Hortensien-Pflege leicht gemacht
Lange galten sie als altmodisch, heute blühen sie wieder in fast jedem Garten: Hortensien (Hydrangea). Mit ihren blütenbesetzten Dolden bilden sie Farbtupfer in Violett, Rosa oder Blau. Die blühfreudigen Pflanzen bevorzugen einen Standort im Halbschatten, aber die meisten Arten vertragen auch ein sonniges Plätzchen. Der Boden sollte tiefgründig, locker und humos sein und die Pflanzstelle windgeschützt.
Welche Pflege für welche Hortensie?
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Die Bauernhortensie - auch bekannt unter den Bezeichnungen Gartenhortensie, Topfhortensie und Japanhortensie - ist die bekannteste Sorte. Sie blüht erst im zweiten Jahr.
Da sich die Blütenansätze des kommenden Jahres bereits im Vorjahr an der Spitze der Triebe bilden, darf sie nicht zurückgeschnitten werden. Sonst wird mit dem Schnitt der neue Austrieb entfernt und Sie müssen ein Jahr lang auf Blüten verzichten. Der Strauch wird bis zu zwei Meter groß und benötigt viel Wasser.
Tellerhortensien (auch Berghortensien) ähneln auf den ersten Blick Bauernhortensien. Sie sind etwas kleiner und die Blüten bestehen aus zwei Teilen: den eher unscheinbaren inneren Blüten und einem Kranz mit größeren sogenannten Scheinblüten. Tellerhortensien sollten nicht in der prallen Sonne stehen. Sie benötigen viel Wasser und sollten nicht zurückgeschnitten werden.
Die Rispenhortensie ist sehr winterhart und hat fliederähnliche Blüten. Sie wird etwa zwei Meter hoch und kann durch Schnitt die Form eines Strauchs oder Baums annehmen. Geschnitten wird bei Bedarf im Winter. Die Pflanze toleriert im Vergleich zur Bauernhortensie eher Trockenheit und stellt kaum Ansprüche an den Boden. Sie verträgt Sonne und Halbschatten.
Die Eichenblättrige Hortensie trägt im Frühsommer weiße Blüten, die sich bei den meisten Sorten später rosa verfärben. Sie kommt sowohl mit Sonne, Halbschatten als auch Schatten zurecht. Unabhängig davon benötigt sie einen feuchten Standort ohne Staunässe. Die Pflanze kann im Winter zurückgeschnitten werden. In sehr kalten Regionen benötigt sie Frostschutz. Die Höhe ist abhängig von der Sorte.
Die empfindliche Samthortensie zeichnet sich optisch durch ihre behaarten Triebe und Blätter aus. Sie wird etwa zwei Meter hoch. Sie benötigt einen windgeschützten Standort im Schatten und viel Wasser, das verhindert das Austrocknen der Blattränder. Der Boden sollte leicht sauer sein. Die Blüten werden bereits im Vorjahr gebildet, bei einem Rückschnitt fällt die Blüte dann aus.
Bis zu drei Meter hoch wird die Schneeballhortensie (auch Waldhortensie, Baumhortensie). Sie bevorzugt einen Standort im hellen Halbschatten. Im Gegensatz zu den meisten Sorten kann diese Hortensie im Frühjahr zurückgeschnitten werden, denn sie blüht am einjährigen Holz.
Kletterhortensien können bis zu sieben Meter wachsen und sind auch für einen Standort mit West- oder Nordausrichtung geeignet. Sie klettern mithilfe ihrer Haftwurzeln auf rauem Untergrund. Im Herbst können sie zurückgeschnitten werden ...
... allerdings entfernt man dann die Blüte des Folgejahres.
Von Natur aus gibt es keine blauen Hortensien, die Farbe entsteht, wenn die Pflanzen in saurem Boden (pH-Wert 4,0 bis 4,5) wachsen. Dafür bietet der Handel ein Blaufärbemittel an, alternativ kann man Kalialaun aus der Apotheke verwenden.
Von Natur aus gibt es keine blauen Hortensien, die Farbe entsteht, wenn die Pflanzen in saurem Boden (pH-Wert 4,0 bis 4,5) wachsen. Dafür bietet der Handel ein Blaufärbemittel an, alternativ kann man Kalialaun aus der Apotheke verwenden.
Nicht austrocknen lassen
Generell gilt: Hortensien lieben Wasser und müssen daher vor allem bei trockenem und warmem Wetter feucht gehalten werden. Auch Hortensien im Kübel dürfen nicht austrocknen - wobei immer darauf geachtet werden muss, dass es keine Staunässe gibt. Vor dem Pflanzen sollten sie für etwa zehn Minuten in einen mit Wasser gefüllten Eimer gestellt werden. Wer seine Zimmer-Hortensien in den Garten pflanzt und auch hier das Gießen nicht vergisst, hat schnell einen schönen großen Hortensien-Busch im Beet.
Schneiden oder nicht?
Hortensien müssen nicht grundsätzlich beschnitten werden. Bei der Bauernhortensie beziehungsweise Japanhortensie sowie der Kletterhortensie genügt es meist, erfrorene oder abgestorbene Triebe zu entfernen. Schneidet man zu viel, blüht die Pflanze im nächsten Jahr nicht mehr so üppig, denn die Blüten werden bereits im Vorjahr angelegt. Die Rispenhortensie verträgt einen starken Rückschnitt im Winter und belohnt dies mit buschigem Wuchs und vielen Blüten. Auch die Waldhortensie und die Eichenblättrige Hortensie kann im Winter stärker zurückgeschnitten werden.
Dünger gibt Kraft
Im Fachhandel ist spezieller Hortensien-Dünger erhältlich, geeignet ist aber auch Azaleen- oder Rhododendron-Dünger. Die Düngerzugabe sollte zwischen Mai und Juli erfolgen. Der Dünger ist stickstoffbetont und enthält wenig Phosphor.
Aus Rosa wird Blau
Von Natur aus gibt es keine blauen Hortensienblüten.
Blaue Hortensien gibt von Natur aus nicht - erst die Zusammensetzung des Bodens bewirkt, dass die Blüten blau werden. Das funktioniert allerdings nur bei rosafarbenen Pflanzen, eine weiße oder rein rote Blüte lässt sich nicht umfärben. Die farbliche Veränderung dauert einige Zeit, meist ist sie erst im zweiten Jahr vollständig. Wichtig für eine blaue Blüte ist ein saurer Boden (pH-Wert 4,0 bis 4,5) und das Vorkommen von Aluminium. Dies entspricht der Bodenbeschaffenheit, die auch für Rhododendren wichtig ist. Deshalb bei alkalischem Boden einfach ein großes Pflanzloch graben und mit Rhododendron-Erde anfüllen.
Das für die Blaufärbung verantwortliche Aluminium wird dem Boden durch ein im Fachhandel erhältliches Blaufärbemittel oder durch Kalialaun aus der Apotheke zugeführt. In der sauren Umgebung kann die Pflanze das Aluminium aufnehmen und die Farbstoffe in den Blüten einlagern. Um sauren Boden zu erhalten, ist insbesondere bei Pflanzung in Kübeln darauf zu achten, nur Regenwasser beziehungsweise sehr weiches Wasser zu verwenden.