Sendedatum: 10.09.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Dengue-Fieber nimmt zu

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Von Mensch zu Mensch können sich die Viren des Dengue-Fiebers nicht verbreiten, sie benötigen Stechmücken als Überträger.

Wer nach dem Urlaub von heftigen Symptomen wie hohem Fieber, Hautausschlag und Gelenkschmerzen geplagt wird, den hat es möglicherweise richtig erwischt: Immer mehr tropische Krankheiten machen sich auch in Europa breit, allen voran das Dengue-Fieber. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr zehn Mal so viele Infektionen registriert wie noch vor zwölf Jahren.

Die meisten Infizierten waren Touristen aus Thailand. Inzwischen tritt die Krankheit allerdings auch bereits in Griechenland, Kroatien und Südfrankreich auf. Der Grund: In den Tropen und Subtropen haben sich die wichtigsten Überträger der Infektion, die Tigermücken, stark vermehrt - und mit internationalen Warentransporten werden sie immer häufiger nach Europa und auch nach Deutschland eingeschleppt.

Die Globalisierung führt nicht nur zu einem vermehrten Austausch von Waren und Dienstleistungen, sondern auch Krankheitserreger und ihre Überträger-Insekten gelangen so von einem Kontinent zum anderen. Der Klimawandel ermöglicht ihnen ein Überleben in bisher zu kalten Landstrichen.

Stechmücken sind Überträger

Von Mensch zu Mensch können sich die Viren nicht verbreiten, sie benötigen Stechmücken als Überträger. Die erste Infektion verläuft meist glimpflich: Zu den typischen Grippesymptomen gesellen sich oft Übelkeit und Hautausschlag. Erheblich gefährlicher ist eine zweite Infektion, denn es gibt insgesamt vier Unterarten des Virus, sogenannte Serotypen, mit denen man sich nacheinander anstecken kann. Bei der zweiten Infektion kommt es aufgrund einer Überreaktion des Immunsystems oft zu hohem Fieber, das zu inneren Blutungen führt und nicht selten zum Tode. Erkrankte Reisende, die ihre Symptome für eine Grippe halten, weil sie nichts von ihrer Infektion ahnen, können daher bei einer zweiten Infektion plötzlich in Lebensgefahr geraten.

Auf gar keinen Fall dürfen beim Verdacht auf Dengue-Fieber Aspirin oder andere Arzneimittel eingenommen werden, die die Blutgerinnung hemmen. Bei Infekten in warmen Urlaubsländern sollte man daher auf andere Schmerzmittel wie Paracetamol zurückgreifen. Spezielle Medikamente gibt es gegen das Dengue-Fieber nicht, die Ärzte können nur die Symptome lindern.

Impfstoff in Arbeit

An einem Impfstoff gegen das Dengue-Fieber wird derzeit gearbeitet, doch mit einer weltweiten Zulassung ist frühestens 2015 zu rechnen. Bis dahin helfen nur die konventionellen Schutzmaßnahmen aus den Tropen: Mückensprays und lange Kleidung.

Interviewpartner im Beitrag:

PD Dr. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit
Zentrale Labordiagnostik
Nationales Referenzzentrum für tropische Infektionserreger
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Bernhard-Nocht-Straße 74
20359 Hamburg
Tel. (040) 42 81 80
Fax (040) 42 81 84 00

Dr. Jakob Cramer
Bernhard-Nocht Zentrum für klinische Studien
Bernhard-Nocht-Straße 74
20359 Hamburg
Tel. (040) 42 81 80
Fax (040) 42 81 84 00

Prof. Dr. Egbert Tannich
Abteilung Molekulare Parasitologie
Bernhard-Nocht-Straße 74
20359 Hamburg
Tel. (040) 42 81 80
Fax (040) 42 81 84 00

Dieses Thema im Programm:

Visite | 10.09.2013 | 20:15 Uhr

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