Stand: 12.10.2015 11:08 Uhr

Bluthochdruck: Wenn Medikamente nicht helfen

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Dauerhafter Bluthochdruck kann Organe schädigen und muss behandelt werden.

Einen dauerhaft zu hohen Blutdruck (Hypertonus) unter Kontrolle zu bringen, kann sehr kompliziert sein. Wirken anfangs noch ein oder zwei Medikamente in niedriger Dosierung, reicht das im Laufe der Zeit meist nicht mehr aus. Die Dosis steigt, weitere Wirkstoffe kommen hinzu. Bei jedem zehnten Patienten gelingt es mit den normalen Medikamenten überhaupt nicht, den Blutdruck einzustellen.

Der Blutdruck eines Patienten wird von einem Arzt gemessen.

Mit einem Schrittmacher gegen Bluthochdruck

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Dauerhafter Bluthochdruck kann Organe schädigen und muss behandelt werden. Helfen Medikamente nicht, gibt es weitere Behandlungsmethoden - zum Beispiel einen Blutdruckschrittmacher.

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Viele Betroffene nehmen das so hin und gehen damit ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt ein. Dabei gibt es neben Medikamenten weitere Behandlungsmethoden, die einen zu hohen Blutdruck senken können.

Hypertonus kann organische Ursache haben

Ein schwer einzustellender Hypertonus hat oft eine organische Ursache, doch danach werde viel zu selten gesucht, kritisieren Experten. Dabei sei die Diagnostik nicht besonders aufwendig und oft gelänge es dann, den Blutdruck durch gezielte Behandlung der Grunderkrankung zu senken.

Nicht selten entsteht ein Bluthochdruck durch eine Hormonstörung, vor allem durch das sogenannte Conn-Syndrom (Hyperaldosteronismus). Dabei produzieren die Nebennieren zuviel des drucksteigernden Hormons Aldosteron. Mit dem Hormonblocker Spironolacton lässt sich der Blutdruck in diesen Fällen oft gut einstellen. Die gezielte Verödung von Nervenfasern in den Nierenarterien (Renale Denervation) per Katheter soll ebenfalls helfen, einen Hypertonus unter Kontrolle bringen. Diese Methode hat aber nach widersprüchlichen Studienergebnissen stark an Bedeutung verloren.

Da die Nieren einen maßgeblichen Einfluss auf den Blutdruck haben, kann auch jede Nierenerkrankung den Blutdruck verändern: zum Beispiel eine chronische Nierenentzündung (Glomerulonephritis). Wird sie mit Kortison und anderen entzündungsstoppenden Medikamenten behandelt, sinkt der Blutdruck.

Prof. Joachim Schrader

Interview zum Thema Bluthochdruck

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Wann ist ein Schrittmacher oder ein anderer operativer Eingriff nötig? Prof. Joachim Schrader im Interview mit Moderatorin Vera Cordes.

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So funktioniert der Blutdruckschrittmacher

Ist keine körperliche Ursache für den hohen Bluthochdruck zu finden und gelingt es trotz des Einsatzes mehrerer verschiedener Wirkstoffe über eine längere Zeit nicht, den Blutdruck zu senken, kann als letzter Ausweg der Hypertonus direkt bekämpft werden, zum Beispiel durch einen Blutdruckschrittmacher.

Videos
06:21 min

Interview zum Thema Bluthochdruck

13.10.2015 20:15 Uhr
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Wann ist ein Schrittmacher oder ein anderer operativer Eingriff nötig? Prof. Joachim Schrader im Interview mit Moderatorin Vera Cordes. Video (06:21 min)

Dieses Gerät wird unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt und mit zwei Elektroden an den Halsschlagadern verbunden. Über die Elektroden stimuliert der Schrittmacher die sogenannten Barorezeptoren in der Halsschlagader, die ständig den Blutdruck messen. Durch die gezielten Stromimpulse gaukelt das Gerät dem Körper einen noch höheren Druck vor, als er tatsächlich ist. Das führt dazu, dass der Körper den Blutdruck von sich aus herunterreguliert.

Anfangs können die Stromimpulse etwas unangenehm sein und Heiserkeit verursachen. Doch nach einer Anpassung der Stromstärke auf den optimalen Wert und etwas Gewöhnung haben die Patienten meist wenig Probleme mit dem Schrittmacher. Die Erfolgsquote liegt bei rund 80 Prozent.

Weitere Informationen
55:20 min

NDR Info Redezeit: Bluthochdruck - das Video zur Sendung

13.10.2015 21:05 Uhr
NDR Info

Wann wird Bluthochdruck bedenklich? In der Redezeit haben Hörer von NDR Info mit Experten diskutiert. Die komplette Sendung finden Sie hier als Videomitschnitt. Video (55:20 min)

Bluthochdruck - die schleichende Gefahr

30 Millionen Deutsche haben einen zu hohen Blutdruck, aber viele kennen das gesundheitliche Risiko nicht. Wir informieren in einem Schwerpunkt über Symptome und Therapien. mehr

Interviewpartner

Im Studio:
Prof. Dr. Joachim Schrader
Ärztlicher Direktor und Chefarzt
Zentrum für Bluthochdruck
St. Josefs-Hospital Cloppenburg
Krankenhausstraße 13
49661 Cloppenburg
Internet: www.kk-om.de/st-josefs-hospital-cloppenburg/kompetenzzentren/zentrum-fuer-bluthochdruck.html

Im Beitrag:
Prof. Dr. Michael Koziolek
Oberarzt
Klinik für Nephrologie und Rheumatologie      
Universitätsmedizin Göttingen
Robert-Koch-Straße 40
37075 Göttingen
Tel. (0551) 396 63 31
Fax (0551) 39 89 06
Internet: www.nephrologie.med.uni-goettingen.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 13.10.2015 | 20:15 Uhr