Stand: 25.08.2015 13:30 Uhr

Brustkrebs: Früherkennung durch Ultraschall

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Per Ultraschall lassen sich zuweilen Tumoren finden, die in der Mammographie nicht zu erkennen sind.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Je früher das Mammakarzinom erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Neben der Tastuntersuchung, die für Frauen ohne erhöhtes Risiko beziehungsweise erbliche Vorbelastung ab dem 30. Lebensjahr einmal jährlich von ihrer Krankenkasse bezahlt wird, gibt es seit 2005 für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren eine kostenlose Röntgenuntersuchung im Zwei-Jahres-Intervall: die Mammografie.

Durch das Mammografie-Screening können Tumoren der Brustdrüsen im frühen Stadium entdeckt werden. Bei unklaren Befunden nach einer Mammografie  kann das Früherkennungsverfahren noch durch eine Ultraschalluntersuchung oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) ergänzt werden.

Mammografie: Unklare Ergebnisse bei dichtem Brustgewebe

Bei Frauen mit sehr dichtem Brustgewebe liefert das Röntgenbild häufig unklare Ergebnisse. Auffälligkeiten können schnell übersehen werden. Die radiologische Dichte der weiblichen Brust (lateinisch "Mamma") beschreibt das Verhältnis von Milchdrüsen und Milchgängen zu Fettgewebe. Je höher der Drüsenanteil, desto dichter ist die Brust und desto undurchsichtiger ist sie im Röntgenverfahren. Studien bestätigen, dass durch eine zusätzlich durchgeführte Ultraschalluntersuchung bei Frauen mit dichter Brust Brustkrebs nachgewiesen werden konnte, der bei Mammografie und Tastuntersuchung übersehen wurde.

Zum Zeitpunkt der Diagnose Brustkrebs ist jede vierte Frau jünger als 55 Jahre, jede zehnte Frau ist sogar jünger als 50. In dieser Altersgruppe haben viele dichtes Brustgewebe. Doch ein Ultraschall für Frauen mit dichter Brust wird im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen derzeit noch nicht berücksichtigt. Die Kosten für den zusätzlichen Ultraschall werden nur bei Risikopatientinnen mit beispielsweise erblicher Vorbelastung oder bei Krebsverdacht von den Krankenkassen übernommen.

Viele Frauenärzte bieten den Ultraschall daher als IGeL-Leistung an. Die Kosten liegen in der Regel zwischen 35 und 75 Euro und müssen selbst bezahlt werden. Wichtig für die Aussagekraft des Ultraschalls ist die Erfahrung des Arztes und die Qualität des Sonografie-Gerätes. Die Geräte sollten nicht älter als fünf Jahre sein und eine Frequenz von 10 bis 15 Megahertz (MHz) aufweisen können. Für den untersuchenden Arzt sollte die Mammasonografie eine tägliche Routine sein.

Experten empfehlen, dass Frauen zwischen 50 und 69 Jahren zusätzlich zum zweijährlichen Mammografiescreening zwischen den Intervallen eine Ultraschalluntersuchung in Anspruch nehmen sollten.

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Interviewpartner:

Im Studio:
Priv.-Doz. Dr. Kay Friedrichs
Mammazentrum Hamburg, Gynäkologische Onkologie
Jerusalem Krankenhaus Hamburg
Moorkamp 2-6
20357 Hamburg
Tel. (040) 44 19 05 00
Fax: (040) 44 19 05 04

Im Beitrag:

Dr. med. Conrad Felixmüller
Gynäkologe
Praxisklinik Winterhude
Mühlenkamp 32
22303 Hamburg
Tel. (040) 411 66 80
Fax: (040) 41 16 68 99
E-Mail: info(at)praxisklinik-winterhude.de

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