Stand: 11.10.2016 14:30 Uhr

Faszien: Training kann Verspannungen lösen

Faszien halten den Körper in Form und stützen jeden Muskel wie ein Korsett. Durch falsche Belastung und Bewegungsmangel können sich Faszien verdrehen, verkleben oder verhärten. Eine mögliche Folge sind Verspannungen der Muskeln an Nacken, Schulter, Rücken und Beinen. Gezieltes Training der Faszien kann Verspannungen lösen und das Bindegewebe weich und elastisch halten.

Faszientraining: Übungen gegen Verspannungen

Faszien sind Teil des Bindegewebes

Als Teil des Bindegewebes umhüllen Faszien alle Muskeln und Organe. Sie schützen die Muskeln vor Verletzungen und unterstützen den Körper bei der Fortbewegung. Faszien sorgen wie ein Gleitfilm dafür, dass sich Muskelstränge und Organe gegeneinander verschieben können. Sie enthalten Lymphflüssigkeit und dienen Nervensträngen und Blutgefäßen als Leitstruktur. Sind die Faszien gesund, liegen sie in geordneter, entspannter Struktur, halten unseren Körper innerlich zusammen und übertragen die Kraft der Muskeln.

Schmerzen durch verhärtete Faszien

Die Ursache für Verspannungen und schmerzhafte Gelenke können verkürzte Muskeln, aber auch die dazugehörigen Faszien sein. Sind diese verhärtet oder verklebt, verursachen sie Schmerzen. Verhärtungen der Faszien können durch Überbelastung, Verletzungen, Bewegungsmangel und andauernden Stress entstehen. Streicht und schiebt ein Physiotherapeut Faszien in ihre natürliche Lage zurück, kann das ebenfalls sehr schmerzhaft sein.

Video
06:14 min

Verspannungen lösen: Training für die Faszien

11.10.2016 20:15 Uhr
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Faszientraining kann schmerzhafte Verspannungen an Nacken, Schulter, Rücken und Beinen lösen. Jeder kann zu Hause mit Ball und Kunststoffrolle trainieren. Video (06:14 min)

Faszientraining mit Kunststoffrolle und Ball

Um die Faszien zu entspannen und das Gewebe wieder elastisch zu machen, helfen gezielte Bewegungstherapien und Massagen. Das Bindegewebe ist ausgesprochen empfänglich für Drücken, Ziehen und Kneten. Auch Dehnübungen und leichte Sprungübungen können helfen. Hilfreich sind außerdem Übungen mit einer Kunststoffrolle und einem Ball. Anfänger sollten sich Übungen von einem Physiotherapeuten zeigen lassen, damit das Faszientraining Erfolg hat und keine Verletzungen auftreten.

Übungen für Rücken und Beine

Rückenübungen mit einer Rolle haben das Ziel, das Gewebe der Faszien auszuquetschen, damit es sich anschließend wieder mit Flüssigkeit vollsaugen kann. Das sorgt für Entspannung und macht die Faszien wieder geschmeidiger. Auch Oberschenkel können auf diese Weise "ausgerollt" werden. Einen Tennisball kann man gut an den Waden einsetzen: Dazu den Ball in der Kniekehle platzieren, langsam zurücksetzen und rollen, bis der Schmerz abnimmt.

Den gesamten Körper einmal durchzurollen, bis alle Faszien optimal mit Flüssigkeit gefüllt sind, würde fast zwei Stunden dauern. Fitnesstrainer raten deshalb dazu, sich an einem Tag Oberkörper und Rücken und am nächsten Tag die Beine vorzunehmen.

Interviewpartner im Beitrag

Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Hans-Wolfram Körner, Facharzt für Chirurgie, Sportmedizin und Rettungsmedizin
Michaela Pahl von Husen, Leitende Physiotherapeutin
Elbe Kliniken in Buxtehude
Am Krankenhaus 1, 21614 Buxtehude
Tel. (04161) 703-40 05, Fax (04161) 703-40 45
Internet: www.elbekliniken.de/de/buxtehude-klinik-orthopaedie-unfallchirurgie
Internet:www.elbekliniken.de/de/buxtehude-physiotherapie

Maria Jäger, Trainerin
Sportalive - Personal Training & Betriebliche Gesundheitsförderung
Wendenstraße 130, 20537 Hamburg
Internet: www.sportalive.de

Weitere Informationen:
Fascial Fitness Association GmbH
Therapeutennetzwerk mit vielen Informationen und Adressen
Bleigäßchen 2, 86150 Augsburg
Tel. (0821) 54 37 15 41
Internet: www.de.fascial-fitness.com

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