Stand: 22.08.2017 22:44 Uhr

Chat-Protokoll zum Thema Spinalkanalstenose

Bild vergrößern
Dr. Horst W. Danner hat Fragen zum Thema Spinalkanalstenose im Visite Chat beantwortet.

Ziehende Schmerzen, verspannte Muskeln, Schwächegefühl - Rückenschmerzen können eine wenig bekannte Ursache haben: Bei der sogenannten Spinalkanalstenose ist der Wirbelkanal verengt, durch den wichtige Nervenbahnen verlaufen. Die Betroffenen leiden unter dumpfen Rückenschmerzen, Taubheitsgefühlen im Gesäß und in den Beinen sowie einem allgemeinen Schwächegefühl. Doch statt immer sofort zu operieren, kann in weniger schweren Fällen auch eine gezielte Physiotherapie helfen.

Der Orthopäde und Schmerzmediziner Dr. Horst W. Danner vom RehaCentrum Hamburg hat Fragen zum Thema im Visite Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen.

Larissa: Wie gut sind die Behandlungsaussichten nach über sieben Jahren dauerhaften Schmerzen? Besteht nach einer solchen Chronifizierung überhaupt noch die Chance auf Linderung?

Dr. Horst W. Danner: Nach sieben Jahren besteht eine eindeutige Chronifizierung, sodass es sich zwischenzeitlich schon um eine zusätzliche Schmerzkrankheit handelt. Hierbei ist es sehr wichtig, dass neben den Rückenproblemen auch die Schmerzkrankheit behandelt wird. So ist die Aufrichtung die Therapie für die Rückenbeschwerden und eine medikamentöse Einstellung die Therapie für die Schmerzkrankheit. Nur wenn beides vorliegt, besteht eine Chance, dass auch nach langjährigem Leiden eine Verbesserung erreicht werden kann.

Masatika: Bei mir soll eine Verödung an den Gelenken der Lendenwirbelkörper vorgenommen werden. Davor habe ich große Angst. Kann ich eventuell mit Physiotherapie oder Fahrradfahrern versuchen, die Schmerzen zu lindern? Würde ich auch walken können? Beim schnellen Gehen geht es mir besser. Ich bin 64 Jahre alt.

Danner: Bei allen Rückenschmerzen (außer bei Brüchen und Tumorkrankheiten) besteht inzwischen die einhellige Meinung, dass zunächst ein konservativer Versuch - das heißt Reha-Maßnahmen oder Physiomaßnahmen - ergriffen werden soll, bevor operiert wird.

Manju: Bei mir ist eine Spinalkanalstenose in Höhe L3/L4 festgestellt worden. Der Durchmesser beträgt nur noch 0,5 Zentimeter. Muss bei diesem Wert operiert werden oder nützt die Übung bei mir noch etwas?

Danner: Hier hilft einfaches Ausprobieren. Wenn die Schmerzen bei der Aufrichtung weggehen, kann Ihnen die Übung helfen. Häufig muss aber zusätzlich eine Schmerztherapie mit Medikamenten und/oder Akupunktur hinzugefügt werden.

Marie: Wenn ich den Kopf nach hinten beuge, bekomme ich ein Rauschen im linken Ohr. Könnte das ein Problem mit der Halswirbelsäule sein?

Danner: Bei diesen Beschwerden muss grundsätzlich ausgeschlossen werden, dass es sich um ein Durchblutungsproblem der Hirnschlagadern handelt (Arteria Vertebralis). Wenn dies ausgeschlossen ist, kann auch die Halswirbelsäule als Ursache dafür in Frage kommen.

Sven: Ist die gezeigte Übung auch bei Gleitwirbelschmerzen ratsam?

Danner: Ja.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 22.08.2017 | 20:15 Uhr

mit Video

Osteoporose: Den Knochenschwund früh erkennen

Eine Osteoporose entwickelt sich schleichend: Betroffene merken oft viele Jahre nichts vom Abbau ihrer Knochenmasse, die Knochen werden porös. Doch wie erkennt man die Krankheit? mehr

Mehr Ratgeber

06:21

Wie sinnvoll sind Light-Produkte?

17.10.2017 20:15 Uhr
Visite
09:33

Wie sammelt man Pilze?

17.10.2017 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
05:52