Stand: 11.09.2015 08:47 Uhr

Vorsicht bei Kürbisfrüchten aus eigener Ernte

von Udo Tanske

Spätsommer ist im Garten vor allem eines: Erntezeit. Und nichts schmeckt besser als selbst gezogenes Gemüse. Doch nicht immer ist es lecker und gesund, denn der Verzehr kann zu gesundheitlichen Schäden führen. Das gilt für alle Kürbisgewächse wie Gurken, Zucchini, Melonen und Speisekürbisse, wenn man das Saatgut selbst gewonnen hat. Wuchsen die Pflanzen im vorangegangenen Jahr beispielsweise neben Zierkürbissen, können Insekten die Pollen der bitteren Zierkürbisse auf die Pflanze übertragen haben. Das Ergebnis ist eine unkontrollierte Rückkreuzung mit Auswirkungen auf das Saatgut.

Verwendet man dieses Saatgut in der folgenden Gartensaison, können die Früchte der Pflanzen die Bitterstoffe aus dem Zierkürbis enthalten - giftige sogenannte Cucurbitacine. Diese sind nicht zu unterschätzen, denn sie können mitunter Durchfall, starken Speichelfluss, Herzrasen oder Kopfschmerzen auslösen. Treten diese Symptome nach dem Verzehr selbst angebauten Gemüses auf, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen. Im Ernstfall können die Giftstoffe nämlich tödliche Folgen haben.

Geschmackstest kann vorbeugen

Ein einfacher Geschmackstest vor der Zubereitung kann vor einer Vergiftung schützen. Schmeckt das Gemüse bitter, den Bissen sofort wieder ausspucken und die Frucht wegwerfen. Eine solche Kostprobe ist für alle Kürbisgewächse empfehlenswert.

Geprüftes Saatgut und Jungpflanzen kaufen

Wer ein Vergiftungsrisiko vermeiden möchte, sollte geprüftes Saatgut oder Jungpflanzen zum Anbau verwenden. Sollte das Gemüse dennoch einen bitteren Beigeschmack haben, ist dies auf klimatische Bedingungen zurückzuführen. Je nach Witterung schwanken die Temperaturen und auch der Wasserhaushalt der Pflanze. Auf diese Unbeständigkeit reagiert die Pflanze mit Stress. Folge: Das Gemüse wird bitter. Auch dieses Gemüse sollte besser nicht verzehrt werden.

Für ein einwandfreies Ernteergebnis die Pflanzen mit abgestandenem Wasser gießen. Beim Hacken die Wurzel nicht beschädigen. Aber auch dadurch ist die Ausbildung von Bitterstoffen nicht vollkommen ausgeschlossen.

Bittere Ernte: Woran liegt das?

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 10.09.2015 | 19:30 Uhr

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