Gartentipps des Monats
Gartenexperte Andreas Wolf gibt saisonale Tipps und beantwortet Hörerfragen. mehr
Herbstlaub ist kein Müll, sondern wertvoller Rohstoff.
Im November geht der Herbst in den Winter über. Die meisten Gehölze verlieren ihre Blätter und der erste Frost tritt auf. Deshalb sind die Hauptaufgaben in diesem Monat die Laubbeseitigung und die Wintervorbereitung. Laub wird von den meisten Laien fälschlicherweise als Müll betrachtet.
Profigärtner aber wissen, dass die abgefallenen Blätter ein wichtiger Rohstoff für den Garten sind. Aus ihnen gewinnen sie das "Gärtnergold", die Komposterde. Nicht umsonst schreiben die Kleingartenvereine ihren Mitgliedern einen Kompost vor.
Der Humus wirkt im Boden wie ein schwammartiger Speicher. Wasser wird besser aufgenommen und fließt weder ab noch verdunstet es. So kommen die Pflanzen besser durch trockene Zeiten. Die Nährstoffe bleiben für die Pflanzen verfügbar und belasten nicht das Grundwasser. Ein humusreicher Boden enthält Lufteinschlüsse. Die verhindern Staunässe und die damit verbundenen schädlichen Bodenpilze. Optimal ist der Humusgehalt, wenn der Boden bei jedem Schritt federt wie ein Waldboden.
Bei Kompost kommt es auf die richtige Mischung an.
Auf einem guten Komposthaufen verrottet das Laub innerhalb von höchstens acht Monaten zu Blumenerde. Wichtig ist eine gute Mischung von feinem Schnittgut mit grobem Material und feuchtem Material mit trockenem Abfall. Denn bei zu feuchten Abfällen wie zum Beispiel Rasenschnitt findet die Zersetzung unter Luftabschluss statt. Dadurch fault der Kompost und stinkt. Ist der Kompost allerdings zu trocken, kommt die Zersetzung nicht in Gang und es muss nachgegossen werden. Eine Beigabe von je drei Kilogramm Gartenkalk und Hornspäne pro Kubikmeter fördern die gleichmäßige Zersetzung.
Ist kein Kompost vorhanden, können große Laubmengen unter dichten Gehölzen untergebracht werden: Das Laub in einer zehn bis 15 Zentimeter dicken Schicht auf der Wurzelscheibe verteilen und mit etwas Erde abdecken, damit es nicht umherweht. Bei Moorbeetpflanzen wie zum Beispiel Rhododendron oder Kirschlorbeer keinen Kalk, sondern nur Hornspäne dazu geben, denn sie bevorzugen saure Bodenverhältnisse.
Laub unter Hecken und Ziersträuchern bietet den besten Frostschutz. Wenn der Anblick stört, bietet die Unterpflanzung mit immergrünen Bodendeckern eine Alternative. Geeignet sind Immergrün (Vinca), Elfenblume (Epimedium Frohnleiten) oder der Laubschlucker Schattengrün (Pachysandra). Für größere Blattmengen unter Bäumen kommt der immergrüne Schildfarn (Polystichum) oder die Mahonie in Frage. Der Rasen muss jedoch vom Laub befreit werden.
Viele Gehölze und Stauden aus Gegenden mit mildem Klima brauchen Winterschutz. Bei einigen reicht es aus, sie vor der direkten Sonneneinstrahlung zu schützen - denn die Pflanzen erfrieren nicht, sondern sie vertrocknen. Die Sonne führt zur Verdunstung über die Blätter und Triebe, während die eingefrorene Wurzel kein Wasser geben kann. Deshalb häufeln Gärtner bei Rosen die Basis mit Lauberde an, so dass die Grundknospen geschützt sind. Flies, Jute oder gelochte Folie schützen die Hochstammrose. Bei Kamelien kann ein Netz, eine Reetmatte oder Reisig den erwünschten Sonnenschutz geben.
Pflanzen aus tropischen Ländern können überhaupt keinen Frost vertragen. Sie müssen im Haus, Keller oder Wintergarten überwintern. Dahlien, Gladiolen oder Canna zurückschneiden und in trockenem Sand oder Torf lagern. Sie vertragen - genau wie die Kübelpflanzen - acht bis 15 Grad Celsius. Immergrüne Pflanzen möglichst hell aufstellen.
Und ein Tipp zum Schluss: Die meisten Topfpflanzen werden totgegossen, also nicht zu viel Wasser geben!