahlen haben sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Allerdings: Die Neigung zu starkem Übergewicht, also Fettleibigkeit (Adipositas), steigt. Insbesondere bei Männern. Erschreckend ist es, dass vor allem junge Erwachsene immer dicker werden: Schon jeder dritte Jugendliche ist übergewichtig, zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen sind sogar fettleibig.

Ursache

Übergewicht kann viele Gründe haben. Häufig sind mehrere miteinander verknüpft, etwa eine hormonelle Störung oder genetische Faktoren. Auch psychische Faktoren haben Einfluss - etwa bei Einsamkeit, Niederlagen, Partner- oder Jobverlust oder im Zuge einer handfesten Depression. Essen kann dann die Rolle des Seelentrösters spielen. Man "versüßt" sich all das Unangenehme des Alltags oder "frisst sie in sich hinein", die Sorgen.

Übergewichtige Frau (links) und ihr Sohn stehen mit einem Arzt am Tisch. © NDR, honorarfrei

Ein Kind kämpft gegen die Kilos

Der zwölfjährige Jan hat Bluthochdruck - wegen seines Übergewichts. Die Ernährungs-Docs besprechen mit ihm und seiner Familie neue Essensregeln. Alle müssen an einem Strang ziehen.

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Hauptursache für Übergewicht ist jedoch oft ganz schlicht die ungünstige Kombination aus ungesunden Essgewohnheiten und mangelnder Bewegung: Wie viel schneller ist ein Fertiggericht aufgewärmt als ein Berg Gemüse geschält und gekocht. Keksriegel und leckere Backwaren warten überall. Sie liefern viel Energie, aber wenig Nährstoffe - deshalb meldet der Körper bald wieder Hunger. So wachsen die Fettzellen. Und sie bleiben. Denn aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit fahren wir Auto statt Fahrrad, nehmen den Lift statt der Treppe und sitzen zu viel.

Warum Fettleibigkeit behandelt werden muss

Symptome

Ein Indikator für Fettleibigkeit ist der Body Mass Index (BMI). Ab einem BMI von 25 spricht man von einer leichten Fettleibigkeit, der sogenannten Präadipositas. Bei einem BMI von 30 liegt Adipositas vor. Der BMI wird berechnet, indem man das eigene Körpergewicht durch das Quadrat seiner Körpergröße in Metern teilt. Ist eine Frau also 1,69 Meter groß und 85 Kilo schwer, dann hat sie einen BMI von 85 : (1,69 x 1,69) = 29,8. Das bedeutet: Ihr BMI liegt an der Grenze zur Fettleibigkeit, der Adipositas.

Übergewicht und seine Folgen

Studien zeigen: Übergewichtige Menschen sind nicht nur einem hohen psychosozialen Leidensdruck ausgesetzt. Sie sind auch anfälliger für Folgeerkrankungen, etwa

  • Herz- und Kreislauferkrankungen (Schlaganfall, Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit)
  • Arteriosklerose
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Gelenkerkrankungen
  • Venenleiden (Krampfadern)
  • Atmungsstörungen im Schlaf (Schlaf-Apnoe)
  • hormonelle Beschwerden, verminderte Fruchtbarkeit (PCO-Syndrom)
  • Erkrankungen von Galle und Leber
  • erhöhtes Krebsrisiko (Gebärmutter, Brust, Prostata, Gallenblase, Darm)
  • Hauterkrankungen
  • Komplikationen bei Geburt und Stillzeit

Wäre die Frau im Beispiel allerdings Bodybuilderin, dann steckten viele Kilos sicher in ihren Muskeln und nicht als Fett auf den Hüften. Deshalb ist zur soliden Diagnostik die ergänzende Messung von Bauchumfang und Hüftumfang wichtig. Die Fettverteilung ist typisch: Sieht man bei Frauen eher eine Birnenform (das Gewicht verteilt sich vor allem auf Oberschenkeln und Hüfte), so ist es bei Männern meist die Apfelform, bei der das Fett vor allem im Bauchbereich ansetzt.

Um das "Taille-Hüft-Verhältnis" zu ermitteln, wird der Bauchumfang - gemessen vier Zentimeter über dem Beckenkamm - durch den Hüftumfang geteilt. In der Sportmedizin spricht man von Normalgewicht, wenn das Ergebnis unter 0,8 für Frauen bzw. unter 0,9 für Männer liegt. Allein der Bauchumfang ist auch bereits ein Indikator: Bei Frauen gilt er ab 80 Zentimeter als zu hoch, bei Männern ab 94 Zentimeter.

Für Schulkinder bis zur Pubertät gibt es eine einfache Faustformel: Obergrenze für das Normalgewicht ist die Größe des Kindes in Zentimetern minus 100. Ein Achtjähriger beispielsweise, der 1,28 Meter misst und 32 Kilo wiegt, hat also deutlich Übergewicht.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 31.07.2017 | 21:00 Uhr

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Zum Ausdrucken

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Was tun bei Adipositas? Die wichtigsten Infos und Lebensmittelempfehlungen auf einen Blick. Download (58 KB)

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