Stand: 04.02.2016 12:19 Uhr

Keine Angst vor fleischfressenden Pflanzen

Fleischfressende Pflanzen sind nur für Insekten gefährlich. Für Menschen stellen die exotischen Arten dagegen eine Augenweide dar. Mit bunten Farben und den unterschiedlichsten Formen locken sie Insekten an, die ihnen als Nahrung dienen. Die Karnivoren sind aber genauso "normale" Pflanzen wie die üblichen Zimmerpflanzen. Sie betreiben Fotosynthese und die meisten würden auch ohne das Fangen von Insekten überleben. Es ist jedoch bewiesen, dass sie mit den zusätzlichen tierischen Nährstoffen besser wachsen. Zugegeben, dass Pflanzen plötzlich Tiere fressen ist ungewöhnlich. Diese Pflanzenart ist trotzdem für jeden Anfänger geeignet, der sich für dieses Phänomen interessiert. Mit guter Pflege eignen sie sich als Hingucker für das heimische Wohnzimmer.

Die bekanntesten Arten:

  • Die Venusfliegenfalle

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Die Venusfliegenfalle bevorzugt Wasser mit niedrigem Kalkgehalt.

Eine der bekanntesten fleischfressenden Pflanzen ist die Venusfliegenfalle. Sie benötigt extrem viel Licht und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Man sollte sie nicht zu viel wässern. Am besten einen großen Untersatz ein bis zwei Zentimeter hoch mit Wasser füllen, sodass die Pflanze sich nach Bedarf mit Wasser versorgen kann. Ist das Wasser aufgebraucht, kann man die Venusfliegenfalle etwa zwei Tage trockenstehen lassen, um anschließend das Wasser nachzufüllen. Wegen des Kalkgehaltes bei Leitungswasser vorzugsweise Regen- oder stilles Mineralwasser verwenden. Gerade im Winter darf die Venusfliegenfalle nicht weniger als fünf Grad ausgesetzt sein.

  • Der Sonnentau

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Gut geeignet für Anfänger: Sonnentau ist eine pflegeleichte fleischfressende Pflanze.

Mit klebrigen Ausscheidungen in den sogenannten Drüsenhaaren fängt der Sonnentau die Insekten. Ihre Weichteile werden anschließend im eingerollten Blatt aufgelöst. Der Sonnentau ist eine sehr pflegeleichte fleischfressende Pflanze und somit gut geeignet für Anfänger. Es ist wichtig, dass sie immer genug Wasser bekommt. Vor allem in den Sommermonaten sollte der Topf immer etwa einen Zentimeter im Wasser stehen. Der Sonnentau blüht stark, deshalb ist es ratsam, verblühte Blütenstängel zu entfernen. Die Pflanze kann so besser neue Blüten bilden und wachsen. Mit seinen zahlreichen Blüten ist der Sonnentau besonders schön anzusehen.

  • Die Schlauch-/Trompetenpflanze

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Schlauch- beziehungsweise Trompeten-Pflanzen sind winterfest und können das ganze Jahr draußen bleiben.

Diese Pflanzenart liebt einen sonnigen Standort. Das Sonnenlicht fördert ihre typische Ausfärbung. Die Schläuche einiger dieser Arten können bis zu einem Meter hoch wachsen und sind daher nicht für Terrarien geeignet. Dafür kann man sie umso besser ganzjährig ins Freie stellen. Die Erde sollte immer feucht sein. Die Schlauchpflanzen können Frost vertragen, nur im Februar sollte man sie vor der Wachstumsphase in einen größeren Topf umtopfen. 

  • Kannenpflanzen

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Die fleischfressende Kannenpflanze lockt Insekten mit ihrem Duft an, sie fallen dann in die glatte Kanne.

Eine weitere Gattung sind die Kannenpflanzen. Eigentlich leben sie in den Wäldern von Südostasien und Australien. Da sie relativ pflegeleicht sind, eignen sie sich aber trotzdem für die Wohnung. Kannenpflanzen "fressen" ihre Insekten ähnlich wie die Schlauchpflanzen und mögen es hell. Sie sollten allerdings nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein und brauchen eine erhöhte Luftfeuchtigkeit. Wasser nehmen sie über den gefüllten Untersetzer auf. Auch bei ihnen sollte Regen- oder stilles Mineralwasser verwendet werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Schleswig-Holstein 18:00 | 06.05.2015 | 18:00 Uhr

mit Video

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