Stand: 14.08.2017 16:33 Uhr

Bauchaortenaneurysma: Operation rettet Leben

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Bei einem Aortenaneurysma überbrückt der Gefäßchirurg den erweiterten Bereich mit einer Prothese.

An einem geplatzten Bauchaortenaneurysma (BAA) sind Prominente wie Albert Einstein, Thomas Mann, Leonid Breschnew und Charles de Gaulle gestorben. Sie hatten zuvor keine Ahnung von der tödlichen Gefahr in ihrem Körper. In Deutschland sterben pro Jahr rund 10.000 Menschen an der tückischen Erkrankung. In der Regel verursacht die überwiegend bei Männern auftretende Erweiterung der Bauchschlagader keine Beschwerden. Sie wird meist nur zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt.  

Bauchaortenaneurysma.

Bauchaortenaneurysma: Operation rettet Leben

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Eine krankhaft erweiterte Bauchaorta kann zum Tod führen. Mit einer Ultraschalluntersuchung der Aorta kann die Gefahr erkannt werden. Eine Operation rettet Leben.

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Ultraschallscreening gefordert

Experten schätzen, dass mehr als 200.000 Menschen hierzulande eine defekte Bauchaorta haben, die jederzeit ohne Vorwarnung platzen kann. Deshalb fordern Mediziner die Einführung einer Vorsorgeuntersuchung für alle Männer ab 65 Jahren sowie für Jüngere mit einem erhöhten Risiko. Internationale Erfahrungen zeigen, dass ein Ultraschallscreening der Bauchschlagader die Zahl der Todesfälle sowie der Notoperationen um die Hälfte senkt. Denn wird ein Aneurysma frühzeitig durch diese einfache, schmerzlose Untersuchung erkannt, kann der Arzt das Risiko durch vorbeugende Maßnahmen erheblich senken. Doch ein solches Screening (rund 28 Euro) wird von den Krankenkassen bisher noch nicht bezahlt.

Risikofaktoren für ein Aneurysma

Die wichtigsten Risikofaktoren sind Rauchen, langjähriger Bluthochdruck und Arteriosklerose. Auch eine erbliche Veranlagung oder eine allgemeine Bindegewebsschwäche können die Gefäßerweiterung fördern. Je größer das Aneurysma ist, desto höher ist die Gefahr, dass es eines Tages platzt.

Bei einem Durchmesser von vier bis fünf Zentimetern liegt die Gefahr eines Risses bei drei Prozent pro Jahr, ab fünf Zentimetern schon bei mehr als 15 Prozent. Platzt ein Aneurysma, kommt für 80 Prozent der Betroffenen jede Hilfe zu spät - sie verbluten innerhalb weniger Minuten.

Prothese für die Bauchschlagader

Um vorzubeugen, wird bei einer Aortenaneurysma-OP eine Prothese in die Bauchschlagader eingesetzt - entweder per Katheter mit einer Stentprothese oder in einer offenen Operation mit einer fest eingenähten Prothese. Sie nehmen nun den Druck des Blutes von der kranken Gefäßwand, deren Ausdehnung mit der Zeit sogar zurückgeht.

Operationen im Vergleich

Beide Methoden haben Vor- und Nachteile:

Der Kathetereingriff ist für den Patienten weit weniger belastend als eine offene Operation, dafür werden bei der minimal-invasiven Methode in bis zu 40 Prozent der Fälle Nachfolgeeingriffe erforderlich, weil es zu undichten Stellen gekommen ist. Deshalb müssen die Patienten nach dem Eingriff auch engmaschig kontrolliert werden, lebenslang mindestens einmal im Jahr - mit einer Computertomografie und der damit verbundenen Strahlenbelastung.

Bei der offenen Operation ist ein großer Bauchschnitt erforderlich, um die Prothese fest in die Hauptschlagader einzunähen. Dieser Eingriff ist für den Patienten sehr belastend, dafür sitzt die Prothese im Anschluss aber dicht und sicher - weitere Kontrollen sind nicht nötig. Aus diesem Grund bevorzugen Gefäßchirurgen bei jüngeren, fitten Patienten die offene Operation, während das Katheterverfahren überwiegend bei älteren und geschwächten Menschen eingesetzt wird, für die eine offene Operation zu belastend wäre.

Weitere Informationen
04:56

Interview: Aneurysma der Bauchaorta behandeln

15.08.2017 20:15 Uhr
Visite

Per Ultraschall können Ärzte ein Aneurysma der Bauchaorta erkennen. Gefäßchirurg Professor Eike Sebastian Debus informiert über Therapien. Video (04:56 min)

Interviewpartner

Im Studio:
Prof. Dr. Eike Sebastian Debus
Direktor
Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin
Universitäres Herzzentrum
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
Internet: www.uke.de/kliniken/gefaessmedizin

Im Beitrag:
Prof. Dr. Thomas Busch, Chefarzt
Klinik für Gefäßchirurgie
Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung gGmbH
Marienstraße 72-90, 30171 Hannover
Tel. (0511) 289 25 99, Fax (0511) 289 23 48
Internet: www.diakonische-dienste-hannover.de

Barbara Bock, Oberärztin, Gefäßchirurgin
Eilenriede Klinik
Uhlemeyerstraße 16
30175 Hannover
E-Mail: info@eilenriedeklinik.de

Weitere Informationen:
Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie e.V.                      
Langenbeck-Virchow-Haus
Luisenstraße 58-59, 10117 Berlin
Internet: www.gefaesschirurgie.de
Patienteninformationen über Aortenaneurysmen

Deutsche Gefäßliga e. V.
Mühlenstraße 21-25, 50321 Brühl
Tel. (02232) 769 97 90, Fax (02232) 769 98 99
Internet: www.deutsche-gefaessliga.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 15.08.2017 | 20:15 Uhr

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