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Rasensaaten im Test

von Uwe Leiterer

Im Frühjahr ist es wieder so weit: Alles grünt und blüht, doch der Rasen sieht häufig sehr mitgenommen aus. Dann ist es oft das Beste, den Rasen komplett oder teilweise neu auszusäen. Bei der Wahl des Rasensaatguts lässt sich allerdings viel falsch machen. Im schlimmsten Fall sieht der neue Rasen nach einem Jahr sogar schlechter aus als der alte.

Wundertüte Rasensaatgut

Im Prinzip kann jeder Saatguthersteller Rasensamen unter jeder beliebigen Bezeichnung verkaufen, denn es existieren in diesem Bereich keinerlei gesetzliche Standards. Bezeichnungen wie "strapazierfähig", "besonders trittfest" oder "pflegeleicht" müssen also nicht viel heißen. Sie sagen nichts über die Zusammensetzung der Mischungen aus. Im Prinzip können alle möglichen Grassorten in einer Mischung vorhanden sein, auch wenn diese für den Nutzungszweck überhaupt nicht geeignet sind. Vor allem in billigem Saatgut finden sich in großer Anzahl Grassorten, die in einem Rasen nichts zu suchen haben.

Hände weg von Billigmischungen

Diese Billigmischungen, die vor allem in Baumärkten angeboten werden, versprechen eine Neuanlage der Rasenfläche zum halben Preis. In der Tat: Der neue Rasen wird sehr schnell sehr grün. Doch das böse Erwachen folgt spätestens im nächsten Jahr. Der Grund: Viele dieser Mischungen verwenden Grassorten, die eigentlich als Futtergras für Weidetiere gezüchtet worden sind und sehr schnell wachsen. Doch diese Sorten vertragen wöchentliches Rasenmähen überhaupt nicht. Die Konsequenz: Direkt nach der Aussaat verdrängen die schnell wachsenden Futtersorten die langsam wachsenden Rasengräser und am Ende des Sommers bleiben große Löcher in der Narbe zurück. Dort siedeln sich bevorzugt Wildkräuter wie Löwenzahn an, die kaum mehr aus der Rasenfläche zu verdrängen sind.

Gute Rasenmischungen müssen teurer sein

Die Herstellung von gutem Rasensamen ist teuer. Grassorten, die den Anforderungen eines Rasens entsprechen, müssen verschiedene Eigenschaften haben: Sie sollten trockenresistent sein, langsam wachsen und spät blühen. Aus solchen Sorten Samen zu gewinnen, ist zeitaufwendig und die Erträge sind wesentlich geringer als etwa bei Futtersorten.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 18.04.2011 | 20:15 Uhr

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