Stand: 20.01.2015 11:31 Uhr  | Archiv

Bitterstoffe bremsen den Appetit

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Zwar gibt es Bitterstoffe auch in Kapselform, allerdings soll die Wirkung weniger effektiv sein

Bitterstoffe sind Gifte, mit denen sich Pflanzen vor Fressfeinden schützen. Für den Menschen dagegen sind viele dieser Stoffe sehr gesund. Traditionell werden sie vor allem zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Sie steigern die Magen- und Gallensaftsekretion und wirken damit verdauungsfördernd. Dieser Effekt kann auch genutzt werden, um das Abnehmen zu erleichtern.

Appetit lässt schneller nach

Durch den bitteren Geschmack lässt der Appetit schneller nach, sodass man weniger isst. So kann insbesondere Heißhunger auf Süßes gebremst werden. Da bittere Lebensmittel in der Regel auch deutlich weniger Kalorien als Süßigkeiten enthalten, können sie bei der Reduzierung von Übergewicht gleich doppelt behilflich sein.

Kräuterbitter gibt es in der Apotheke

Bittere Lebensmittel wie Pampelmusen, Chicorée, Linsen, Kohlrabi, Kaffee, Artischocken, Löwenzahn, grüner Tee oder Bier (Hopfen) enthaltend allerdings nicht genügend Bitterstoffe, um die Lust auf Süßes einzudämmen. Um den Appetit zu zügeln, muss daher auf Bittertropfen-Konzentrate aus der Apotheke zurückgegriffen werden. Sogenannter Kräuterbitter enthält Bitterstoffe aus Wermut, Engelwurz, Pomeranze, Kalmus, Kardamom, Kümmel, Gewürznelken, Zimt, Koriander, Fenchel, Galgant, Gelber Enzian, Lavendel, Majoran, Schafgarbe, Löwenzahn, Zitwer und Ingwer.

Sie sollten am besten vor jeder Mahlzeit und bei Heißhungerattacken eingenommen werden.

Bitterstoffe aus heutigem Gemüse herausgezüchtet

Bereits im Mittelalter spielten heimische Bitterstoffe eine große Rolle in der Behandlung von Verdauungsbeschwerden. Damals war das Gemüse wesentlich reicher an Bitterstoffen. Diese sind heute aus den "modernen" Gemüsesorten weitgehend herausgezüchtet worden - zugunsten eines angenehmeren, milderen Geschmacks. Daher liegt die Reizschwelle für Bitterstoffe mittlerweile sehr hoch.

Frauen reagieren empfindlicher als Männer. Laut einer Studie sind Menschen mit sensiblem Bitterempfinden um etwa 20 Prozent dünner als die, die nur ein schwaches Gespür dafür haben. Zwar ist die Zahl der Bitterrezeptoren genetisch festgelegt, allerdings kann das Bitterempfinden trainiert werden.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Anne Fleck
Fachärztin für Innere Medizin, Rheumatologie, Ernährungsmedizin und Vorsorgemedizin
Internet: www.docfleck.com

Dr. Florian Dilcher
Facharzt für Innere Medizin, Diabetologie, Angiologie, Ernährungsmedizin
Interdisziplinäre Gemeinschaftspraxis Feldstraße
Feldstraße 2a
21335 Lüneburg
Tel. (04131) 737 20

Dipl. oec.troph. Dorit Roeper
Adipositas-Zentrum Hamburg Wilhelmsburg am Wilhelmsburger Krankenhaus Groß Sand
Groß Sand 3
21107 Hamburg
Tel. (040) 75 20 53 07
Fax (040) 75 20 52 09
Internet: www.gross-sand.de

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Visite | 20.01.2015 | 20:15 Uhr

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