Stand: 24.02.2016 09:31 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll zum Thema Implantatallergie

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Facharzt-Experte für Orthopädie: Prof. Karl-Dieter Heller.

Durch neue Knie- oder Hüftgelenke können heute viele Menschen wieder ein weitgehend normales und vor allem schmerzfreies Leben führen. Es kann jedoch auch vorkommen, dass das eingesetzte Gelenk Probleme macht. Eine mögliche Ursache: Das Metall der Prothese verträgt sich nicht mit dem Körper.

Prof. Karl-Dieter Heller, Chefarzt am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig, hat Ihre Fragen im Chat beantwortet. Hier können Sie das Protokoll nachlesen.

dr. no: Ich habe 2 Knie-TEPs (1997 und 2002). Sind damals schon die Daten der Implantate gespeichert worden? Ich möchte gerne wissen, ob Kobalt eingesetzt worden ist oder andere Schwermetalle. Meine Probleme sind unreine Haut und Pollenallergie (Hasel, Erle, Birke, Gräser, Äpfel, Kiwi). Kann es einen Zusammenhang geben?

Prof. Karl-Dieter Heller: Die Daten beziehungsweise die Nummern der Implantate wurden auch 1997 und 2002 dokumentiert, somit müsste die Klinik in der Lage sein, Ihnen eine Aussage bezüglich der verwendeten Implantate und Materialien zu machen. Ein Zusammenhang scheint sehr unwahrscheinlich.

Hobbit: Wie häufig kommt eine allergische Reaktion vor?

Heller: 15 Prozent der Bevölkerung hat eine Nickelallergie. Allergische Probleme nach Prothesen liegen sicherlich unter einem Prozent.

Lucia: Gibt es einen Ersatz bei Titanoxidallergie?

Heller: Ja, entweder wählt man eine andere Beschichtung, wie heute vorgestellt, oder man nimmt im Oberschenkelbereich eine reine Keramikprothese.

Maria: Seit über zehn Jahren müsste mir ein neues Hüftgelenk eingesetzt werden - Alter 59. Da bei mir eine Allergie gegen Chrom, Nickel, Gummi diagnostiziert wurde, habe ich die Schmerzen ausgehalten und möchte mich jetzt doch gerne operieren lassen. Titan wäre okay, jedoch geht es auch da nicht ohne Chrom und Nickel aufgrund der Materialeigenschaften. Stimmt das? Ich kann immer noch über zehn Kilometer laufen. Der Orthopäde meint jedoch, ich müsste schnell operiert werden, weil der Knochen bereits angegriffen ist. Gibt es einen Allergietest für Hüftimplantate? Hab ich eine Chance?

Heller: Die Lösung an der Hüfte ist sehr einfach. Man verwendet hier ein komplett zementfreies Implantat aus Titan, damit dürften keine allergischen Reaktionen auftreten. Wenn Sie noch zehn Kilometer laufen können, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie jetzt bereits eine Hüftprothese brauchen. Zur Beurteilung der Aussage Ihres Orthopäden würde ich die Röntgenbilder benötigen, ich rate zur Zweitmeinung.

R.B.: Ich brauche in Kürze ein neues Kniegelenk. Kann ich schon im Voraus testen lassen, ob eine Unverträglichkeit auf Metall oder Kunststoff vorhanden ist?

Heller: Ja, eine Testung ist möglich. Insbesondere auf Metall, aber auch wenn dieser Test positiv ist, sagt das nicht, dass Sie in der Tiefe des Kniegelenkes reagieren würden. Die Testung sollte bei einem Hautarzt erfolgen, sinnvollerweise bevor Sie die Klinik aufsuchen.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 23.02.2016 | 20:15 Uhr

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