Stand: 19.02.2013 17:11 Uhr

Schneeglöckchen: Zarte Frühlingsboten

von Verena Künstner
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Wahre Schneeglöckchen-Liebhaber geben für eine seltene Pflanze einige Hundert Euro aus.

Sie ist etwa 14 Zentimeter hoch und hat zarte grüne Blütenblätter: Die "Green Tear" ist so etwas wie die Blaue Mauritius unter den Schneeglöckchen. Die Rarität ist unter Sammlern so beliebt, dass für eine einzige Zwiebel über 350 Euro geboten wurde. Weltweit gibt es etwa 1.500 Schneeglöckchen-Arten. Gezüchtet und gehandelt werden die Pflanzen überwiegend in Schottland und England - dort finden auch jährlich die wichtigsten Versteigerungen und Galas statt, auf denen sich Liebhaber aus aller Herren Länder zusammenfinden. Als "galanthophil" werden besonders leidenschaftliche Sammler der Schneeglöckchen bezeichnet (botanischer Name: Galanthus nivalis).

Keines ist wie das andere

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Die Schneeglöckchen (Galanthus) stammen aus der Familie der Amaryllisgewächse.

Auf den ersten flüchtigen Blick unterscheiden sich die meisten Schneeglöckchen nicht voneinander. Sobald man aber genauer hinsieht, offenbaren sich die zauberhaften Eigenarten jeder einzelnen Sorte: Da gibt es die reinweißen, deren Blütenblätter einen perfekten Tropfen bilden. Wie eine fliegende Elfe dagegen wirken die Sorten, deren Blüten abstehen und ihr Inneres offenbaren. Das kann gefüllt wie "Cordelia" oder auch einfach wie "Mandarin" sein, mit mehr oder weniger kräftig grünen Verfärbungen. Auch die Farbe des Fruchtknotens kann variieren: Heiß begehrt sind Exemplare mit gelbem Fruchtknoten. Außerdem unterscheiden sich die Sorten in Laubfärbung und -größe.

Der richtige Standort

Die aus der Familie der Amaryllis stammende Pflanze mag halbschattigen, feuchten Boden ohne Staunässe. Die Zwiebel setzt man mit den anderen Frühlingsblühern im September etwa acht bis zehn Zentimeter tief ein. Wer Wert auf eine bestimmte Sorte legt, kauft sie wie die Profis blühend. So ist man im nächsten Frühjahr vor Überraschungen sicher, denn an der Zwiebel allein können nicht einmal die verrücktesten Schneeglöckchenliebhaber die Sorten erkennen. 

Vemehrung ist ganz einfach

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Schneeglöckchen lassen sich durch einfaches Teilen vermehren

Noch während der Blüte lassen sich die Schneeglöckchen am besten teilen. Dazu gräbt man vorsichtig die Horste aus, teilt die Pflanzen und setzt sie in humusreichen Boden an anderer Stelle wieder ein. So verdichtet die Pflanze nicht so sehr und bleibt vor Pilzkrankheiten geschützt. Auch Ameisen tragen zur Verbreitung bei. Sie fressen die an den Samen befindlichen sogenannten Nährkörper und tragen die Saat so weiter.

Nach der Blüte schneiden viele Gartenbesitzer die Glöckchen ab - doch dann fehlt den Pflanzen das Grün, um Energien für das nächste Jahr zu sammeln. Wer gern Ordnung im Garten hat, flicht das Laub einfach zu einem Zopf zusammen. So kann es zur Ruhe kommen und nimmt den nachwachsenden Pflanzen keinen Platz weg.

Wunderschön in Kombination mit anderen Frühblühern

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Eine zauberhafte Farbkombination bilden Schneeglöckchen und Christrose.

Besonders schön wirken die porzellanartigen Glöckchen in Kombination mit kräftigen Farben. Setzen Sie zwischen die weißen Tuffs beispielsweise Mini-Alpenveilchen (Cyclamen persicum) in kräftigem Pink, lilafarbene Krokusse, strahlend gelbe Narzissen und violette oder rosa Leberblümchen (Anemone hepatica). Perfekt abgerundet wird der Frühlingsgarten durch Christrosen (Helleborus niger), die es in 15 unterschiedlichen Farben gibt und die schon blühen, während andere Stauden noch im Winterschlaf liegen.  

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DAS! | 17.03.2012 | 18:45 Uhr