Sendedatum: 30.09.2014 20:15 Uhr

Darmkrebs behandeln

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Wer weiß, dass er ein ererbtes Krebsrisiko in sich trägt, sollte regelmäßig Darmspiegelungen durchführen lassen.

Jedes Jahr erkranken hierzulande mehr als 70.000 Menschen an Darmkrebs. Rund 27.000 Betroffene pro Jahr sterben an einem bösartigen Darmtumor. Doch die Behandlung von Darmkrebs hat in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Früh erkannt ist der Darmkrebs heute in über 90 Prozent der Fälle heilbar. Schreitet er aber fort, bilden sich Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen, vor allem in der Leber.

Wachstum der Tumoren oft lange unbemerkt

Tückisch ist, dass die bösartigen Darmtumoren oft jahrelang im Darm wachsen und größer werden, ohne Beschwerden zu verursachen. Erste Anzeichen wie Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit können auch andere, harmlose Ursachen haben. Und ist erst Blut im Stuhl zu erkennen, ist der Tumor meist schon sehr groß.

Stichwort Darmkrebs

Unter dem Oberbegriff Darmkrebs werden Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolon), des Enddarms (Mastdarm/Rektum) und des Darmausgang (Anus) zusammengefasst.

Deshalb wird ab dem 55. Lebensjahr die Darmspiegelung (Koloskopie) alle zehn Jahre als Vorsorgeuntersuchung kostenlos angeboten. Sie ist die beste und sicherste Methode der Vorsorge, Stuhlbluttest und immunologische Tests sind ungenauer. Trotzdem gehen die wenigsten Menschen zur Darmspiegelung. Viele haben Angst vor dem Eingriff mit dem biegsamen Endoskop. Auch die vorbereitende Darmreinigung, für die man mindestens zwei Liter Spülflüssigkeit trinken muss, empfinden viele als unangenehm. Gefährlich ist eine Darmspiegelung nicht, zu Komplikationen kommt es sehr selten, sodass die Chancen einer erfolgreichen Krebsvorsorge die Risiken bei Weitem überwiegen.

Studien zeigen, dass nach einer unauffälligen Spiegelung die nächste Koloskopie erst nach fünf bis zehn Jahren durchgeführt werden muss.

Familiäres Risiko beachten

Wenn allerdings ein Darmkrebs bei Verwandten ersten Grades aufgetreten ist, sollte man häufiger kontrollieren. Denn 20 bis 30 Prozent aller Darmkrebspatienten haben ein vererbtes, familiäres Darmkrebsrisiko. In diesem Fall ist die Gefahr um das Vierfache erhöht und die erste Untersuchung sollte auch bereits zehn Jahre früher durchgeführt werden, als das Alter des jüngsten Betroffenen der Familie beim Ausbruch der gefährlichen Krankheit betragen hat. Etwa fünf Prozent aller Darmkrebspatienten haben sogar regelrecht krankmachende Gene geerbt - mit einer Erkrankungswahrscheinlichkeit von 80 bis 100 Prozent.

Eine Genanalyse zeigt bei frühen Darmkrebserkrankungen (unter 50 Jahren) in der Familie, ob das Risiko für Darm- und Magenkrebs erhöht ist. Wer weiß, dass er ein ererbtes Krebsrisiko in sich trägt, sollte engmaschig Darmspiegelungen durchführen lassen, um etwaige Tumoren rechtzeitig erkennen und behandeln zu können.

Krebs entsteht aus Polypen

Darmkrebs entsteht meist aus gutartigen Vorstufen, sogenannten Polypen, die sich bei der Koloskopie leicht entfernen lassen.

Bei der Koloskopie führt der Arzt dem Patienten unter örtlicher Betäubung ein biegsames Endoskop in den Darm ein. Das schlauchförmige Gerät enthält eine Lichtquelle, eine winzige Kamera mit einer sehr guten Auflösung und einen Arbeitskanal, über den der Arzt kleine Zangen zur Entnahme von Gewebeproben einführen und etwaige Polypen abtragen kann. Entdeckt er bei der Koloskopie einen Tumor, kann er eine Gewebeprobe zur feingeweblichen Untersuchung entnehmen.

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Visite | 30.09.2014 | 20:15 Uhr

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