Stand: 08.06.2016 13:32 Uhr

So gelingt die nächste Erdbeerernte

An gesunden Erdbeeren wachsen die süßesten Früchte. Wer im Sommer eine gute Ernte hatte, freut sich sicherlich schon auf die im kommenden Jahr. Voraussetzung für einen großen Ernteerfolg ist die rechtzeitige Pflege der Pflanzen.

Erdbeeren lassen sich ganz einfach vermehren

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Erdbeeren gehören zu den gesündesten heimischen Früchten.

Genau genommen ist die Erdbeere keine Beere, sondern eine Sammelnussfrucht. Sie gehört zu den beliebtesten und auch gesündesten heimischen Früchten aus dem Garten. Erdbeeren lassen sich ganz leicht selbst vermehren: Dabei werden die sogenannten Junior-Pflanzen, die sich an den Ausläufern der Mutterpflanze gebildet haben, mit einem scharfen Messer vorsichtig abgeschnitten. Damit sie Kraft sammeln und starke Wurzeln ausbilden können, sollten zwei bis drei Nachwuchs-Erdbeeren in einen Topf mit Kompost gepflanzt und für ein bis zwei Wochen an einen sonnigen und windgeschützten Ort gestellt werden. Erst dann sollten sie wieder in den Garten verpflanzt werden.

Pflanzen möglichst jährlich auswechseln

Idealerweise tauschen Hobbygärtner ihre älteren Pflanzen jedes Jahr gegen die Junior-Pflanzen aus. Eine einjährige Kultur hat den Vorteil, dass ständig eine Auslese der Pflanzen stattfindet. Außerdem kann so jedes Jahr die Anbaufläche gewechselt werden, denn Erdbeeren entziehen dem Boden Nährstoffe. Sie wachsen am liebsten dort, wo im vorigen Jahr Frühkartoffeln oder frühe Gemüsearten angebaut waren.

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Erdbeerpflanzen liefern maximal drei Jahre eine gute Ernte.

Wem das jährliche Pflanzen zu mühsam ist, kann die Kultur aber auch zwei bis drei Jahre - nicht länger - stehen lassen. Dann ist es ratsam, Mitte Juli das alte Laub zu entfernen. Am besten mit der Heckenschere die Blätter knapp eine Handbreit über dem Boden abschneiden, das Herz der Pflanze im Boden belassen. In dem alten Laub befinden sich Hemmstoffe. Sie beeinflussen die Anlage der neuen Blütenknospen im nächsten Jahr negativ, die Ernte würde geringer ausfallen. Im selben Arbeitsschritt das Erdreich rund um die Erdbeerpflanze gut auflockern und gegebenenfalls das Unkraut entfernen.

Neue Erdbeeren rechtzeitig pflanzen

Wer neue Pflanzen im August, spätestens bis September setzt, wird mit einer guten Ernte im Folgejahr belohnt. Dauertragende Sorten wie "Evita", "Fresca", "Rapella" und "Tribute" fruchten meist bis in den Oktober hinein. Bodendeckende Sorten wie die "Florika" und "Spadeka" bilden mittelgroße Früchte aus und gelten als besonders süß. Wer eine richtig süße "Erdbeerwiese" im Garten haben möchte, greift also zu diesen Sorten. Alle Erdbeeren brauchen bei einer Neupflanzung vor allem eines: ausreichend Wasser.

Erdbeeren pflanzen - darauf kommt es an

Bodenbedingungen und Schutz vor Krankheiten

Optimale Bedingungen bietet ein tiefgründiger und gut durchlässiger Boden. Er sollte humus- und nährstoffreich sein. Besonders förderlich ist ein leicht saurer Boden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Das Wurzelwerk der Erdbeere ist sehr anfällig für Pilzkrankheiten. Die rote Wurzelfäule taucht zum Beispiel dann auf, wenn der Boden über längere Zeit zu nass ist. Pilzbefall droht bei nassen Blättern, die Pflanze kann dadurch recht schnell krank werden. Solche Krankheiten können durch die Verwendung von sogenannten Tropfschläuchen vermieden werden: Mit so einem Hilfsmittel perlt das Wasser Tröpfchen für Tröpfchen gezielt nur auf den unteren Teil der Pflanzen.

Mulchen gegen Unkraut und Schnecken

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Stroh im Beet hält den Boden feucht und schützt vor Unkraut.

Durch das Einbetten der Erdbeerpflanzen in Stroh ("helles Mulchen") bleibt die Feuchtigkeit länger im Boden. Außerdem liegen die Beeren nicht direkt auf der Erde und versanden nicht. Das Mulchen verhindert außerdem stärkeren Unkrautwachstum und hält die ungeliebten Schnecken fern. Durch regelmäßiges Düngen mit Kompost erhalten die hungrigen Pflanzen genügend Nahrung. Bei der Düngung auf einen speziellen Beeren-Dünger zurückgreifen. Er enthält viel Kalium und fördert besonders die Fruchtbildung.

Erdbeeren im Topf

Wer keinen Garten hat, kann trotzdem eigene Erdbeeren anbauen: In Töpfen oder Kübeln gedeihen sie prächtig. Voraussetzung ist auch hier lockere, humose und nur leicht gedüngte Erde. Wer die Pflanzgefäße erhöht stellt, schont bei der Ernte außerdem den Rücken.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Schönes Landleben XXL | 05.06.2016 | 11:30 Uhr

mit Video

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