Stand: 30.08.2012 16:22 Uhr  | Archiv

Augen auf beim Pilzesammeln!

von Gabriele Hausmann
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Nach warmen Sommertagen und mit ein wenig Regen sprießen die Pilze im Wald besonders gut.

Spätsommer und ein bisschen Regen, das sind die besten Voraussetzungen, um Pilze zu sammeln. Wir schnappen uns Messer und Körbchen und schon geht es los. Pilzfreunde sollten nicht mit Plastiktüten zum Pilzesuchen losziehen. Pilze sind nämlich Frischluft-Fans und schwitzen in der Tüte. Dann bekommen sie braune, matschige Stellen, die weggeschnitten werden müssen.

Was wächst denn da?

Wichtig ist, dass der Pilzsammler genau weiß, was er mitnimmt. Schließlich gibt es zu fast jedem essbaren Speisepilz auch ein giftiges Pendant. Es gibt in Deutschland einige Tausend verschiedene Pilzarten - davon ist mindestens die Hälfte nicht essbar, giftig oder sogar tödlich giftig. Also am besten mit einem Pilzkenner losziehen oder das Pilzkörbchen anschließend von einem Fachmann begutachten lassen. Pilzberater der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) gibt es in vielen Städten und Gemeinden, man findet sie im Branchenbuch und in den Regionalteilen der Zeitung und auch im Internet.

Faustregel für Giftpilze

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Schön zum Anschauen - essbar sind diese giftigen Fliegenpilze allerdings nicht.

Giftige Pilze haben keine bestimmten Merkmale: Die Lamellenfarbe, die Form oder Größe des Hutes, die Form des Stiels: alles keine sicheren Zeichen für Verträglichkeit oder Giftigkeit. Die Verwechslungsgefahr ist sehr groß. Ein paar Beispiele: Der kegelhütige Knollenblätterpilz, rein-weiße Lamellen, weißer Stiel und weißer Hut, ist leicht zu verwechseln mit dem Champignon. Der grünblättrige Schwefelkopf, gelb bis grünlich gefärbt, dichte Lamellen, die oliv-bräunlich sind, kann verwechselt werden mit dem graublättrigen Schwefelkopf, der eben insgesamt mehr grau ist und einen milden Geschmack hat. Deshalb der dringende Rat: Finger weg, wenn man sich nicht ganz sicher ist!

Große Vielfalt bei essbaren Pilzen

Bei den essbaren heimischen Pilzen gibt es ganz verschiedene Sorten. Nur ein paar Beispiele: Steinpilze, Trüffeln, auch in Niedersachsen, Zimtröhrling, Stockschwämmchen, Morcheln, Nelkenschwindling, Parasolpilz und viele mehr. Es müssen nicht immer nur Maronen sein.

Zubereitung der gesammelten Pilze

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Mit den nötigen Kenntnissen macht Pize sammeln viel Spaß. Und das, was sich aus den Pilzen, wie etwa Steinpilzen, zaubern lässt, ist sehr lecker.

Das Beste ist, sie sofort zuzubereiten. Dann sind sie noch frisch und haben ihr schönes erdiges Aroma. Aber Pilze lassen sich auch prima einkochen und trocknen. Wer keinen Dörrautomaten hat, trocknet einfach im Backofen, bei 40 bis 50 Grad und Umluft. Man kann sie auch einfrieren, außer Pfifferlinge, die werden anschließend bitter. Es gibt diverse Anleitungen in Kochbüchern, die genau beschreiben, wie man Pilze einfriert.

Weitere Informationen

Pilze richtig zubereiten

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Wieder aufwärmen: ja oder nein?

Anders als es im Volksmund oft heißt, ist es möglich Pilze, wieder aufzuwärmen. Heutzutage hat fast jeder Haushalt einen Kühlschrank, in dem sich die schnell herunter gekühlten Reste einen Tag lang halten. Wenn sie also gut gekühlt waren, dürfen sie auch wieder aufgewärmt werden. Aber bitte nur einmal, denn Pilze verderben sehr schnell.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Alles, was gut tut! | 31.08.2012 | 10:50 Uhr

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