Stand: 06.06.2017 23:00 Uhr

Chat-Protokoll zum Thema Rosazea

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Dr. Ulrich Ohnemus hat im Chat Ihre Fragen zur Rosazea beantwortet.

Es beginnt meist im Alter zwischen 30 und 50: Erst rötet sich die Haut im Gesicht zunehmend, irgendwann bilden sich die ersten Knötchen und immer wieder blühen Eiterpickelchen auf. Die Rosazea ist eine der häufigsten Hauterkrankungen bei Erwachsenen. Eine Rosazea ist zwar nicht heilbar, bei richtiger Behandlung können die Symptome aber häufig gelindert werden.

Der Hautarzt Dr. Ulrich Ohnemus aus Hamburg hat Fragen zum Thema im Visite Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen.

AP: Ich habe eine Rosazea mit eher leichter Ausprägung am Kinn und an den Nasenflügeln. In letzter Zeit habe ich aber eine leichte Dauerrötung im gesamten Gesicht und Dekolleté - als ob ich einen ganz leichten Sonnenbrand hätte, obwohl ich nicht in der Sonne war. Gehört das auch zur Rosazea?

Dr. Ulrich Ohnemus: Es wäre theoretisch denkbar, dass diese Symptome Teil Ihrer Rosazea sind. In seltenen Fällen ist dabei auch das Dekolleté betroffen. In diesem Falle wäre es sinnvoll, sich beim Hautarzt vorzustellen und den Befund beurteilen zu lassen.

Isabella: Welche Kosmetikbestandteile sind als Auslöser bekannt?

Ohnemus: Zum Beispiel Menthol, Kampfer, Seifen.

Unbekannt: Sollte bei Rosazea nur auf Milch oder generell auf Milchprodukte verzichtet werden?

Ohnemus: Was den Einfluss von Milchprodukten auf die Schwere der Rosazea angeht, gibt es keine gesicherten Daten. Dies trifft eher auf die Akne Vulgaris zu.

mb: Bei mir hilft Azithromycin HEC 500 mg (drei Tabletten an drei Tagen) sehr gut, ich bin dann circa drei bis vier Monate fast erscheinungsfrei. Kann man das Medikament einmal im Jahr einnehmen?

Ohnemus: Obwohl es eventuell wirksam ist, ist Azithromycin für die Behandlung der Rosazea nicht offiziell zugelassen. Ich rate davon eher ab, da es bei dieser Dosierung eventuell doch zur Resistenzbildung von pathogenen Bakterien kommen kann. Empfehlenswerter ist die Einnahme von Doxycyclin 40 mg über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen, was eine relativ nebenwirkungsarme Behandlung darstellt.

Meli_29: Ich habe seit sieben Jahren Morbus Crohn und seit einem Jahr vermutlich Rosazea. Kann da eventuell ein Zusammenhang bestehen, da ja beides eine chronische Entzündung und eine Störung des Immunsystems ist?

Ohnemus: Es ist bekannt, dass Rosazea-Patienten häufiger unter chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen leiden. Die Studienlage hierzu ist allerdings schlecht. Eventuell besteht ein Zusammenhang durch die Störung der angeborenen Immunität, sowohl auf der Haut als auch im Darm.

Unbekannt: Ich (34 Jahre alt) habe seit circa sechs Jahren Rosazea. Ich bekomme täglich Oraycea 40 mg und einmal morgens als Creme soolantra 10 mg/g. Ich habe leider trotz dieser Therapie ein extrem rotes Gesicht und sehr viele Pusteln. Ich habe die anderen Salben schon alle durch. Was kann ich noch machen?

Ohnemus: Sie scheinen einen schweren Verlauf zu haben. Grundsätzlich könnten Sie mit Ihrem Hautarzt besprechen, ob er einen Off-Label-Use von Vitamin-A-Säure (Isotretinoin) in Tablettenform für sinnvoll erachtet.

Anni: Seit einiger Zeit bin ich (42) mit meiner Rosazea in dermatologischer Behandlung. Meine Hautärtzin empfiehlt mir, die Sonne zu meiden. Nach einem Urlaub an der Nordsee und täglicher Sonnendosis ist mein Hautbild allerding viel besser. Ist eine regelmäßige Sonnendusche nun hilfreich?

Ohnemus: Grundsätzlich ist die Rosazea eine Dermatose, die durch Sonnenbestrahlung eher getriggert wird. Von daher kann man nicht zu regelmäßigen Sonnenduschen raten.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 06.06.2017 | 20:15 Uhr

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