Stand: 29.08.2017 22:01 Uhr

Chat-Protokoll zum Thema Nierensteine

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Prof. Dr. Klaus-Peter Jünemann hat im Chat Fragen zum Thema beantwortet.

Die Ursachen für die Bildung von Nierensteinen sind vielfältig: Neben einer erblichen Veranlagung, Stoffwechselstörungen und Erkrankungen des Verdauungstraktes können auch falsche Lebens- und Ernährungsgewohnheiten derartige Ablagerungen hervorrufen.

Eine aktuelle italienische Studie hat ergeben, dass sogar mehr als die Hälfte aller Nierensteine durch Risikofaktoren wie eine zu geringe Trinkmenge pro Tag oder viele gesüßte Getränke entstehen. Eine wichtige Erkenntnis für Menschen, die immer wieder neue Steine bilden.

Der Urologe Prof. Dr. Klaus-Peter Jünemann vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein hat Fragen zum Thema im Visite Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen.

Lucky229: Wie können behandlungsbedürftige und nicht behandlungsbedürftige Steine unterschieden werden?

Prof. Dr. Klaus-Peter Jünemann: Das kann nur der Arzt entscheiden, abhängig von Größe, wenn bekannt, Beschaffenheit und Größenwachstum (ja/nein).

Anna: Woran erkennt man Nierensteine? Welche Symptome treten auf?

Jünemann: Ziehen in der Flanke, Blut im Urin (sichtbar oder nicht), Kolik.

Kai: Beeinflussen Nierensteine die Blutwerte oder können die Werte dennoch normal sein?

Jünemann: Sowohl als auch. Veränderungen der Nierenblutwerte sind gefährlich, mitunter lebensbedrohlich. Sie werden durchaus hervorgerufen durch einengende Nierensteine im Harnleiter. Ein asymptomatischer Stein zeigt sich nicht in den Blutwerten.

Mathilde: Kann man Nierensteine durch Medikamente auflösen?

Jünemann: Ja, allerdings nur Harnsäuresteine.

Unbekannt: Ich hatte jetzt die zwei Nieren-Operationen, mit sehr großem Ausgussstein. Beide Nieren waren jetzt betroffen, die Steine wurden nicht untersucht. Es wurde über die Flanke operiert. Es muss doch einmal untersucht werden, woher diese Stein kommen? Leide wegen dieser Steine auch immer unter einer Blasenentzündung.

Jünemann: Die Untersuchung von Nierensteinen ist Pflicht. Deshalb nachfragen, ob die Steine nicht doch zur Steinanalyse geschickt wurden. Bei immer wieder auftretenden Blasenentzündungen und Nierensteinbildung den Rückfluss von der Blase in die Niere (Reflux) prüfen lassen.

Lucky229: In welchen Abständen sollte man nach Zertrümmern eines ersten Steines kontrollieren lassen, ob sich wieder ein Stein bildet?

Jünemann: Nach drei Monaten und dann jährlich.

Melanie: Mein Vater hat seit einem Jahr einen Nierenstein, der so groß ist wie seine Niere. Er lässt sich nicht operieren, weil er panische Angst vor der Operation hat. Wir Kinder machen uns große Sorgen und fragen uns, welche Folgen es hat, wenn er seine Meinung nicht ändert?

Jünemann: Es handelt sich um einen Nierenbeckenausgussstein, der sehr oft keine Harnstauung hervorruft. Somit ist die Gefahr einer Blutvergiftung gering. Allerdings führen derart große Steine nicht selten zu Blutungen und die Nierenfunktion kann beeinträchtigt werden. Ich empfehle eine minimalinvasive OP durch die Flanke, die unter Vollnarkose stattfindet.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 29.08.2017 | 20:15 Uhr

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