Stand: 28.04.2015 11:09 Uhr  | Archiv

Hüftprothese mimimalinvasiv eingesetzt

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Der richtige Sitz der Prothese ist entscheidend für die Funktion des neuen Gelenks.

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 180.000 Hüftgelenke durch Prothesen ersetzt. Mit sehr guten Langzeitergebnissen ist der künstliche Gelenkersatz die erfolgreichste orthopädische Operation. Seit einiger Zeit gewinnen minimalinvasive Operationsverfahren immer mehr an Bedeutung. Im Vergleich zu klassischen Verfahren ist der Hautschnitt bei dieser Technik wesentlich kleiner. Aus medizinischer Schicht steht bei dieser Methode die Schonung der großen Hüftmuskulatur im Vordergrund.

Der Erhalt der Muskulatur wirkt sich positiv auf die Kraft im Bein und Stabilität des Gelenkes aus. Das ermöglicht dem Patienten eine wesentlich raschere Rehabilitation. Bereits am Tag der Operation kann mit der Mobilisation begonnen werden. Im Vergleich zu den klassischen Verfahren können die Patienten, abhängig vom körperlichen Allgemeinzustand, bereits frühzeitig auf Gehhilfen verzichten. Zudem hat sich gezeigt, dass die Patienten nach minimalinvasiven Operationen insgesamt weniger Schmerzen haben.

Viel Erfahrung des Operateurs erforderlich

Es gibt mehrere minimalinvasive Verfahren, die sich vor allem durch die verwendeten Prothesen und den Zugangsweg des Operateurs durch die Muskulatur unterscheiden. Allen Methoden ist gemeinsam, dass sie eine hohe Geschicklichkeit und Erfahrung des Operateurs erfordern. Der im Vergleich zum klassischen Verfahren deutlich kleinere Zugang erschwert die Übersicht und Arbeit des Operateurs. Die richtige Platzierung der Prothese wird damit schwieriger. Aber gerade der richtige Sitz der Prothese ist entscheidend für die Funktion des neuen Gelenks. Für eine erfolgreiche Implantation sind neben speziellen Instrumenten zum Teil auch spezielle Prothesen notwendig.

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Übergewichtige und sehr muskulöse Patienten eignen sich in der Regel nicht für minimalinvasive Operationsverfahren, da bei ihnen Fett und Muskultur das Einsetzen der Prothese behindern können. Experten warnen deshalb davor, bei nicht optimalen Voraussetzungen das Risiko einer auf Dauer schlecht sitzenden Prothese einzugehen, nur um schneller wieder mobil zu sein.

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Interviewpartner

Im Studio:
Dr. Bertram Regenbrecht
Chefarzt des Zentrums für Endoprothetik, Fußchirurgie, Kinder- und Allgemeine Orthopädie
Roland-Klinik gGmbH
Niedersachsendamm 72-74
28201 Bremen
Tel: (0421) 877 83 57
Fax: (0421) 877 81 09
E-Mail: orthopaedie@roland-klinik.de
Internet: www.roland-klinik.de

Im Beitrag:

Prof. Dr. Henning Windhagen
Ltd. Arzt Department Endoprothetik und Rekonstruktive Gelenkchirurgie Hüfte/Knie
Ärztlicher Direktor Orthopädische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)
Rekonstruktive Gelenkorthopädie und Endoprothetik
Diakonische Dienste Hannover, Annastift
Anna-von Borries-Straße 3
30625 Hannover
Tel. (0511) 535 43 40
Fax: (0511) 535 46 82
Internet: www.annastift-departments.de

Dr. Bernd Hinkenjann
Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie
Krankenhaus Buchholz
Steinbecker Straße 44
21244 Buchholz
Tel. (04181) 13 12 52
Fax (04181) 13 12 45
E-Mail: info@krankenhasu-buchholz.de
Internet: www.krankenhaus-buchholz.de

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Visite | 28.04.2015 | 20:15 Uhr