Stand: 03.01.2017 15:30 Uhr

Wie viel Licht benötigen Zimmerpflanzen?

von Helge Masch

Pflanzen brauchen Licht zum Leben. Das ist gerade im Winter gut zu erkennen, wenn Zimmerpflanzen die Blätter abwerfen. Doch Licht ist nicht nur der Energielieferant für die Photosynthese, es steuert auch Abläufe in der Pflanze.

Wenn es für Menschen in einem Raum hell genug ist, um uns orientieren zu können, bedeutet das nicht, dass für die Zimmerpflanzen ausreichend Licht für die Photosynthese vorhanden ist. Die Beleuchtungsstärke - gemessen in Lux - gibt an, wie viel Licht auf eine Fläche einwirkt. Die Sommersonne bringt es auf 100.000 Lux, ein bedeckter Sommertag auf etwa 20.000 Lux, ein bedeckter Wintertag hingegen nur auf 3.500 Lux. Für unsere Zimmerpflanzen stehen im Winter bestenfalls 2.000 Lux zur Verfügung - wenn der Himmel wolkenfrei ist. Steht eine Pflanze mitten im Zimmer, kann man pro einem Meter Entfernung vom Fenster etwa 1.000 Lux abziehen. Allgemein heißt es, dass Zimmerpflanzen etwa 1.000 Lux zum Wachsen benötigen.

Die richtige Lichtmenge für jede Pflanze

Pflanzen brauchen unterschiedlich viel Licht

Lichtbedarf: Was bedeuten die Piktogramme?

Beim Kauf von Zimmerpflanzen gibt es meist einen Pflege- und Standorthinweis in Form von Piktogrammen. Was bedeuten sie?

Schatten: geringer Lichtbedarf , 300 bis 800 Lux
Halbschatten: mittlerer Lichtbedarf, 800 bis 1.000 Lux
Sonnig: hoher Lichtbedarf, 1.000 bis 1.500 Lux

Der Lichtbedarf einer Zimmerpflanze hängt zudem davon ab, ob die Pflanze an ihrem natürlichen Standort vollsonnig oder im Schatten wächst. Hat eine Pflanze sogenannte panaschierte Blätter, also gelbe oder weiße Teile, steht entsprechend auch weniger Chlorophyll zur Verfügung, um Licht aufzunehmen. Solche Sorten haben einen höheren Lichtbedarf. Generell lässt sich sagen: In der lichtarmen Herbst- und Winterzeit sollten alle Pflanzen am besten direkt am Fenster mit südlicher Ausrichtung stehen.

Um den richtigen Standort für eine Pflanze zu bestimmen, ist es nicht notwendig ein Messgerät, ein sogenanntes Luxmeter, anzuschaffen. Es ist ausreichend, die Reaktion der Pflanze auf ihren Standort zu beobachten und sie rechtzeitig heller oder dunkler zu stellen.  

So reagieren Pflanzen auf Lichtmangel

  • Die Abstände zwischen den Blattknoten werden deutlich länger. Die Pflanze reckt sich nach dem Licht.

  • Da nicht genügend Energie zur Verfügung steht, um alle Organe zu versorgen, wirft die Pflanze Blätter ab, um sich in Zeiten des Lichtmangels nicht zu verausgaben.

  • Neue Blätter bleiben kleiner.

  • Pflanzen mit panaschierten Blättern vergrünen. Das heißt, in den zum Beispiel weißen Stellen bildet sich Chlorophyll.

  • Typische Blattstrukturen, wie etwa die Löcher und Ausbuchtungen beim Fensterblatt, bleiben aus.

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Beispiele für Zimmerpflanzen mit geringem Lichtbedarf

Es gibt Pflanzen, die sehr genügsam sind und nur wenig Licht (300 bis 500 Lux) brauchen, zum Beispiel Efeutute, Baumfreund, Fensterblatt, Schusterpalme, Bogenhanf und Drachenbaum. Usambaraveilchen, Einblatt und Flamingoblume sind Blühpflanzen, die im Schatten ebenfalls gut zurechtkommen.

Eine Christrose blüht neben Schneeglöckchen © NDR Fotograf: Mamfred Seibke aus Dorf Ganzow

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Licht steuert die pflanzliche Entwicklung

Pflanzen unterscheiden sich sich in "Kurztagpflanzen" und "Langtagpflanzen". Die kritische Tageslänge liegt jeweils bei zwölf Stunden. Eine Kurztagpflanze wie der Weihnachtsstern kann nur blühen, wenn sie weniger als zwölf Stunden Licht am Tag bekommt. Die Lichtintensität des Störlichtes kann deutlich unter der notwendigen Lichtmenge für die Photosynthese liegen, um eine Blütenbildung zu verhindern.

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Eine Langtagpflanze wie die Strauchmargerite hingegen benötigt mehr als zwölf Stunden Licht für die Blütenbildung. Ein anderes Beispiel ist die Knollenbegonie. Die kürzer werdenden Tage im Herbst leiten die Knollenbildung ein. Die Pflanze lagert jetzt ausschließlich Energie in der Knolle ein. Die Vermehrung, also das Produzieren von Blüten und Saat, steht nur im Langtag im Vordergrund. Wird die Pflanze durch den Menschen vorübergehend in eine Umgebung mit Kurztagsbedingungen umgestellt, vergehen sechs Wochen im Langtag, bis sie wieder mit der Blütenbildung beginnt.

Lichtbedarf schon bei der Aussaat beachten

Als Faustregel bei der Aussaat gilt, Saatkörner in Saatkornstärke mit Substrat abzudecken. Doch auch hier gibt es Ausnahmen: die Lichtkeimer und die Dunkelkeimer.

Das Saatkorn der Dunkelkeimer beginnt erst mit dem Keimvorgang, wenn es so tief in der Erde liegt, dass kein Licht es mehr erreicht, beim Alpenveilchen ist das etwa ein Zentimeter. Die Saat der Lichtkeimer (Tomate, Lobelie, Begonie) hingegen darf nicht mit Substrat abgedeckt werden. Bei mangelndem Lichteinfluss ist die Keimfähigkeit sehr stark reduziert.

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Dieses Thema im Programm:

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