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Nacktschnecken: Was hilft gegen die Plage?

von Heike Dittmers

Je heftiger die Regengüsse, desto größer die Plage in den Gärten: Die Invasion der Nacktschnecken droht. Sie fressen in Windeseile ganze Pflanzen kahl und haben kaum natürliche Feinde. Gärtner bekommen dieses Problem nur sehr schwer in den Griff. Was hilft wirklich? Markt hat verschiedene Methoden unter die Lupe genommen.

Was hilft gegen Nacktschnecken?

Markt - 16.07.2012 20:15 Uhr

Blumen oder Gemüsepflanzen sind oft über Nacht weggefressen. Nur ein paar Schleimspuren verraten die Übeltäter. Was hilft gegen Nacktschnecken: Chemie oder Hausmittelchen?

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  • Methode: Bierfalle

    Beliebt und weit verbreitet ist die Bierfalle. Ein mit Bier gefüllter Becher wird in ein Beet gebuddelt. Der Geruch lockt Schnecken an, sodass sie in die Flüssigkeit hineinkriechen und ertrinken. Dietmar Schwarz von der Landwirtschaftskammer Hamburg rät: Finger weg von der Bierfalle, denn durch den Geruch werden tatsächlich auch Schnecken aus Nachbargärten angelockt. So fängt man zwar einige Schnecken ein, hat in seinem Garten aber noch mehr Schnecken als vorher.

  • Methode: Streugut

    Eine sanfte Methode ist das Ausstreuen von Streumaterialen wie Holzspäne, scharfem Sand oder Dekorspänen. Solche Untergründe meiden die Schnecken, weil sie viel Schleim produzieren müssen, um diese Barrieren zu überwinden. Allerdings hat diese Methode einen Nachteil: Wenn es regnet oder nur feucht ist, können die Nacktschnecken die Barrieren problemlos überwinden.

  • Methode: Schneckenkorn

    Schneckenkorn ist ein einfach anzuwendendes Gift. Allerdings gibt es Produkte mit verschiedenen Wirkstoffen. Weit verbreitet ist Schneckenkorn mit Metaldehyd und Eisen-III-Phosphat. Umweltschonender und deshalb vorzuziehen sind Mittel, die Eisen-III-Phosphat enthalten. Sie gelten als ökologisch unbedenklich. Allerdings werden auch "gute" Schnecken wie Weinbergschnecken durch das Gift getötet. Achtung: Die Anwendung ist auf maximal vier Mal pro Jahr begrenzt.

  • Methode: Fadenwürmer

    Einen biologischen Pflanzenschutz bietet die Bekämpfung mit Fadenwürmern, sogenannten Nematoden. Fadenwürmer kann man bei Herstellern von Nützlingen per Post bestellen. Die Nematoden werden in Tonmaterial geliefert, in Wasser aufgelöst und anschließend auf den Flächen verteilt. Wichtig: Der Untergrund sollte in den folgenden zwei bis vier Wochen immer feuchtgehalten werden, sonst sterben die Würmer ab.

  • Methode: Absammeln

    Nacktschnecken abzusammeln ist kostenlos, aber zum Teil sehr nervenaufreibend, weil es wirklich viel Arbeit bedeutet. Unser Tipp: Schnecken meiden das Licht. Am meisten Erfolg hat man, wenn man in den frühen Morgenstunden oder in der Abenddämmerung sammelt oder wenn es regnet. Außerdem: Alte Bretter oder große Pflanzenblätter von Rhabarber oder Kürbis auslegen. Darunter verstecken sich die Schnecken gern, sodass man sie anschließend bequem einsammeln kann. Wer seine Schneckenplage dauerhaft dezimieren will, muss zwei- bis dreimal pro Tag ran.

  • Unser Tipp zum Schluss

    Die Schnecken nicht qualvoll töten. Einen schnellen Tod bringt das Übergießen mit heißem Wasser oder ein beherzter Spatenstich. Auf gar keinen Fall ist es zu empfehlen, Salz auf die Tiere zu streuen, denn dies bedeutet einen qualvollen Tod.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 16.07.2012 | 20:15 Uhr

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